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Warum die Mini-Brauerei von Daniel Hagen eine Besonderheit ist

Bierseligkeit auf der Fraueninsel

Inselbräu Daniel Hagen lässt am Gär- und Lagertank sein helles Bier ins Glas laufen.
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Inselbräu Daniel Hagen lässt am Gär- und Lagertank sein helles Bier ins Glas laufen.

Die Fraueninsel im Chiemsee ist zwar klein, doch sie hat nicht nur ein Kloster, sondern sogar ein eigenes Inselbier. Vor 15 Jahren begann Daniel Hagen mit seiner kleinen Brauerei.

Fraueninsel – Eigentlich ist ein 15-jähriges Bestehen Anlass zum Feiern. Doch in Zeiten von Corona ist dies bekanntermaßen kaum möglich. So ergeht es auch dem „Inselbräu“ Daniel Hagen. Während sein Bruder Holger sich im Studium dem Weinbau zuwandte, belegte er in Weihenstephan das Brauwesen und braut sein eigenes naturtrübes Inselbier.

Da er es nur in seiner Wirtschaft ausschenkt, steht die Produktion aktuell still. Hätte ihn dies in der Anfangsphase getroffen, wäre es schwierig geworden, erzählt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Sein Bruder macht auf Wein

Die kleine Fraueninsel hat erstaunlich viel zu bieten: Kloster, ein Münster, Künstler, viele Möglichkeiten zur Einkehr für die vielen Touristen und sogar einen eigenen Inselbräu. Daniel Hagen erwarb im Jahr 2006 mit seinem Bruder Holger das ehemalige Kaffee Gini, das die Vorgängerin aus Altersgründen aufgab.

Sein Bruder habe anfangs im Garten testweise Weinpflanzen angebaut, erinnert sich der 37-Jährige. Da die Fraueninsel nicht als offizielles Anbaugebiet zähle, habe er allerdings keinen Wein im Umlauf bringen und nur so genannte Hobbypflanzen anbauen dürfen.

„Im Bekanntenkreis wäre das Interesse sehr groß gewesen“, erinnert sich Daniel Hagen. „Für uns war das ein Zeichen, dass Produkte von der Fraueninsel gut ankommen.“ Daraus sei die Idee für eine Inselbrauerei entstanden – statt Rebensaft eben ein Hopfengebräu.

Ursprünglich habe er die Brauerei in einer Bootswerft auf der Insel einrichten wollen, so Hagen weiter. Aus Platz- und aus praktischen Gründen sei das Zwei-Geräte-Sudhaus schließlich im Untergeschoss des heutigen Inselbräus entstanden mit dazugehörigem Bräustüberl im Erdgeschoss.

Dort fließt das frisch gezapfte, schäumende Getränk aus den Leitungen von dem Lagertank im Keller herauf – frischer geht es kaum.

Und es hat noch einen weiteren Vorteil, wie der Inselbräu erklärt: „Das Bier ist vor Licht geschützt und lagert bei idealen Temperaturen.

So können wir es unbehandelt lassen.“ Das heißt, es muss nicht erhitzt werden. Das Wasser stammt von Hochbehältern am Chiemsee, die biologischen Zutaten aus dem bayerischen Anbaugebiet in Kulmbach. Da das Bier an Ort und Stelle ausgeschenkt wird, fallen keine Fahrtwege an und die Ökobilanz umso besser aus, sagt Hagen.

Kein Fan von Erweiterungen

Er braut Helles und Weißbier sowie in Zeiten, in denen der beliebte Christkindlmarkt auf der Fraueninsel stattfindet, auch ein Christkindlbier – das ist ein wenig stärker und dunkler.

Nach 15 Jahren zieht Hagen als Zwischenbilanz: „Ich freue mich, dass sich 15 Jahre lang eine stabile Qualität bieten konnte. Dafür bin ich dankbar.“

Er habe in Zukunft keine größeren Veränderungen vor: „Ich bin kein Fan von Erweiterungen. Dann müsste ich andere beliefern und die Qualität des Bieres wäre vielleicht nicht mehr ganz zu halten. Irgendwann muss man mit einem Stand auch zufrieden sein.“

Einer seiner Höhepunkte bisher sei die Hochzeit eines Studienkollegen gewesen, erinnert sich Hagen: „Da haben dann vier Braumeister ein Hochzeitsbier gebraut.“ Stolz ist er auch auf seine Stammkundschaft unter den Einheimischen, die sein süffiges Bier mit „besonderer Note“ schätzen.

Der Pfarrer ist ein bekennender Fan

Dazu gehört auch der in Rimsting lebende Ruhestandspfarrer Monsignore Konrad Kronast, sich ein bekennender Fan vom auf der Fraueninsel gebauten Bier ist: „Das ist etwas ganz Tolles und Einmaliges und wertet die Insel wirklich auf“, sagt er gegenüber unserer Zeitung.

Wenn er auf der Fraueninsel Taufen oder Hochzeiten halte, kehre er bei Festlichkeiten regelmäßig auch beim Inselbräu ein, gerne auch mal privat sonntags.

Daniel Hagen hofft indes wie alle anderen Gastwirte in Zeiten der Corona-Pandemie auch, dass die Zukunft der Branche wieder bessere Umstände beschert. „Nach 15 Jahren hätte ich meine Stammkunden gerne mal in die Arme genommen, das ist nicht möglich“, sagt er bedauernd.

Gastronomen lebten von Gastfreundschaft: „Da tut es einen in der Seele weh, wenn man zuallererst nach dem Impfnachweis und dem Personalausweis fragen muss und nicht jeden Gast gleich behandeln darf.“

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