Kampf gegen Stechmücken beginnt

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Chiemsee - Voraussichtlich Mitte nächster Woche wird der Kampf gegen eine drohende Mückenplage am "Bayerischen Meer" aufgenommen - mit Hubschrauber und Bti.

Damit der Abwasser- und Umweltverband (AZV) Chiemsee das biologische Mittel Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) vom Hubschrauber aus in Überschwemmungsgebiete rund um den See verteilen darf, müssen Auflagen erfüllt sein.

50 Larven pro Liter in erster Schöpfprobe

Die Wichtigsten: der Pegel in Seebruck muss mindestens bei 1,16 Meter liegen und in Proben muss eine Mindestzahl von Larven der Stechmücken gefunden werden.

Nach den ergiebigen Regenfällen war der maßgebliche Pegel bis gestern weit über die erfdorderliche Marke gestiegen.

Eine erste Probe bei Übersee hatte am Mittwoch weit mehr Larven zutage gefördert als für die Einsatzgenehmigung erforderlich, nämlich 80 pro Liter, berichtete AZV-Geschäftsführer Thomas Weimann im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Heute Vormittag werden Mitarbeiter der gemeindlichen Bauhöfe rund um den See weitere Schöpfproben in den Überschwemmungsgebieten entnehmen und Mückenlarven zählen.

Die Fachleute gehen davon aus, dass spätestens am Mittwoch, möglicherweise schon am Dienstag nächster Woche, der Hubschrauber der Fachfirma vom Oberrhein einfliegt, mit der der AZV seit 2002 zusammenarbeitet.

Im Vorjahr waren vor allem Grabenstätt und Übersee von einer schlimmen Mückenplage heimgesucht worden. Beide Gemeinden grenzen an das Naturschutzgebiet am Mündungsdelta der Tiroler Ache, wo Bti bisher nicht eingesetzt werden darf.

Der AZV hat zwischenzeitlich eigens ein teures Gutachten anfertigen lassen, um eine neue, erweiterte Genehmigung zur Mückenbekämpfung am "Bayerischen Meer" zu bekommen. Sein Ziel: nicht nur in Teilen des Naturschutzgebiets, auch im Areal entlang der Alz soll künftig der Bti-Einsatz erlaubt sein. Die Gemeinde Seeon-Seebruck hatte sich bisher nicht an den Bekämpfungsaktionen beteiligt, weil das Mittel an der Alz nicht verwendet werden darf.

Regierung berät Anfang Juli

Eine Entscheidung über den erweiterten AZV-Antrag, der auch die Option für eine zweite jährliche Mückenbekämpfung eröffnen soll - bisher darf Bti am Chiemsee nur einmal pro Jahr eingesetzt werden - wird für Anfang Juli erwartet.

Sollte der Antrag positiv behandelt werden, muss die Verbandsversammlung noch über die Kosten beraten. Die würden bei einem größeren Einsatzgebiet entsprechend steigen. 2009 hatte die Hubschrauberaktion gut 90.000 Euro gekostet.

db/Chiemgau-Zeitung

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