Überall ein Tuckern und Dröhnen

Aschau - Viele tausend Besucher kamen am Wochenende zum Bulldogtreffen am Freibadgelände in Aschau. Ein Kramer Bulldog, am Ausleger eines 30 Meter Autokranes hängend, wies ihnen schon von weitem den Weg.

Die Bulldogvereine aus der Region waren in aller Herrgottsfrühe vollzählig mit ihren Prachtstücken erschienen. Mittags waren fast 300 Bulldogs und landwirtschaftliche Maschinen da, aber auf allen Straßen, die nach Aschau führen, kamen immer noch weitere Raritäten angerollt. 

Und was waren da alles für Schätzchen mit dabei: die Aschauer hatten mit dem Lanz HL Rohölschlepper mit seinen zwölf Pferdestärken aus dem Jahr 1921 einen der ältesten Traktoren überhaupt. Schwere Traktoren auf Vollgummireifen und schwarzem Eisen waren vertreten, zwei Dreschmaschinen liefen, daneben ein Deutz-Motor Baujahr 1925, alte Motorräder mit und ohne Beiwagen aus den 40er-und 50er-Jahren standen neben den Bulldogs in allen Regenbogenfarben. Rote Porsche und Schlüter, grüne Kramer, Fahr und Deutz, stahlblaue Eicher und dazu rostrote und schmutziggraue Veteranen aus alten Zeiten.

Ein paar rote Porsche und grüne Deutz Traktoren blitzten besser als beim Verlassen der Fabrik vor 50 Jahren, der Besitzer wienerte sie vor dem Abstellen mit dem Staubtuch blitzblank, andere Veteranen sahen dagegen aus, als wären sie gerade noch vor der Schrottpresse gerettet und direkt aufs Bulldogtreffen gebracht worden.

Dann waren da noch die "alte" Dampfmaschine aus dem Jahr 1908, gleich daneben der Kaelble Steinbrecher von 1933, beide Maschinen hat Sebastian Bichler aus Umrathshausen gefunden und mit viel Zeit und Geduld mehr oder weniger aus Schrott und Alteisen restauriert. Unermüdlich beantwortete Bichler die Fragen der Zuschauer zu seinen Prunkstücken, zur Technik und zur Herkunft des Industriedenkmals.

Längst verlorene Kenntnisse über das Anlassen von unwilligen Motoren, das Einstellen der Zündung und den Betrieb mit allen möglichen Betriebsstoffen - außer Diesel - wurden wieder ans Tageslicht gebracht. Überall tuckerte und dröhnte es, es roch nach Diesel, nach Sprit und Motorenöl, vor allem die Kinder konnten nicht genug davon bekommen auf allen möglichen Gefährten zu sitzen und sie zu lenken.

Nebenbei wurde noch getauscht und gehandelt, an allen Ecken versuchten die Sammler neue Schätzchen zu erwerben, Ersatzteile für ihre eisernen Rösser zu bekommen oder einfach noch ein paar Raritäten dazuzubekommen. Vorführungen der alten Bulldogs im Betrieb, der Betrieb einer alten Dreschmaschine und Mitfahrten auf der großen Wiese trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Neben den Bulldogsammlern waren auch die Sammler von amerikanischen Willis-Jeeps, der Cafe-Pauli Wirt mit seinen Kettenkrädern, ein paar chromblitzende Opel-Kapitän, elegante Karmann-Ghias, mehrere Mercedes 170, ein paar Isettas, ein Renault R 4, ein Hansa Loyd und andere Motor- und Technik-Spezialisten am Aschauer Freibad vertreten.

reh/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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