Stichwahl in Chieming

Benno Graf setzt sich durch

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Der Herausforderer gegen den amtierenden 1. Bürgermeister (von links): Sebastian Heller (Grüne) gegen Benno Graf (ÜWG) standen sich in der Stichwahl am 30. März gegenüber.
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Chieming - Mit nur 118 Stimmen Vorsprung setzte sich Benno Graf von den Unabhängigen Wählern gegen seinen Kontrahenten Sebastian Heller aus dem grünen Lager durch.

Es war bereits im ersten Wahlgang am 16. März ein packender Wahlsonntag. Am Ende musste sich CSU-Kandidat Christian Schindler knapp geschlagen geben und so geht Sebastian Heller (Grüne) in die Stichwahl gegen den amtierenden 1. Bürgermeister Benno Graf (ÜWG).

Wir haben die Kandidaten kurz vor dem Wahlgang gefragt, was sie voneinander unterscheidet und wie sie ihre Chancen einschätzen. Im Interview wird deutlich, dass die Stimmung angespannt ist. Besonders Herausforderer Heller nutzt dieses letztes Interview vor der Wahl, um gegen Amtsinhaber Graf zu schießen.

Die Bürgermeister-Kandidaten vor der Stichwahl:

1. Die Stichwahl ist eine Persönlichkeitswahl: Wo sehen Sie hier Unterschiede zwischen Ihnen und Ihrem Gegenkandidaten? 

Benno Graf (ÜWG): Seit 1996 bin ich ehrenamtlicher Gemeinderat und seit 2008 Kreisrat. Als gebürtiger Stötthamer kenne ich die Gemeinde Chieming mit all ihren Problemen und Vorzügen. Die Unterschiede zwischen Herrn Heller und mir liegen darin, dass ich in den letzten 12 Jahren als Bürgermeister sehr wichtige Erfahrungen sammeln konnte. Außerdem habe ich die zwei Legislaturperioden genutzt um umfassende Einblicke in die Aufgaben der Gemeindeverwaltung und die vielfältigen Probleme und Herausforderungen, die sich einer Gemeinde tagtäglich stellen, zu gewinnen. Auch versuche ich durch meinen kooperativ-demokratischen Führungsstil die Gemeinde mit ihren Bürgern zu einen und nicht zu spalten. Mittlerweile ist auch die Zusammenarbeit mit fasst allen Gruppierungen im Gemeinderat hervorragend.

Sebastian Heller (Grüne): Ich habe mir in langen Jahren meiner Leitungstätigkeit in gemeinnützigen Sozialeinrichtungen fundierte Leitungs- und Führungskompetenz erworben. Am deutlichsten unterscheide ich mich von Benno Graf wohl im Führungsstil. Vor wichtigen und weitreichenden Entscheidungen suche ich immer erst das direkte und umfassende Gespräch mit Betroffenen und Beteiligten. Auch bei der Bürgerbeteiligung werde ich, im Gegensatz zur jetzigen Praxis, deutlich über die gesetzlichen Notwendigkeiten hinaus, die Menschen aktiv in die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung mit einbinden. Dazu gehören Formen, die bislang in der Gemeinde Chieming noch nicht praktiziert werden, wie regelmäßige Bürgermeistersprechstunden, sowie zu bedeutenden Themen wie demographischer Wandel und kommunales Energie- und Klimaschutzkonzept Bürgerkonferenzen und Bürgerwerkstätten.

2. Wo sehen Sie inhaltliche Differenzen bzgl. Ihrer politischen Ziele für die Gemeinde?

Graf: Mein Demokratieverständnis besteht darin, dass Mehrheiten im Gemeinderat anerkannt und umgesetzt werden. Kein Verständnis habe ich, wenn Mehrheitsentscheidungen ausgehöhlt und nicht akzeptiert werden und durch Stimmungsmache die Gesellschaft gespaltet wird. Ebenso bin ich kein Ideologe und nicht an Parteiweisungen gebunden, da ich parteiunabhängig handle. Damit versuche ich das Beste für die Gemeinde zu erreichen. Hierzu gehören auch schwierige Entscheidungen zu treffen und Problemen nicht aus dem Weg zu gehen. Chieming wurde in den letzten Jahren auf solide finanzielle Basis gestellt, diesen Weg würde ich gerne fortsetzen.

Heller: Im Gegensatz zu Benno Graf strebe ich ein verbindliches Leitbild für die Gemeinde Chieming an, das mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet wird. Damit hätten wir für zukünftige Entscheidungen endlich einen klaren Orientierungsrahmen. Zur Schaffung des neuen Lebensmittelmarktes möchte ich das vorliegende Konzept sowohl bei Größe, baulicher Ausführung, verkehrlicher Anbindung einschließlich ungenügender Parkplatzsituation so überarbeiten, dass es für das Ortsbild und die umliegenden Nachbarn verträglich ist. Um das Problem mit dem Durchgangsverkehr in den Griff zu bekommen, erachte ich gegenüber einer Ortsumfahrung vor allem die Verkehrsberuhigung und -lenkung als weitaus schnellere Lösung, die zudem ohne gemeindlichen Kostenaufwand in Millionenhöhe auskommt.

3. Wie bewerten Sie Ihre Chancen nach der Wahl am 16. März? Hoffen Sie auf Unterstützung von anderen Listen/Parteien?

Graf: Die Wahlergebnisse vom 16. März haben schon gezeigt, dass nun Alles möglich ist. Ich bitte nun alle Stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Chieming, dass Sie sich an der Stichwahl am 30. März beteiligen. Nur wenn möglichst viele Wählerinnen und Wähler zu Abstimmung gehen, ist eine richtige demokratische Entscheidung möglich. In den letzten Tagen habe ich sehr viel Zuspruch von den verschiedensten Personen bekommen. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn sich dies am Wahlsonntag bestätigen würde und ich weiterhin die Geschicke der Gemeinde Chieming leiten dürfte.

Heller: Sehr viele Bürgerinnen und Bürger beklagen die bislang mangelnde Bürgernähe und die unzureichende Transparenz. Daher erhoffe ich mir auch von all den Wählerinnen und Wählern der anderen Listen/Parteien breite Unterstützung, die einen neuen Führungsstil einfordern, der deutlich mehr auf die Menschen zugeht. Die vielen ermutigenden Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger machen mich zuversichtlich, dass ich bei der Stichwahl gerade wegen meines Führungsstils die notwendige Mehrheit erzielen kann.

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