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Fraueninsel: Wieder nix mit Breitband

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Fraueninsel - Auf der Stelle tritt die Gemeinde Chiemsee im Rahmen ihrer Bemühungen, den Bürgern und Betrieben auf der Fraueninsel zu einem schnellen Internet zu verhelfen.

Nach wie vor zögert sie, in die Planung für den Aufbau einer flächendeckenden Breitbandversorgung einzusteigen.

In einer Sondersitzung widmete sich der Gemeinderat dieser Tage der Breitbandversorgung auf der Fraueninsel. Doch am Ende blieb alles beim Alten: Das Gremium vertagte wieder die Entscheidung, in das Projekt einzusteigen, und stellte das Angebot der Firma Breitbandberatung GmbH in Neumarkt in der Oberpfalz zurück, eine Systemplanung für die flächendeckende Versorgung der Fraueninsel mit Breitband zu erstellen. Wie schon im August, als der Rat das Angebot schon einmal vorliegen hatte, verwies er erneut darauf, dass die Gemeinde Gstadt nach wie vor noch nicht beschlossen hat, mit ins erhoffte, gemeinsame Boot zu steigen.

Denn an der Grundhaltung der kleinen Kommune hat sich nichts geändert: Die Inselgemeinde geht nur dann in die Planung und Ausführung einer flächendeckenden Versorgung mit Breitband, wenn die Nachbarkommune auf dem Festland mitmacht. "Gemeinsam oder gar nicht" lautet das Motto.

Doch Gstadt hat sich nach wie vor noch nicht festgelegt. Im September tagte der Gemeinderat, doch er ließ die Frage offen, ob er mit den Nachbarn zusammen an einem Strang zieht. Ehe er sich der Breitbandversorgung insbesondere auch in Gstadt selbst widmet und dann auch über Anschlüsse zur Fraueninsel nachdenkt, wendet er den Blick jetzt zunächst einmal nach Gollenshausen. Denn in diesem Ortsteil werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht: Gollenshausen wird mit Breitband versorgt, erhält jetzt ein schnelles Internet. Das Projekt steht vor seiner Verwirklichung, die Ausschreibung der Arbeiten läuft.

Im Rahmen der Breitbandversorgung sucht die Gemeinde Chiemsee den Schulterschluss mit der Nachbarkommune Gstadt. Technisch macht allein Sinn, die neuen Kabel von der Fraueninsel nach Gstadt zu führen. Denn schon jetzt läuft auch die Telefonverbindung genau in diese Richtung. Und finanziell lohnt sich ein gemeinsames Vorgehen mit Gstadt auch. Denn wenn beide Gemeinden zusammen eine Firma beauftragen, eine Systemplanung für den Aufbau und Ausbau einer Breitbandversorgung zu erstellen, dann ist die Rechnung in der Summe am Ende nicht so hoch. In einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erläuterte Karl Heitauer, der Breitbandbeauftragte der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn-Gstadt-Chiemsee, dass die Kosten für die Planung in beiden Gemeinden insgesamt 15000 Euro betragen. Sollte jede Gemeinde für sich die Firma beauftragen, so müsste Chiemsee 7800 Euro berappen und Gstadt 9500 Euro.

Die Gemeinde Chiemsee setzt sich zum Ziel, eine Breitbandversorgung allein auf der Fraueninsel in die Wege zu leiten. Vor allem auch das Kloster Frauenwörth wünscht sich ein schnelles Internet, um insbesondere den Seminarbetrieb im Haus optimal steuern zu können. Außen vor bleibt die Herreninsel, die auch zum Gemeindegebiet gehört. Der Grund: Der größte Nutzer des Internets, die Schlossverwaltung Herrenchiemsee, hat angegeben, dass sie mit den vorhandenen Leitungen zufrieden ist. Heitauer: Im Rahmen einer Umfrage habe die Schlossverwaltung mitgeteilt, dass die Versorgung ausreichend sei. Die Erleichterung in der Gemeindeverwaltung dürfte nicht gering gewesen sein, hätte die Herreninsel doch mit großem Aufwand technisch aufgerüstet und die Leitungen - im Unterschied zur Fraueninsel - nicht nach Gstadt, sondern nach Prien geführt werden müssen.

Die Kosten für die Verlegung von Glasfaserkabeln auf der Fraueninsel, die hohe Datenübertragungsraten und damit letztlich ein schnelles Internet bringen, lassen sich vor der Erstellung einer Planung des gesamten Systems, wo und wie tief vor allem die Leitungen in den Boden gegraben werden müssen, nur sehr schwer schätzen. Sicherlich werden sie jedoch im sechsstelligen Euro-Bereich liegen. Womöglich sind sogar, wie Heitauer unter Vorbehalt genauer Planungen und Schätzungen andeutet, Ausgaben in der Höhe von "mehreren hunderttausend Euro" zu erwarten.

Der Gemeinde Chiemsee schaut nun weiter nach Gstadt. Auch will sie nun abwarten, bis die neue Breitbandrichtlinie in Kraft tritt und die ersten Projekte in dieser neuen Maßgabe für die Förderung realisiert werden. Wenn Erfahrungen vorliegen, will der Gemeinderat den Ausbau nochmals behandeln.

Bürgermeister Georg Huber fasste den Sachstand in der Sondersitzung noch einmal zusammen und berichtete, dass sich die Gemeinde über einen Ausbau der Breitbandversorgung informiert habe. Die Kommune habe im Gespräch mit der Breitbandberatung Bayern GmbH, der Gemeinde Gstadt und dem Kloster eine mögliche Verbesserung der Infrastruktur für die Telekommunikation beraten. Das Ergebnis: Aufgrund ihrer speziellen Lage sei eine Erschließung der Fraueninsel mit neuen Glasfaserkabeln nur über das Gemeindegebiet Gstadt möglich. Eine interkommunale Zusammenarbeit sei daher durchaus sinnvoll.

Ausführlich informierte Heitauer über die neuen Richtlinien, die für die Förderung im Rahmen des Breitbandausbaus im Gespräch sind. Das Förderverfahren sei vom deutschen Wirtschaftsministerium ausgearbeitet worden und liege nun zur Prüfung bei der Europäischen Kommission.

pü/th/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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