Breitbrunn übernimmt Mehrkosten

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Damit die Halle nicht zu hoch über den Boden hinausragt, soll das Untergeschoss einige Meter "eingegraben" werden.

Breitbrunn - Der Bau der Mehrzweckhalle wird teuerer als erwartet. Die Gemeinde Breitbrunn will die Mehrkosten im sechsstelligen Bereich übernehmen.

Der Gemeinderat in Breitbrunn hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die aktuell zu erwartenden Mehrkosten von rund 350.000 Euro beim Bau der Mehrzweckhalle in Breitbrunn zu übernehmen und die nächsten Planungsetappen für das gemeinsame Projekt mit Gstadt einzuleiten.

Vorausgegangen war eine gemeinsame Besprechung mit dem Gemeinderat von Gstadt, in der die Fachplaner die bisherigen Kostenberechnungen vorlegten. Im Ergebnis bleibt Gstadt bei seiner Zusage, eine Million Euro für den Bau zu übernehmen, Breitbrunn hatte sich immer für zwei Millionen verpflichtet und übernimmt nun darüber hinaus gegebenenfalls den Mehrbetrag von 350.000 Euro. Doch muss in den nächsten Planungsphasen detailliert berechnet werden, was der Bau im Einzelnen kosten wird. Deshalb werden bis zum Anfang nächsten Jahres Ausschreibungen mittels Leistungsverzeichnis durchgeführt. Dann schlägt die Stunde der Wahrheit: Kann der Kostenrahmen eingehalten werden?

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Sollte die Gesamtsumme dann das Limit von 3.350.000 Euro ein wenig überschreiten, wird der Bauherr, das extra hierfür gegründete gemeinsame Kommunale Unternehmen (gKU), eine zusätzliche Verhandlungsrunde einschieben müssen: mit den Anbietern und mit den Nutzern. Anders als bei öffentlich-rechtlichen Auftraggebern ist das gKU nicht verpflichtet, das wirtschaftlich günstigste Unternehmen zu beauftragen, sondern kann mit den Firmen noch einmal über die Preisgestaltung verhandeln, schließlich könnten dann auch einheimische Betriebe bevorzugt werden. Aber auch mit den Breitbrunner Vereinen, die später die Halle mit Leben füllen werden, könnte dann verhandelt werden, ob mit Eigenleistungen bei der Fertigstellung der Halle die Gesamtkosten gesenkt werden können. Nur bei den energetischen Standards, denen die Halle entsprechen wird, obwohl sie noch nicht zwingend vorgeschrieben sind, soll nicht zurückgeschraubt werden. So entspricht die neue Halle der Energie-Einsparverordnung 2012 (EnEV 2012), die noch gar nicht in Kraft ist, die sich aber auf Dauer positiv auf die jährlichen Energie- und Unterhaltskosten auswirken wird.

Der Breitbrunner Bürgermeister Hans Thalhauser ist derzeit noch sehr zuversichtlich, dass der jahrelang diskutierte Hallenbau nun doch errichtet werden kann. "Nach jetzigen Preisen schaffen wir es", das hat auch das Architekturbüro Lechner aus Traunstein bestätigt. Aber natürlich kann auch er nicht das Auf und Ab in Konjunktur und Preisentwicklung für das nächste Jahr voraussehen. Da hilft nur Zuversicht.

Auf und Ab hat es in der Diskussion um die Halle in Breitbrunn in den vergangenen vier Jahren allerdings reichlich gegeben. Die Notwendigkeit einer Halle im Prinzip und überhaupt, ihre Größe und Ausstattung, die Kosten und Grundstücksfragen, das alles war lange umstritten. Doch inzwischen scheint sich das Blatt gewendet zu haben, diesen Eindruck hat auch Bürgermeister Thalhauser. Denn die Vereine haben nun kein Domizil mehr, wo sie sich treffen können, auch Räume für Theater- oder Musikveranstaltungen sind bald nicht mehr vorhanden, "da ist Druck von außen entstanden", so dass nun der Gemeinderat einstimmig votieren konnte.

Im nächsten Schritt wird die Kommune auf die Vereine zugehen und ihnen die Hallenpläne vorstellen. Schließlich sind sie die zukünftigen Nutzer - und Mieter. Denn nicht die Gemeinde Breitbrunn oder Gstadt, sondern das gKU als Betrieb gewerblicher Art tritt als Betreiber und Vermieter auf.

Soweit, so gut. Doch was passiert, wenn die Ausschreibungsergebnisse anzeigen, dass die Halle noch mehr kosten wird? Vielleicht 3,5 Millionen Euro? Da hört für Bürgermeister Thalhauser der Spaß auf: "Dann steigen wir aus. Ich lasse am Ende meiner Amtszeit nicht die Gemeinde mit einem Sack Schulden sitzen."

püh/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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