Wahlkampfauftakt der AfD in Breitbrunn

Winhart: "Wir werden die CSU jagen und schlachten"

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v.l.: Christian Demmel, Andreas Winhart, Franz Bergmüller, Andreas Kohlberger
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Breitbrunn am Chiemsee - "Aus Verantwortung für unsere Heimat!" - so lautet der Slogan der AfD Rosenheim im diesjährigen Bezirkstags- und Landtagswahlkampf. Am Mittwochabend stellten sich die Kandidaten mit ihren Themen vor.

Andreas Winhart, Landtagskandidat der AfD für den Stimmkreis Rosenheim Ost sieht sich und seine Partei gerüstet für den Wahlkampf. Er habe den Eindruck die AfD sei die einzigen Partei, die schon Wahlkampf machen. "Die Grünen haben bei ihrem Wahlkampfauftakt einen Heimatabend gemacht, da frage ich mich, was haben die mit Heimat zu tun? Alle springen jetzt auf unseren Zug auf." Bei den Freien Wählern sei er der Meinung, dass es nur darum gehe, dass Hubert Aiwanger (MDL) einen neuen Dienstwagen bekomme. "Die Rosenheimer SPD hat Britta Promann aufgestellt, die aus Baden-Württemberg ist. Finden die denn keine eigenen Leute mehr, die das machen wollen?" Zu MDL und Landtagskandidat Klaus Stöttner von der CSU hat Winhart ebenfalls eine klare Meinung: "Er hat einmal behauptet, dass die Krönung der politischen Laufbahn das Amt des Landrats ist", das strebe der CSU-Politiker seiner Auffassung nach an. "Wir werden die CSU jagen und schlachten", sagte Winhart kampfbereit auf der Wahlkampfauftaktveranstaltung im Strandpavillion in Breitbrunn. "Und wir haben die besten Voraussetzungen dafür: Ich bin Jäger und mein Kollege Bergmüller, Spitzenkandidat für den Stimmkreis Rosenheim West, gelernter Metzgermeister."

Im Anschluss stellten sich die einzelnen Kandidaten mit ihren Wahlprogrammen vor.

Christian Demmel (Bezirkstagskandidat Rosenheim West)

Der Heilpraktiker für Psychotherapie aus Kolbermoor will sich nach eigener Aussage vor allem für die Themen Gesundheit, Familie und Sozialpolitik einsetzen. "Das Wohl der Familie liegt mir am Herzen und ich stehe für einen Rechtsstaat ein", sagte der 51-Jährige, der zuvor bei der CSU aktiv war und 2016 dann zur AfD wechselte. "Entscheidungen müssen immer zu Gunsten der Bürger getroffen werden." Er will sich vor allem bei den Bezirkskrankenhäusern stark machen und darauf achten, wie dort gearbeitet werde und für was die Steuergelder ausgegeben werden.

Demmel kündigte an, sich auch für alternative Medizin einzusetzen, das müsse ein Grundrecht für alle Menschen bleiben. "Die Sozialsysteme werden dadurch auch entlastet, weil man diese Behandlungsform vorwiegend selber zahlen muss." Seiner Auffassung nach gehe esden eigenen Staatsbürgern immer schlechter, "das darf nicht sein. Menschen werden zur Ware und nur noch verwaltet." Der Kolbermoorer sehe sich als das soziale Bewusstsein der AfD. "Der Lobbyismus in der Pharmaindustrie muss kritisch beobachtet und die Zweiklassenmedizin beendet werden. Unseren Alten muss ein würdiger Lebensabend ermöglicht werden."

