Bewährungsstrafe für Beers Ex-Geliebte

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Rosenheim - Der Skandal um die Eggstätter Gemeindekasse geht dem Ende entgegen. Die ehemalige Leiterin der Gemeindekasse, zugleich Ex-Geliebte von Stefan Beer, erhält eine Bewährungsstrafe.

Das Verfahren gegen den ehemaligen Bürgermeister wird fortgesetzt.

Der 6. Juni 2005 war für sie ein glücklicher Tag. Da nämlich konnte die nun verurteilte, damalige Kassenleiterin ihrer Freundin per SMS vermelden: "Hurra, ich hab ihn!" Tage vorher hatte sie ihrer Freundin erzählt, wie diese vor Gericht aussagte, sie sei in ihren Chef, Bürgermeister Stefan Beer, verliebt.

Was dieser nicht erkannte, war, dass es sich bei seiner neuen Geliebten um eine hochgradig drogenabhängige Frau handelte. Nach eigener Aussage hatte sie zeitweilig einen Tagesbedarf von 1,5 Gramm Heroin. Auch Cannabis und Kokain hatte sie konsumiert. Zum Tatzeitraum war sie schwer alkoholabhängig. Problematisch wurde es, als die Frau im November 2006 beim Bürgermeister einzog und damit eine Lebenspartnerschaft bildete. Ein Zeuge berichtete, dass Beer sie spätestens dann laut Gemeindeordnung aus der Kasse hätte abziehen müssen. Ständig in Geldnot hatte sich die Frau jahrelang aus der Gemeindekasse bedient. Über 33.000 Euro wies der endgültige Fehlbestand laut Gutachten auf.

Die ehemalige Kassiererin, die heute in einem Pflegeheim lebt und von ihrem Betreuer zur Verhandlung begleitet wurde, legte schließlich ein Geständnis ab. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Heinrich Loeber verurteilte sie zu einer Haftstrafe von 18 Monaten, ausgesetzt auf Bewährung. Zudem soll sie den Schaden "nach Kräften" wiedergutmachen.

Ob sich der ehemalige Bürgermeister bei den Vergehen seiner Ex-Lebensgefährtin der "Nichtverhinderung einer Straftat" schuldig gemacht hat, soll nun in der Fortsetzung des Verfahrens untersucht werden.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © re

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