Bürgermeisterkandidaten für Chieming

Chieming: Kandidaten stellen sich vor

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Die drei Bürgermeisterkandidaten für Chieming: (v.l.n.r.) Benno Graf, Christian Schindler und Sebastian Heller.

Chieming - Drei Bürgermeister-Kandidaten treten bei der Kommunalwahl am 16. März in Chieming gegeneinander an. Wir haben mit ihnen über ihre Ziele für die Gemeinde gesprochen:

Die Kandidaten:

Benno Graf, FW/UW (amtierend): 57 Jahre, verheiratet, 3 Töchter, 1. Bürgermeister der Gemeinde seit 2002

Christian Schindler, CSU: 43 Jahre, ledig, keine Kinder, Ortsvorsitzender der CSU Chieming seit März 2011

Sebastian Heller, Bündnis 90/Die Grünen: 55 Jahre, verheiratet, 2 erwachsene Kinder, Gemeinderat seit 2008

Was läuft gut in der Gemeinde?

Benno Graf: Die Gemeinde Chieming hat sich trotz hoher Investitionen in verschiedenen Bereichen auch in finanzieller Hinsicht sehr positiv entwickelt. Die Pro-Kopf-Verschuldung wurde in den letzten Jahren fasst um 2/3 verringert. Als einige große Investitionsprojekte möchte ich hier den Um- und Anbau einer Kinderkrippe an das bestehende Gebäude des Haus der Vereine sowie Kindergarten, die Neuschaffung des Schlossplatzes und des Obst- und Bienenlehrpfades, den Kauf des neuen Bauhofgebäudes, Straßen- und Gehwegausbau sowie Breitbandausbau nennen. Unser Ziel in den letzten Jahren war es, mit angemessenen Mitteln und einem entsprechenden Weitblick in die Zukunft, Chieming und seine Ortsteile weiterhin lebens- und liebenswerter zu gestalten sowie die Infrastruktur zu verbessern. Gleichzeitig haben wir unsere Gemeindefinanzen noch mehr stabilisieren und den Schuldenabbau vorantreiben können. In den nächsten Jahren stehen wieder einige große Projekte wie zum Beispiel die Rathaussanierung mit Abbruch und Neubau des Nebengebäudes, Bürgerbefragung zum Thema Ortsumfahrung, Umsetzung des Klimaschutzkonzepts, energetische Sanierung der Grundschule und Mittelschule sowie des Haus der Vereine Chieming mit Kindergarten an. Auch hier wollen wir das Bestmöglichste, in jeder Hinsicht, für die Gemeinde Chieming schaffen.

Christian Schindler: Grundsätzlich finden wir aus meiner Sicht in Chieming eine intakte Gemeinde vor. Wir haben über Jahrzehnte gewachsene Strukturen, sowohl auf Seiten von Handel und Handwerk, als auch ein sehr gut funktionierendes Vereinsleben, in dem sich sehr viele Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren und viel Brauchtums-, Jungend- und Seniorenarbeit geleistet wird. Das Dorf- und Landschaftsbild ist die Visitenkarte unserer Gemeinde und deshalb ist auch Chieming als Tourismusgemeinde sehr begehrt und dies sollte weiter ausgebaut werden. Wir haben in der Gemeinde zahlreiche, sehr erfolgreiche Gewerbebetriebe- und Unternehmen, von deren Gewerbesteueraufkommen die Gemeinde in hohem Maße profitiert. Auch hier wurden in den vergangenen Jahrzehnten die entsprechenden Weichen gestellt. Wir haben also eine solide Basis für die weitere zukünftige Entwicklung der Gemeinde Chieming mit seinen Ortsteilen Hart und Ising.

Sebastian Heller: Die Gemeinde Chieming ist eine der attraktivsten Kommunen im Chiemgau und in Oberbayern. Das Dorfleben ist zum einem geprägt von dörflich traditionellen Strukturen und zum andern vom Zugewinn an Engagement und Interesse für das Gemeinwesen durch viele Neubürger. Da steckt eine große Kraft für eine gute Zukunftsentwicklung drin. Der Einsatz der Gemeindebürger in den Kirchengemeinden, in den Vereinen und Initiativen ist dafür beeindruckender Beweis.

