Bruder Matthäus liest Leviten

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Neben den Rottauern bekamen auch die Grassauer und Bernauer Nachbarn ihr Fett ab.

Rottau - Das Nebenzimmer im "Messerschmied" war voll. Und alle lauschten dem "Mönch", der seine Fastenpredigt barfuß hielt und die Rottauer, Grassauer und Bernauer "dableckte".

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

Bruder Matthäus las den Mitbürgern barfuß die Leviten

Beim fünften Rottauer Starkbierfest im Gasthaus "Messerschmied" war das Nebenzimmer randvoll gefüllt und auch in der Gaststube verfolgten noch viele Besucher die Fastenpredigt von Bruder Matthäus, alias Hias Ballauf. Barfuß, wie die Pater in früheren Zeiten unterwegs waren, präsentierte er dem Publikum mit großem schauspielerischen Gespür die kleinen Schandtaten der Rottauer, aber auch über Grassau und Bernau wusste er einiges zu berichten.

Im ersten Teil seiner Predigt ging Pater Matthäus auf die kleine und große Politik ein. Während zwischendurch immer wieder "De zwoa durstigen Drei" mit Ziach, Gitarre und Tuba aufspielten, stellte Bruder Matthäus fest, dass es "bei uns in der Gmoa recht gut hinhaut".

Sein Vergleich der Minister Ramsauer und zu Guttenberg fand großen Anklang. Der "Ramses aus Traunwalchen" stehe "KT" in Sachen Schönheit in nichts nach. Er war schon "Mister Bundestag", als "Germany`s next Topman", der "Guti" aus Neubeuern noch hinter der "Beirer Blechmusi" herlief.

Dann befasste sich Pater Matthäus mit Bürgermeister Rudi Jantke. Er hielt ihm vor, bei der Einweihungsfeier im Reifinger See einen bekannten Grassauer Schreinermeister nicht zum Sekttrinken eingeladen zu haben. Der habe daraufhin in aller Heimlichkeit eine Tür vom Anbau noch einmal ausgebaut. Die gute Presse für das Fernwärmeheizkraftwerk sei euch gegönnt, rief Pater Matthäus, aber wenn dafür das Grassauer Wasser zu schlecht sei und ihr das gute Rottauer Wasser braucht, dann solle wenigstens die Grassauer Feuerwehr den Transport in der Nacht durchführen, dann sehe man sie nicht.

Von der Pisa-Studie meldete Pater Matthäus schlechte Nachrichten. Rottau sei auf den vorletzten Platz zurückgefallen, da der "Rottauer Milchrevoluzzer" beim Aufruf zum "Milchstreick" einen Rechtschreibfehler gemacht habe. Den letzten Platz nehmen die Bernauer ein, sie hatten sogar zwei Fehler.

Unter dem Gelächter der Besucher sprach der Fastenprediger über den Wettbewerb eines Rottauers gegen den Bernauer Bürgermeister Klaus Daiber. Es geht darum, wer öfter in der Zeitung abgebildet ist. Auch die Beschreibung Sirtaki tanzender Mitglieder des Frauen- und Müttervereins gelang dem Prediger bestens. Dass sich der Bau des neuen Radltreffs länger hingezogen habe, kommentierte er, an die drei Rottauer Gemeinderäte gewandt, hinterlistig mit einem Dank für ihre gute Arbeit. Der neuen Pächterin des Dorfladens, der Dritten Bürgermeisterin Christa Summerer, schlug er als Text für ein Werbeschild vor: "Neueröffnung Kramerladen, garantiert keine Apothekerpreise!" Damit bezog sich der Redner auf ihre jetzige Tätigkeit in einer Apotheke. aj

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