Es bleibt bei neun Schuljahren

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Schulleiterin Andrea Wiericks mit den Neuzugängen im 55-köpfigen Kollegium, Stefanie Wurtz-Kiplinger, Franz-Xaver Wagner und Marie Annette Laufer (von links).

Prien - In Bayern endet mit dem neuen Schuljahr an den staatlichen Schulen das Zeitalter des neunjährigen Gymnasiums. Die Freie Waldorfschule Chiemgau hält für ihre Abiturienten weiter an der neunjährigen Ausbildung fest.

Voraussichtlich bis zu den Herbstferien Anfang November kann die Schule nach einem Wasserschaden ihre Turnhalle nicht nutzen.

580 Mädchen und Buben besuchen heuer die Waldorfschule an der Bernauer Straße, 20 mehr als im vergangenen Jahr. 40 Kinder sind neu in zwei erste Klassen gekommen. Weil die Schule die Klassenstärke freiwillig auf 26 begrenzt, gibt es nach Angaben von Leiterin Andrea Wiericks ab der vierten Jahrgangsstufe Wartelisten. Das Einzugsgebiet der Schule reicht von Bad Aibling bis nach Traunstein.

1150 Unterrichtsstunden pro Woche umfasst der Lehrplan für die 26 Klassen. Heuer wird, zur bestehenden Zweizügigkeit von der ersten bis zur zwölften Klasse, erstmals auch der Abschlussjahrgang mit 32 jungen Leuten, der auf die Abiturprüfung vorbereitet wird, in zwei Gruppen geteilt. Wahlweise konnten Deutsch und Englisch oder Englisch und Erdkunde als Leistungskurs-Kombination belegt werden.

Das 55-köpfige Kollegium komplettieren vier Neuzugänge. Franz-Xaver Wagner gibt als Vollzeitkraft Englisch und Französisch. Stefanie Wurtz-Kiplinger unterrichtet in ihrem dritten Ausbildungsjahr Englisch, im gleichen Fach hilft Bettina Baretto stundenweise aus. Marie Annette Laufer gibt als Vollzeitlehrkraft Deutsch.

Bewährt hat sich Wiericks zufolge die 2009 neu eingerichtete Mittagsbetreuung für die Unterstufe in einem angemieteten, fußläufig entfernten Gebäude. Eine gelernte Erzieherin kümmert sich dort täglich bis 14 Uhr um etwa 40 Erst- bis Viertklassler.

Weiterte ergänzende Angebote seien in Planung, denn: "Die Elternwelt hat sich drastisch verändert", weiß Wiericks. Weil immer mehr Anfragen eingehen, wird an der Waldorfschule intensiv über ein offenes Ganztagsangebot auch für die höheren Jahrgänge nachgedacht.

Bereits seit dem Vorjahr wird Mittagessen angeboten. Dafür wurde eigens ein Koch eingestellt, der von Schülermüttern bei der Zubereitung von etwa 80 Mahlzeiten unterstützt wird.

Nach den Feierlichkeiten zum 30. Geburtstag der Schule, der sich in vielerlei Aktivitäten und Veranstaltungen über das ganze Schuljahr 2009/10 zog, wird nach Angaben der Leiterin heuer ein Hauptaugenmerk auf dem 150. Geburtstag von Rudolf Steiner liegen, dem Begründer der Waldorfpädagogik. Unter anderem sollen Wiericks zufolge zahlreiche Vorträge eine "vertiefte Auseinandersetzung mit der Radikalität der Waldorf-Pädagogik" unterstützen.

Während bei Lehrern und Schülern Freude darüber herrscht, dass in den Sommerferien die Fenster an der Nordfassade dank vieler Spenden und Eigenleistungen erneuert werden konnten, bereitet die Turnhalle große Sorgen. Offenbar über Jahre, so neueste Erkenntnisse eines Gutachters, war wegen eines Defekts an einer Hebepumpanlage Wasser unter den Estrich des Hallenbodens geflossen. Erst zu Beginn der Sommerferien wurde der Schaden entdeckt.

Die Reparatur ist zwar über eine Versicherung abgedeckt. Aber die Schüler werden wohl bis nach den Herbstferien die Halle nicht nutzen können, weil der Boden komplett herausgerissen und erneuert werden muss.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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