Bewahren und Bauen war sein Lebensmotto

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Prien – „Ein zu Herzen gehendes Ereignis“, wie es der Priener Pfarrer Bruno Fink ausdrückte, war gestern die Beerdigung von Architekt Heiner Sedlmeir.

Sedlmeir wurde am 28. Februar unerwartet aus dem Leben gerissen. Eine nahezu voll besetzte Pfarrkirche beim Requiem, Fahnenabordnungen der Schützen und einige hundert Trauergäste bei der anschließenden Beerdigung zeigten, wie beliebt, verwurzelt und hoch geschätzt der 62-Jährige in seiner Heimat gewesen ist.

Heiner Sedlmeir †

In seiner Predigt ließ Fink den Verstorbenen noch einmal als aktiven, lebendigen, rüstigen und frohen Menschen voller Schaffenskraft und Begeisterung, vor allem aber mit einer unendlichen Herzlichkeit aufleben. Als „Baumeister mit Leib und Seele“ sei er stets darauf bedacht gewesen, etwas Dauerhaftes für Generationen zu schaffen. Sanierungen seien daher auch zu seinem Spezialgebiet geworden. In seinem Büro habe er sich nicht als Chef verstanden, sondern als Mitarbeiter. Mit der ihm eigenen Herzlichkeit und Freundlichkeit habe er sich für die Gemeinde und das Vereinsleben engagiert und sei ein Freund der Musik und der Kunst gewesen.

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Nach den Worten des Pfarrers sei Sedlmeir vor drei Jahren an „MDS“ erkrankt, einer Leukämie ähnlichen Krankheit, die der Architekt jedoch mit seinem unerschütterlichen Optimismus angegangen sei. In der nächsten Woche sollte eine Knochenmarktransplantation erfolgen, die höchste Heilungschancen versprach. „Aus Dankbarkeit für seine sicher geglaubte Genesung wollte Sedlmeir eine Kapelle in seinem Garten bauen“, sagte der Pfarrer.

Nach einem kurzen Segen für den Verstorbenen an der Leichenhalle versammelte sich die riesige Trauergemeinschaft um den Sarg am offenen Grab. Dort gaben die Böllerschützen der Königlich- privilegierten Feuerschützengesellschaft Prien als letzten Gruß einen Ehrensalut für ihren Ehrenschützenmeister ab. Erster Schützenmeister Florian Wunderle erinnerte an Sedlmeirs große Verdienste, vor allem in den 16 Jahren (von 1989 bis 2005) als Erster Schützenmeister: „Das beste Beispiel und der größte Ansporn für uns alle war er selbst.“

Einen „Feingeist“ nannte Bürgermeister Jürgen Seifert den Verstorbenen. „Bauplanung war für ihn immer auch Lebensplanung. Es sollte Bestand haben. Wo immer er sich einbrachte, geschah dies mit Herzblut.“

Im „Bewahren und Bauen“ sah auch der Vorsitzende des Kulturfördervereins, Dr. Friedrich von Daumiller, das berufliche Motto Sedlmeirs. Der kunstsinnige Verstorbene sei 1985 Gründungsmitglied des Vereins gewesen, habe dessen Wirken über die Jahre mit Treue, Einsatz und Freundschaft verfolgt und vor drei Jahren die Arbeit des Dritten Vorsitzenden übernommen.

Sedlmeirs großes soziales Engagement würdigte die Vizepräsidentin des Lions-Clubs Bad Endorf-Chiemgau, Renate Bösch. „Wir werden dich vermissen und dich stets in unserem Herzen tragen.“

vd/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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