Betreuung jetzt kostenlos

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Rektor Hans-Joachim Reuter (rechts) begrüßte gestern Christian Liebl, Kaplan Christoph Klingan, Steffani Marx und Andrea Woidig (von links) als Neuzugänge in seinem Kollegium.

Prien - Mit 480 Kindern und Jugendlichen nimmt die Franziska-Hager-Hauptschule heute den Unterrichtsbetrieb auf. Während die so genannte gebundene, also verbindliche Ganztagsschule jetzt bereits auf drei Jahrgangsstufen ausgebaut ist, gibt es in der "offenen" Ganztagsschule eine Änderung, die viele Eltern freuen könnte.

Das freiwillige und flexible Betreuungsangebot ist ersmals kostenlos.

Bisher mussten Eltern für die Hausaufgabenbetreuung ihrer Schützlinge durch die Arbeiterwohlfahrt 50 Euro im Monat berappen. Dank einer Gesetzesänderung ist dieses Angebot nun kostenlos. An welchen und wie vielen Wochentagen das Angebot genutzt wird, ist flexibel. Im vergangenen Schuljahr wurden etwa 40 Kinder regelmäßig von der AWO betreut. Diese Schüler haben zudem die Möglichkeit, sich ein Mittagessen für drei Euro zu kaufen.

Das gehört in der gebundenen Ganztagsschule, zu der sich Eltern und ihre Kinder verbindlich anmelden konnten, zum Standard. Diese Schulform, die vor allem auch Alleinerziehende nutzen, gibt es in Prien inzwischen von der sechsten bis zur achten Jahrgangsstufe, 2010 wird ein weiterer Jahrgang folgen.

Aber bereits jetzt ist es beim Mittagessen eng. Die siebte und achte Ganztagsklasse können Rektor Hans-Joachim Reuter zufolge gemeinsam in der Mensa speisen, die sechste Klasse muss mangels Platz in einem separaten Gruppenraum essen. Die Mahlzeit zu verschieben macht keinen Sinn, da sonst der ganze Zeitplan aus den Fugen geraten würde. Nach dem Essen ist für Ganztagsschüler nämlich eine Entspannungsphase eingeplant, bevor der Unterricht bis 15.30 Uhr weitergeht.

Freude herrscht beim Schulleiter und seinem 46-köpfigen Kollegium darüber, dass der Boden der Turnhalle von der Gemeinde in den Ferien erneuert wurde und als erster Schritt der energetischen Sanierung alle Fenster ausgetauscht wurden.

Gleichwohl bleibt die Franziska-Hager-Schule heuer eine Baustelle. Die Sanierung, für die insgesamt 9,5 Millionen Euro veranschlagt sind (wir berichteten wiederholt), soll Anfang November mit Beginn der Herbstferien weitergehen und wird wohl bis Schuljahresende andauern. Dann werden Trakt für Trakt jeweils mehrere Klassen für zirka sechs Wochen in Container ausgelagert.

Mit 480 Schülern in 21 Klassen hat die Hauptschule heuer rund 50 weniger als noch vor einem Jahr. 84 Kinder kommen aus den umliegenden Grundschulen neu in drei fünfte Klassen, eine weniger als im Vorjahr. Trotzdem entspannt sich die Raumsituation Reuter zufolge nicht. Denn in den fünften Klassen wird heuer auch die so genannte modulare Förderung in Kernfächern eingeführt. Dafür müssen die Klassen in je drei Gruppen geteilt werden, brauchen also zeitgleich drei Räume. Weil es dafür nicht genug Klassenzimmer gibt, müssen manche Gruppen in Fachräume ausweichen, zum Beispiel in den Physik- und Chemiesaal.

Solche und andere Vorgaben machen es Konrektorin Viktoria Puchstein nicht leicht, die über 600 wöchentlichen Pflichtstunden für alle Klassen im Stundenplan darzustellen - mit Arbeitsgruppen sind es sogar über 800. Zwei bis drei Wochen braucht Reuters Stellvertreterin vor Schuljahresbeginn, bis der Plan steht.

Mit Ganztagsschule, Mittlere-Reife- (M-) Zug von der siebten bis zur neunten Jahrgangsstufe und Praxisklasse in der nNeunten kann die Priener Hauptschule ein Angebot bieten, das verschiedenen Leistungsstärken der Kinder und Jugendlichen gerecht wird. Auch die Berufsvorbereitung wird seit Jahren ausgebaut. Zu Bewerbungsplanspielen und -training sowie Praktika kommt heuer in der achten Jahrgangsstufe beispielsweise ein "Berufswahlpass" hinzu. In einer Art Portfolio, dessen Grundform vorgegeben wird, werden die Schüler kontinuierlich Unterlagen von Praktika, Betriebserkundungen, Beratungsgesprächen und einigem mehr sammeln.

Fünf Neuzugänge kann Reuter in seiner Mannschaft begrüßen. Ute Brodschelm (bisher Teil-, jetzt Vollzeit) und Steffani Marx werden Ganztagsklassen unterrichten, Kaplan Christoph Klingan katholische Religion, Sonja Ohle kommt als Fachlehrerin für Hauswirtschaft nach Prien und Andrea Woidig als Lehramtsanwärterin. Als "mobile Reserve" ist Christian Liebig der Hager-Schule zugeteilt.

re/Chiemgau-Zeitung

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