Andreas Kohlberger (Bezirkstagskandidat Rosenheim Ost)

"Am 14. Oktober verändert sich Bayern", begann Bezirkstagskandidat Andreas Kohlberger aus dem Inntal seine Rede. "Die CSU-Herrschaft dauert schon viel zu lange." Der 49-Jährige sei zuvor in keiner anderen Partei tätig gewesen, "weil ich auf die AfD gewartet habe." Seine Themen sind die Heimat- und Kulturpflege und das Bayerische Brauchtum. "Das müssen wir dringend pflegen und dürfen es uns von den Zugezogenen nicht wegnehmen lassen." Weiter wolle er sich für den Tierschutz einsetzen, beispielsweise durch eine Änderung der Schlachthausgesetze oder dass Kleintiere nicht mehr als Sache behandelt werden dürfen.

Andreas Winhart (Landtagskandidat Rosenheim Ost)

Den 35-Jährigen treibe vor allem die Entkommerzialisierung an. "Wir müssen schauen, dass unsere Welt wieder so wird, wie sie einmal war, denn 2015 hat sie sich verändert." Er geht in diesem Zuge auf die Taschenkontrollen auf dem Rosenheimer Herbstfest ein oder die vielen Poller bei verschiedenen Festivitäten. Auch auf die Petition der Babensamer Vereine. "Feste sind der Kit unserer Gesellschaft. Ilse Aigners Hinweis an die Vereine, sich beraten zu lassen, ist in meinen Augen blanker Hohn gegenüber Vereinsvorständen, welche sich seit langer Zeit mit den überzogenen Verordnungen herumplagen müssen."

Ihn ärgert auch, dass die bestehende Regierung es immer noch nicht geschafft habe, die Chiemseeregion in einem Tourismusverband zu vermarkten. "Wir wollen keine Landschaftsverschwendung, wie sie MDL Klaus Stöttner herbeiführt, wir wollen nachhaltigen Tourismus." Darüber hinaus wolle Winhart die kleinbäuerliche Landwirtschaft unterstützen und fordert Transparenz im Gesundheitswesen und eine gute regionale Krankenhausversorgung. "Man muss schnellstmöglich behandelt werden können." Bayern sei die letzten Jahre deutlich unsozialer geworden, daran habe die CSU Schuld. "Wir sind auch was das Asylthema angeht veräppelt worden", weswegen er auf die "drei As" hinwies: AfD wählen, Ausweisen, Abschieben.

Franz Bergmüller (Landtagskandidat Rosenheim West)

Der 53-Jährige Spitzenkandidat aus Feldkirchen-Westerham ging zu Beginn seiner Rede auf die vielen Nazivorwürfe ein: "Meine Familie war im Naziwiderstand, mein Vater war im Gefangenenlager in Nowosibirsk und im KZ in Dachau. Meine Mutter hat meinen Onkel unter Lebensgefahr als SS Deserteur bei sich versteckt."

Seine Philosophie sei die Familie. "Sie ist der Anker der ganzen Gesellschaft." Er selber sei in zahlreichen Ehrenämtern engagiert, war zuvor bei der sehr CSU aktiv und habe als Arbeits- und Familienrichter laufend erlebt, dass die Kleinen gehängt und die Großen laufen gelassen werden. "Wir sind die Bürgeranwälte und sind für Ehrlichkeit und Transparenz." Er werde sich bei den Behörden für die Bürger einsetzen. "Wir wollen die CSU stellen, wir halten das, was die CSU verspricht." Die CSU habe seiner Auffassung nach auch die Wohnungsbaupolitik verschlafen und bei der Asylpolitik versagt. Jeder Fall von Übergriffen durch Zuwanderer sei einer zu viel. "Man muss die Ursachen bekämpfen, aber nicht so wie es die aktuelle Politik macht. Man kann nicht erst einen Brand legen und sich dann als Löschmeister aufführen. 2015 hat die AfD schon Asylzentren in Afrika gefordert." Auch das Problem in der Türkei sei laut Bergmüller einfach lösbar indem man den Geldhahn zudrehe. "Die CSU und die SPD haben ihre Wähler verraten. Die Zeit ist reif für einen Umbruch." 

Quelle: rosenheim24.de

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