Mehr als 120 Feuerwehrler bei Übung in Chieming

Kind beim Spielen verschüttet und schwerer Forstunfall

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Chieming - 13 Feuerwehren mit mehr als 120 Floriansjüngern, dazu Einheiten des Technischen Hilfswerks (THW), die Polizei, eine Schmink- und Darstellergruppe der Malteser und sechs realistisch nachgestellte Einsatzszenarien, die von den Wehren gemeistert und abgearbeitet werden mussten:

Das war kurz zusammengefasst der Übungstag im Inspektionsbereich Traunstein Land 5:

Erstmals initiierte Martin Schupfner, Kreisbrandinspektor und zuständig für die Wehren der Stadt Traunstein, Traunreut und der umliegenden Gemeinden einen derartigen Übungsnachmittag. 

Teilnehmer waren die Feuerwehren Chieming, Hart, Haslach, Ising, Kammer, Matzing, Nußdorf, Stein, Surberg, Traunreut, Traunstein und Wolkersdorf, dazu die Werkfeuerwehr Bosch-Siemens Traunreut und die THW-Ortsverbände Traunstein und Traunreut. Mit dabei auch Verletztendarsteller der Gruppe für Realistische Unfalldarstellung (RUD) der Malteser Traunstein und Übungsbeobachter, die kritisch beäugten, wie die schwierigen Notfallsituationen bewältigt wurden

An sechs verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet Chieming forderten täuschend echt aussehende Verletzungen und die schauspielerische Leistung der Verletztendarstellung die Rettungskräfte heraus. Obwohl die Feuerwehrler wussten, dass alles nur nachgestellt ist, schlug der Puls der Retter beim Eintreffen an den Unfallstellen und beim ersten Anblick der Verletzten schneller. 

In Szene gesetzt wurde ein Zusammenstoß eines Motorradfahrers mit einem Pkw, bei dem der Biker schwer verletzt wurde. Die Feuerwehr-Helfer mussten zeigen, dass sie Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen und die Erstversorgung sicherstellen bis der Rettungsdienst eintrifft. 

In einem Gewerbebetrieb bei Hörpolding wurde eine bewusstlose Person gefunden und daneben ein Kanister aus dem Ethanol auslief. "Gefahrgut-Unfall" war das Stichwort für die Feuerwehr. Die Gefahr durch die auslaufende Flüssigkeit musste gebannt und die bewusstlose Person gerettet werden. 

Anderorts hatte sich ein Forstarbeiter mit einer Motorsäge schwer am Bein verletzt, zudem wurde er unter einem Baumstamm eingeklemmt. Die Floriansjünger mussten den Mann zusammen mit den THW-Helfern befreien, die schwere Verletzung erstversorgen und den Verunglückten aus unwegsamem Gelände zum Landeplatz eines Rettungshubschraubers bringen. 

Anspruchsvoll auch ein Unfall in einer Partyhütte. Der nicht ziehende Kamin führte bei jungen Leuten, die in der Hütte übernachteten zu einer Kohlenmonoxidvergiftung. Atemschutzträger der Feuerwehr mussten die Personen aus dem Gefahrenbereich retten und Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Doch zuerst musste sie in die Holzhütte gelangen, sie war von innen versperrt. 

Die Kenntnisse in der Erstversorgung von Verletzten mussten die Feuerwerker besonders häufig unter Beweis stellen, so auch beim Brand eines Absetzcontainers auf einem Firmengelände. Der Besitzer hatte sich bei Löschversuchen schwere Brandverletzungen zugezogen, ein Arbeiter wurde bewusstlos vorgefunden, weil er Brandrauch eingeatmet hatte. 

Besonders spektakulär dargestellt war ein Unfall in einem Kieswerk. Ein Kind wurde beim Spielen verschüttet, nur die Füße ragten aus einem großen Kieshaufen. Das Kind musste schnellstmöglich ausgegraben und zudem die unter Schock stehende Mutter beruhigt und betreut werden.

Bei den verschiedenen Notfallsituationen waren routiniertes, ruhiges Arbeiten, die koordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsdienste, Improvisationsgabe, das Erkennen von Gefahren und die notwendige Eigensicherung der Helferinnen und Helfer die Punkte, die von den Übungsbeobachtern vorrangig bewertet wurden. 

Koordiniert wurde der Übungstag von einer Übungsleitstelle, eingerichtet in einem Einsatzleitfahrzeug des Technischen Hilfswerks. Von einem Bereitstellungsraum aus, der am Gerätehaus der Feuerwehr Hart eingerichtet war, wurden die Einheiten zu den Einsätzen beordert. Kreisbrandrat Christof Grundner und Kreisbrandinspektor Martin Schupfner zogen am Ende eine positive Bilanz der gezeigten Leistungen, auch wenn teilweise kleine Fehler gemacht wurdenDoch genau dafür seien die Übungstage da, dass Defizite erkannt, besprochen und beseitigt werden. Generell aber hätten alle Teilnehmer gezeigt, dass sie gut ausgebildet sind und schnell und effektiv Hilfe leisten, wo immer sie gebraucht werden. 

"Mit dem Übungstag sollen handwerkliche Probleme erkannt und für die Zukunft beseitigt werden", so das Ziel des Kreisbrandinspektors. Seine Freizeit für einen langen und anstrengenden Übungstag zu verwenden, verdiene Respekt und Anerkennung, betonte Chiemings Bürgermeister Benno Graf und würdigte die engagierte Mitwirkung aller Übungsteilnehmer. Dem schlossen sich auch die Bürgermeister Klaus Ritter, Hans Gnadl und Josef Wimmer an, die ihre Feuerwehren bei den Übungen beobachteten. 

Nach vier Stunden konzentriertem Üben bedankte sich die Gemeinde Chieming mit einer stärkenden Brotzeit bei den Teilnehmern.

Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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