Bowling ja, Casino nein

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Prien - Der Bauausschuss kann sich am Kreisel in der Bernauer Straße ein Freizeitzentrum mit Bowlingbahnen und Disco grundsätzlich vorstellen, aber nicht mit vier großen Spielcasions, die im Gesamtplan eines Investors enthalten sind.

Das war der Tenor in der jüngsten Bauausschusssitzung. Sechs Bowlingbahnen, eine Sportbar mit Restaurant, eine Diskothek mit 400 Quadratmetern, Spielflächen für Dart und Billard und rund 100 Pkw-Stellplätze - all diese Punkte aus dem Gesamtkonzept der Firma "hbf Bluestar-Real-Estate" waren für das Gremium vorstellbar. Genauso einmütig sprachen sich die Ausschussmitglieder aber gegen die vier Spielcasinos mit jeweils knapp 150 Quadratmetern aus.

Michael Anner (CSU) war der erste, der sich nach der Vorstellung der Voranfrage durch die Bauverwaltung gegen die Casinos aussprach. Er erinnerte daran, dass der Ausschuss in jüngerer Vergangenheit schon zwei Anträge für Spielhallen abgelehnt habe. "Wir sollten uns generell Gedanken machen, was in diesem Bereich möglich ist."

Das Objekt der Begierde ist ein Grundstück, das direkt westlich an den Kreisverkehr grenzt und im Norden an den Campingplatz. Es liegt im Bereich des Bebauungsplans "Tennishalle". Eine solche war in den 90er- Jahren einmal an dieser Stelle geplant. Das Vorhaben scheiterte aber dann.

Seitdem hatte es einige Interessenten für den Standort gegeben, unter anderem zuletzt vor Jahren einen Lebensmitteldiscounter. Einen solchen wollte und will die Kommunalpolitik aber nicht als "Visitenkarte" an der Ortseinfahrt.

Joachim Bensemann (FW) sprach sich wie Anner gegen das Gesamtkonzept aus und Werner Waap (BfP) äußerte Bedenken wegen möglicher Lärmbelästigungen für den benachbarten Campingplatz durch nächtlichen Diskobetrieb. Auch würde das Freizeitzentrum durch seine Größe "viele Passivsportler" aus der Umgebung anziehen, argwöhnte Waap.

Alfred Schelhas (SPD) definierte in seiner Eigenschaft als Sportreferent Bowling und Dart als Sportarten und äußerte sich "gespalten" in Sachen Casinos. Auch Michael Schlosser (ÜWG) plädierte dafür, diesen Punkt zu überdenken und eventuell andere Nutzungen in Betracht zu ziehen. Gleichwohl gefiel ihm das Gesamtkonzept gut.

Günter Stampfl (MDfP) brachte zwei weitere Aspekte in die Diskussion ein. Zum einen firmierte der Antragsteller nur als Planer solcher und ähnlicher Objekte, die er dann verkaufe. Man sollte vor einer Entscheidung auch den Betreiber kennen, meinte Stampfl. Und er gab zu bedenken, dass Bowlingbahnen auch eine Konkurrenz zu der Kegelanlage im gemeindeeigenen "Alpenblick" seien.

Zweite Bürgermeisterin Renate Hof (CSU) fand es grundsätzlich gut, wenn Freizeitmöglichkeiten geschaffen würden, würde aber den Spielcasions "niemals zustimmen".

Ihren Vorschlag, die Anfrage zunächst in den Marktgemeinderatsfraktionen zu überdenken, griff auch Bürgermeister Jürgen Seifert auf. Positiven Bestandteilen, vor allem für die Jugend, stünden im Gesamtkonzept negative gegenüber, besonders die "immens großen Spielcasions".

Nun sollen sich also zunächst die Fraktionen Gedanken machen und über ihre Sprecher Vorschläge vorlegen, bevor das Vorhaben wieder auf die Tagesordnung gesetzt wird.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © AP

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