Bürger mischen mit

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Prien - Priener Bürger suchen und finden neue Radwege, schmieden Bündnisse für Familien und wollen den Verkehr beruhigen.

In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung legte die Verwaltung eine Übersicht vor, an welchen Projekten wie viele Bürger in welcher Form beteiligt sind.

Seit sich im Frühsommer 2008 eine Bürgerrunde zusammengefunden hat, sind aus diesem Kreis heraus zahlreiche Initiativen hervorgegangen. Ende 2008 hatte die Gemeinde der Bürgerrunde im dritten Stock des Rathauses Büroräume zur Verfügung gestellt, eine "fast einmalige Sache", erinnerte Bürgermeister Jürgen Seifert jetzt in der Sitzung.

Im Büro der Bürgerrunde wurden zunächst zweimal, inzwischen noch einmal wöchentlich (donnerstags von 17 bis 19 Uhr) Sprechstunden angeboten, wo die Priener Ideen einbringen, aber auch Probleme ansprechen können. Die Bürgerrunde fungiert als Nahtstelle zu den Referenten des Marktgemeinderats und den Fachbereichen in der Verwaltung.

Ein weiteres Instrument, die Bevölkerung in Entscheidungsprozess einzubeziehen, sind so genannte Bürgerwerkstätten, deren Aufgabengebiet jeweils vom Marktgemeinderat durch Beschluss definiert wird. Die erste widmete sich Ende 2008 der Überplanung des Bahnhofsareals. Sie musste in nur sechs Wochen - länger war wegen der fix terminierten "Bahnhofskonferenz", einer Expertenrunde, nicht Zeit - ihre Vorstellungen formulieren. Sie flossen zu weiten Teilen in die weitere Planung mit ein.

Die zweite Bürgerwerkstatt, ebenfalls noch Ende 2008 auf den Weg gebracht, galt den Planungen zur Neu- und Zusatztrassierung des Chiemsee-Rundwegs vor allem für Radfahrer. Für das Gesamtkonzept unter dem Dach des Abwasser- und Umweltverbandes (AZV) Chiemsee waren alle Anliegergemeinden des Bayerischen Meeres aufgefordert, für ihr Areal mögliche Trassen zu finden.

Die Vorschläge dieser Bürgerwerkstatt seien dann "zu 100 Prozent" vom Marktgemeinderat umgesetzt worden, lobte Bürgermeister Jürgen Seifert nun bei der Vorstellung im Gremium. Es entstand unter anderem eine innerörtliche Alternativroute zum seenahen Uferweg. Erste sichtbare Maßnahme, die verwirklicht wurde, war die Verbreiterung des gemeinsamen Uferwegs für Spaziergänger und Radler zwischen Polizeisteg und Fischhütte Reiter.

Die dritte Bürgerwerkstatt beschäftigt sich seit einigen Monaten mit dem Thema Verkehrsberuhigung. Sie ist mittlerweile in drei thematisch getrennte Arbeitsgruppen aufgeteilt worden - für motorisierten und nicht motorisierten Verkehr sowie "Shared Space" (gemeinsam genutzter Raum).

Neben den Werkstätten bringen sich engagierte Bürger auch in mehreren Arbeitsgruppen (AGs) und -kreisen (AKs) ein. Es gibt eine sechsköpfige AG "Wirtschaft und Tourismus" unter Leitung von Referent Klaus Löhmann, ein "Bündnis für Familie", in dem acht Bürger Projekte und Aktionen zur gegenseitigen familiären Unterstützung schmieden, einen AK "Generationsübergreifendes Wohnen" unter Leitung von Zweiter Bürgermeisterin Renate Hof und eine AG "Bäume in Prien", deren acht Aktive, darunter Umweltreferent Michael Schlosser, derzeit den umfangreichen Baumbestand auf öffentlichem Grund im Ort katalogisieren.

Wesentlich auf die Initiative einer Gruppe aus der Bürgerschaft, in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kneippverein, geht außerdem die Vorbereitung der Jubiläumsfeier anlässlich des 50. Jahrestags der Erhebung Priens zum ersten oberbayerischen Kneippkurort zurück (wir berichteten).

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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