"Bürgermeisterin" für einen Tag

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Der "Kindergemeinderat" im Frasdorfer Rathaussaal mit Christine Domek-Rußwurm (Vierte von links) und Marianne Steindlmüller.

Frasdorf - Bürgermeister sein und in der Gemeinde alles entscheiden zu dürfen - viele Kinder träumen davon. Auch Natalie Will.

Sie hatte jetzt Riesenglück: Die neunjährige Schülerin aus Frasdorf gewann einen Malwettbewerb der Frauen-Union zum Thema "Rund ums Rathaus" und durfte deshalb einen Tag lang Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller begleiten. Zu dem "Bürgermeisterinnentag" gehörte natürlich auch eine Sitzung mit dem "Kindergemeinderat".

Viel zu tun hatte die neunjährige Natalie Will als Frasdorfer Kinderbürgermeisterin. Sie begleitete Marianne Steindlmüller bei allen Terminen und vertrat dabei stets die Interessen der Kinder.

Morgens übten die große und die kleine Bürgermeisterin im neuen Rathaus Steindlmüllers Rede für die bevorstehende Gedenkmesse an der Kampenwand. "Da hab ich Marianne immer gesagt, was sie noch anders machen soll", erzählt Natalie. Später musste ein Geschenk für einen neugeborenen Gemeindebürger besorgt werden. Die Grundschülerin durfte hier bei der Auswahl helfen. Bei einem Termin zur Bauplanbesprechung mit einer Frasdorfer Firma aß die Viertklässlerin Butterbrezen, während "Kollegin" Steindlmüller mit den Geschäftsleuten diskutierte. "Manchmal waren die Gespräche der Erwachsenen schon ein bisschen langweilig", fand die Kinderbürgermeisterin.

Der spannendste Termin war für Natalie aber ein Besuch auf dem Spielplatz neben dem Rathaus. "Wir haben die Sicherheit der Geräte getestet. Hier kann man sich nicht so leicht verletzen", erklärte die kleine Bürgermeisterin bei ihrem ersten Interview im Amtszimmer von Steindlmüller.

Nachwuchsbürgermeisterin Natalie Will mit der richtigen Frasdorfer Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller.

Aber auch die anderen Malwettbewerbteilnehmer gingen nicht leer aus. Nachmittags kamen einige von ihnen ebenfalls ins Rathaus, wo sie eine kleine Führung von der amtierenden Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller erhielten. Sie zeigte den Kindern, dass man den neuen Postkasten bei der Briefwahl auch über eine große Luke an der Unterseite schnell leeren kann.

Danach hielten alle zusammen eine Sitzung des Kindergemeinderats ab. Natalie hatte sich bereits am Vormittag verschiedene Projekte ausgedacht, über die die Versammlung abstimmten sollte. So forderte sie sichere Radwege in ihrem Heimatort und mehr Werbung für die Ferienbetreuung der Gemeinde, die sie selbst gerne nutzt.

Die anderen Kinder, zwischen fünf und zwölf Jahren alt, waren begeistert und stimmten ihren Vorschlägen sofort zu. Im Laufe der Sitzung diskutierten sie mit den beiden Bürgermeisterinnen noch über andere "Kinderthemen" wie das Schwimmbad oder die Schulen in Frasdorf und Wildenwart.

Bevor die kleinen Gemeinderäte wieder von ihren Eltern abgeholt wurden, spendierte Marianne Steindlmüller jedem der Teilnehmer noch ein Eis.

zv.2

Das Urteil der Kinder über die Arbeit als Gemeinderäte und Bürgermeister fiel eindeutig aus: Alle können sich vorstellen, später ein solches Amt zu übernehmen. "Aber nebenbei möchte ich trotzdem als Tierärztin arbeiten", erklärt Kinderbürgermeisterin Natalie Will.

Beim Malwettbewerb der Frauen-Union Frasdorf zur Einweihung des neuen Rathauses war das Mädchen aus Hendenham die klare Siegerin. Zum Thema "Rund ums Rathaus" malten 26 Kinder das neue Frasdorfer Rathaus und die Bürgermeisterin. Die Bilder wurden anschließend ausgehängt und die Frasdorfer Bürger stimmten über den Gewinner ab.

"Natalies Bild hat fast allen am Besten gefallen. Deshalb darf sie einen Tag lang Kinderbürgermeisterin sein", so Christine Domek-Rußwurm, Vorsitzende der Frauen-Union. Sie organisierte den Wettbewerb.

Beate Winterer/Oberbayerisches Volksblatt

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