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Parkschein ziehen war gestern

Jetzt wird auch Parken digital: Auch in Breitbrunn ersetzt die App das Bargeld

Bei der Vorstellung des ersten digitalen Parkplatzes am Chiemsee beim Strandbad in Breitbrunn (von links): Dietrich Sailer, der seine Heimatgemeinde mit der Peter Park System GmbH bekannt gemacht hat, und deren Geschäftsführer Maximilian Schlereth auf dem Breitbrunner Strandpad-Parkplatz.
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Bei der Vorstellung des ersten digitalen Parkplatzes am Chiemsee beim Strandbad in Breitbrunn (von links): Dietrich Sailer, der seine Heimatgemeinde mit der Peter Park System GmbH bekannt gemacht hat, und deren Geschäftsführer Maximilian Schlereth auf dem Breitbrunner Strandpad-Parkplatz.

Der erste „Parkplatz 2.0“ wurde in Breitbrunn eröffnet. Das interessierte auch andere Bürgermeister vom Chiemsee, die kamen, um sich das System genauer anzusehen.

Breitbrunn – Parkscheine, Schranken und Parkscheiben könnten ab sofort in der Chiemsee-Region ebenso der Vergangenheit angehören wie der Parkwächter oder die Politesse. Davon konnten sich Bürgermeister aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein sowie private Parkplatzbetreiber beim Strandbad-Platz in Breitbrunn überzeugen: Dort stellte ihnen die Peter Park System GmbH den ersten digital funktionierenden Parkplatz der Region vor.

Dass der Kontakt zwischen Breitbrunn und dem Unternehmen zustande kam, geht auf die Initiative von Anwohner Dietrich Sailer, Geschäftsführer der Münchner Kindl Brauerei, zurück. Er wünschte sich für seine Heimatgemeine ein fortschrittliches Parksystem.

Bezahlt wird per Kennzeichen-Erkennung. Eine Firma übernimmt die Halterermittlung über das Kraftfahrzeug-Bundesamt, wenn eine Zahlung nicht klappt.

Flexibles Bezahlen macht Nutzung leicht

Seit Kurzem läuft die automatische Kennzeichenerkennung in Breitbrunn. Die Parkplatzbesucher werden bei der Ankunft auf Funktion und Folgen des neuen Systems auf Infotafeln hingewiesen, während bei der Einfahrt das Kennzeichen gescannt wird. Damit wird festgehalten, wann der Parkvorgang beginnt. Da es keine Schranken gibt, gibt es auch keinen Rückstau oder einen damit verbundenen Ärger.

Wie Maximilian Schlereth, Geschäftsführer der Peter Park System GmbH den Kommunalpolitikern und Betreibern von öffentlichen und privaten Parkplätzen informierte, sei die Bezahlung des Parkvorgangs hoch flexibel: „Die Tarife können nach Bedarf eingestellt werden. Für manche Nutzer macht oft ein Tagesticket Sinn, wie hier in Breitbrunn. Möglich ist auch, dass bei Stundentarifen nur die tatsächlich geparkte Zeit bezahlt werden muss.“

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Dies wiederum komme der Kundenzufriedenheit zugute. „Die Bezahlung ist in bar am Automaten möglich, mit einer EC- oder Kreditkarte oder über eine App auf dem Handy.“ Bei der Ausfahrt werde nochmals das Kennzeichen gelesen und das System gleiche automatisch den Parkvorgang und die Bezahlung ab, „der Parkplatz kann dann einfach verlassen werden.“ Vor der Ausfahrt werden die Besucher mit einem deutlichen Hinweisschild noch darauf hingewiesen, dass ohne Bezahlung ein Bußgeld aufgrund der vertraglichen Hinweise bei der Einfahrt in Höhe von 35 Euro die Folge ist.

Modell beschert Wirt mehr Umsätze

Für Bürgermeister Anton Baumgartner von der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn, die als Pächter der Parkfläche von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung den Platz zur weiteren Bewirtschaftung an den Strandbad-Pächter weiterverpachtet hat, begrüßt nach den ersten Erfahrungen das digitale Parkplatz-Management-System: „Immer wieder gab es etwas, um das man sich kümmern musste. Für den Gemeinderat ist das jetzt eine bessere Situation, wir überlegen, ob wir nicht weitere Plätze mit diesem Parkraumbewirtschaftungs-System ausstatten“.

Auch Stefan Häusler, seit fast einem Jahr Wirt vom Kiosk und somit nahe an den Kunden, hält das Modell für zukunftsfähig, denn schon nach kurzer Zeit hätten sich die Besucher umgestellt und bei ihm sei sogar eine Umsatzsteigerung eingetreten, erzählte er.

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Vereinfachungen und Erleichterungen könnte das digitale Park-System in Zukunft auch in anderen Gemeinden bringen. So erkundigten sich unter anderem die Bürgermeister Andreas Friedrich aus Prien, Christian Glas aus Eggstätt und Andreas Scheck aus Marquartstein – dort ist bislang das Parken noch frei – über die Möglichkeiten des System-Einsatzes. Dazu erklärte Maximilian Schlereth, dass es für jeden Parkplatz individuelle Lösungen gebe und dass auch bisherige Kassenautomaten bestimmter Hersteller eingebunden werden könnten.

Weitere Dienstleister eingebunden

Die Firma Peter Park System GmbH arbeitet eng mit der Firma Parkster zusammen.

Mit deren App können Autofahrer am Strandbad-Platz ihre Parkscheine kontakt- und bargeldlos am Smartphone lösen. Bei Ankunft am Parkplatz startet der Autofahrer den Parkvorgang in der App, bei Abfahrt beendet er ihn wieder.

So bezahlt er nur die tatsächlich angefallene Parkzeit. Die App ist über eine Schnittstelle mit dem Kennzeichenscanner verbunden. Das System erkennt so automatisch, wenn ein Autofahrer die Parkgebühr mit der App bezahlt hat.

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