1000 Schüler informierten sich über den Chiemsee

Biberbaby war Liebling der Kinder

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ein vier Monate altes Biberbaby, hier auf dem Arm von Biberbetreuer Jürgen Pohl, war der Liebling der Kinder beim Aktionstag.

Chiemsee/Rimsting - Der Aktionstag "Lebendige Seen" in Rimsting hatte eine ganz besondere Attraktion für die vielen Schüler bereit: Ein Biberbaby, das sie auch streicheln durften.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

Über 30 Schulklassen mit zusammen etwa 1000 Kindern und Jugendlichen bevölkerten gestern Vormittag das Rimstinger Strandbadgelände in Westernach. Der erste Aktionstag des "Netzwerks lebendige Seen" ist "ein Vorbild für ganz Oberbayern", lobte Regierungspräsident und Schirmherr Christoph Hillenbrand bei der Eröffnung.

Dr. Robert Darga machte Feuer ohne Feuerzeug.

An etwa 20 Ständen standen Fachleute mit reichlich Anschauungs- und Informationsmaterial parat, um den Gästen die vielen Facetten der Natur im und am Bayerischen Meer näherzubringen. Auf die Beine gestellt hatte die Großveranstaltung der Verein der Natur- und Landschaftsführer. Dessen Vorsitzender, Jürgen Pohl, war auch einer derjenigen, die den größten Andrang erlebten. Denn er hatte ein vier Monate altes Biberbaby dabei und eigens ein kleines Gehege für den Liebling der Kinder an der umweltpädagogischen Hütte aufgebaut. Pohl und andere Biberbetreuer aus der Region ziehen das elternlose Jungtier aus der Mangfall gemeinsam auf.

Zehn Pfund wiegt dieser Karpfen.

Die Kinder staunten nicht nur darüber, wie weich so ein Biberfell ist, sondern erfuhren nebenbei noch viel über die Lebensweise dieser großen Nagetiere. Wie wiederholt berichtet, hat sich Anfang dieses Jahres eine Biberfamilie nahe der Prienmündung niedergelassen.

Die Kinder der Grundschule Rimsting hatten den Aktionstag mit dem Lied "Wir sind Schüler hier in Rimsting und die Umwelt wollen wir schützen", eröffnet.

Hillenbrand verblüffte manchen Zuhörer mit der Feststellung, dass Oberbayern mit über 300 Seen und Flüssen der wasserreichste Regierungsbezirk im Freistaat sei. Auch seine Aussage, dass die Chiemseeregion das größte zusammenhängende Moorgebiet Süddeutschlands ist, war für viele neu.

Der Regierungspräsident lobte das von der Unesco geförderte "Netzwerk lebendige Seen", das sich "für den Erhalt der Vielfalt des Lebens" einsetze. "Die Erwachsenen nennen das Schutz der Bioversidität", erklärte er den Schülern.

Er stellte der Kooperation aller Akteure am Bayerischen Meer und vor allem den Resultaten daraus ein sehr gutes Zeugnis aus. "Hier ist mit klarem Willen zur Zusammenarbeit und enormem Engagement ein großartiges Ergebnis erzielt worden."

Mammut und Löwe aus Stoff waren Hingucker.

Sich informieren, beobachten und schauen konnten die Schüler an Infoständen, die sich über mehrere hundert Meter bis zur Prienmündung erstreckten. Die Umweltjugendherberge Prien hatte als zusätzlichen Anreiz für einen Streifzug entlang der Infostände ein Wasser-Quiz kreiert. Die Teilnahmekarten waren bald vergriffen. Der Gewinner-Schulklasse winkt als erster Preis eine Erlebnisbootsfahrt zum Delta der Tiroler Ache.

Diese Exkursionen wurden als erfolgreichste der mittlerweile 14 Naturführungen in der Region in diesem Sommer fast 40-mal angeboten und waren immer ausgebucht. Das galt gestern Vormittag auch für die Hafenbarkasse "Birgit", die eigens für den Aktionstag an der umweltpädagogischen Hütte im Schafwaschener Winkel vor Anker gegangen war.

Nachdem die Schulklassen, ausgestattet mit vielen Eindrücken und zahlreichen Broschüren, mittags wieder den Heimweg angetreten hatten, nutzten am Nachmittag auch viele Erwachsene das Angebot. Am Stand von Naturführer Konrad Hollerieth konnten sie zum Beispiel Fledermausgeräusche hören und auch einige (ausgestopfte) Exemplare in Augenschein nehmen.

Ein paar Meter weiter demonstrierte Dr. Robert Darga vom Mammut- und Naturkundemuseum Siegsdorf, wie man mit Zunder Feuer machen kann. Einen zehn Pfund schweren Karpfen und verschiedene im Chiemsee lebende Fische zeigte die Priener Fischer-Familie Schaber.

Lebende Kleintiere im Wasserglas hatten Mitarbeiter der Limnologischen Station Seeon der Universität München mitgebracht.

Auch der Abwasserzweckverband Chiemsee, die Rettungsdienste, das Wasserwirtschaftsamt, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz sowie die Tourismusverbände stellten sich und ihre Arbeit vor.

th/db

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser