"Burger King" kommt

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Bernau - Die Würfel sind gefallen: Die Kommune hat dem Bau eines "Fast-Food-Restaurants" der Kette "Burger King" nahe der Autobahn München-Salzburg zugestimmt.

Mit 9:8 Stimmen hat der Gemeinderat den Bauantrag von Klaus Satra aus Bad Reichenhall am Donnerstagabend befürwortet. Das Vorhaben wird nun dem Landratsamt zur Genehmigung weitergeleitet.

Der Investor hat nach eigenen Angaben bereits fünf "Burger King"-Filialen aufgebaut. Sein nunmehr sechstes Restaurant errichtet er in Bernau auf einem Grundstück, das an der Theodor-Sanne-Straße in der Nähe der Shell-Tankstelle und der Autobahnausfahrt liegt. Er plant ein eingeschossiges, etwa 23 Meter langes und 14 Meter breites Bauwerk. Im Restaurant finden 70 Gäste Platz, auf der Terrasse unter freiem Himmel noch einmal 40. Der "Burger King" hat 23 Stunden am Tag - von 6 Uhr bis 5 Uhr - offen, zirka 30 Mitarbeiter halten den Betrieb in drei Schichten aufrecht.

"Sobald die Genehmigung vom Landratsamt kommt, legen wir los", sagte Satra gestern auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung. Bereits ein Jahr warte er auf grünes Licht, jetzt wolle er das Bauvorhaben zügig verwirklichen. Sein Ziel: Bereits im Dezember diesen Jahres möchte er das "Fast-Food-Restaurant" eröffnen. Seine Investitionen bezifferte Satra auf rund 1,5 Millionen Euro.

An dem Bauvorhaben schieden sich auch diesmal wieder die Geister im Gemeinderat. Bürgermeister Klaus Daiber sagte, der Bauherr habe sich auf Wunsch der Gemeinde in gestalterischen Fragen "jetzt doch Mühe gegeben" und etwa das Flach- in ein Satteldach umgewandelt. Christian Hügel (CSU) meinte, "glücklich mit der Planung bin ich nach wie vor nicht." Weitere Nachbesserungen in der Gestaltung seien wünschenswert. Ebenso sollte seiner Ansicht nach der Betrieb täglich nicht nur eine, sondern drei bis vier Stunden ruhen. Alles in allem sei der Bau jedoch "vertretbar" in einem Gewerbegebiet.

"Es gibt absolut nichts, was für einen Burger King in unserer Gemeinde spricht", sagte hingegen Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen). Sie sprach von einem "furchtbaren Gewerbebau".

Einmal mehr ganz und gar nicht einverstanden mit dem Bau des "Fast-Food-Restaurants" zeigte sich Philipp Bernhofer (Bernauer Liste). Abgesehen von grundsätzlichen Bedenken gegen das angebotene Essen sagte er, dass Beschwerden der Anlieger nicht lange auf sich warten lassen werden. Schließlich müssten die Anwohner nun mit noch mehr Verkehr auf den Straßen und mit Lärm fast in der ganzen Nacht rechnen.

Georg Bauer (ebenfalls Bernauer Liste) kritisierte unter anderem, dass die Frage der Ausgleichsflächen nach wie vor nicht geklärt sei. Ursprünglich sei einmal die Rede davon gewesen, dass der Bauherr auf diesem Grundstück einen Ausgleich für die Versiegelung schaffen müsse - was jedoch, wie Bürgermeister Klaus Daiber sagte, platzmäßig nicht gehe.

Irene Daiber (CSU) erinnerte an die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde und sagte, dass man dem Bauvorhaben aus "wirtschaftlichen Gründen" zustimmen solle. "Bernau verändert sich. Wir können nicht nur vom Tourismus leben, wir brauchen auch Gewerbesteuer."

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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