Was läuft falsch in Chieming?

Benno Graf: Es ist schwierig die Frage "Was läuft falsch in der Gemeinde" zu beantworten, da ein Bürgermeister immer wieder vor neuen, schwierigen Aufgaben steht. Ein Spruch der hierzu aber recht gut passt: "Man kann's nicht jedem recht machen!" Somit liegt die Antwort auf die oben genannten Frage im Auge des Betrachters. Ich freue mich jedoch, dass in der Gemeinde Chieming "die Welt noch in Ordnung ist" und hier noch ein gewisses Gemeinschaftsgefühl unter der Bevölkerung herrscht. Für mich wäre es eine Ehre und gleichzeitig eine Herausforderung, die kommenden sechs Jahre als 1. Bürgermeister tätig zu sein und gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Verwaltung für Chieming den "optimalen Weg" zu finden.

Christian Schindler: Chieming steht vor großen Herausforderungen - Verkehr und Infrastruktur, Förderung der Wirtschaft, Demographischer Wandel, Tourismus und nicht zuletzt die sogenannte Energiewende. In all diesen Bereichen müssen jetzt die Weichen gestellt werden für die zukünftige Entwicklung in unserer Gemeinde. Aus meiner Sicht finden wir aber zur Zeit nur Stückwerk und planloses Dahingewurstel vor. Es gibt keinerlei Plan wie wir die Herausforderungen für die Zukunft bewältigen wollen. Chieming braucht wieder einen Bürgermeister, der das Heft in die Hand nimmt, Chef der Gemeinde ist und durch seine Führungspersönlichkeit die Bürgerinnen und Bürger von möglichen notwendigen Maßnahmen, die in Chieming anstehen, überzeugen kann. Die Bürgerinnen und Bürger verstehen durch mangelnde Transparenz in der Gemeindepolitik nicht mehr was und vor allem warum was gemacht wird. Beispiele dazu finden wir aktuell genügend, unter anderem die aus meiner Sicht überdimensionierte Rathaussanierung und deren hohe Kosten. Chieming braucht wieder eine Verwaltung und einen Bürgermeister, der für die Bürger da ist und nicht umgedreht. 

Sebastian Heller: Die Fähigkeiten und das Engagement der Menschen sind noch zu wenig aktiv in die konkrete Gemeindepolitik eingebunden. Es fehlt ein gemeinsam erarbeiteter Zukunftsplan für die Gemeinde. Obwohl sich bei Wahl 2008 Bürgermeister und alle gewählten Parteien und Gruppierungen für die Erarbeitung eines Leitbildes ausgesprochen haben, ist nichts passiert. Der erforderliche Bürgerdialog und Bürgerbeteiligung mit den Menschen zu wichtigen Entscheidungen wird bislang nicht gesucht oder beschränkt sich auf die gesetzlich vorgeschrieben Mindestformen. Eine lebendige Bürgerdemokratie in Form von aktiver Mitwirkung durch die Bürgerschaft geht schmerzlich ab. Gerade bei bedeutenden Themen wie zum Beispiel beim Umgang mit dem Schwerverkehr ist diese unverzichtbar, damit angestrebte Lösungen partei- und interessenübergreifend von der Mehrheit mitgetragen werden. Sollte ich zum Bürgermeister gewählt werden, werde ich meine langjährige Führungs- und Leitungserfahrung dafür einsetzen, um die Menschen zusammen zu holen. Die überparteilichen Losungen heißen: "Begeistern statt Frustrieren!", "Einbinden statt ausgrenzen!" und "Versöhnen statt Spalten!" Denn die Erfahrung zeigt: "Nur mit´ m Red´ n kemman d´ Leut z´ samm!" Für die Ansiedlung und Weiterentwicklung von Handwerksbetrieben und dorf- und seeverträgliche Unternehmen fehlen geeignete Gewerbeflächen. Auch hier gilt erforderliche Schritte im Einklang von Ökonomie und Ökologie.

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