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Teil 3 der vierteiligen Reportage

Technischer K.O. nach der ersten Runde: Das tragische Ende des WM-Traums am Großglockner

Ein technischer Defekt machte einen Start bei der WM-Fahrt am Samstag für mich unmöglich, ein schöner Tag war es aber dennoch.
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Ein technischer Defekt machte einen Start bei der WM-Fahrt am Samstag für mich unmöglich, ein schöner Tag war es aber dennoch.
  • Sebastian Aicher
    VonSebastian Aicher
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Mit einem alten Bulldog von Chieming an den Großglockner mit dem Ziel, bei der Oldtimer-Traktor-WM zu starten: OVB24-Volontär Sebastian Aicher hat im September eine besondere Reise auf sich genommen. In seiner vierteiligen Reportage berichtet er von seiner Fahrt, den gewonnenen Erfahrungen sowie besonderen Persönlichkeiten, die so eine Weltmeisterschaft prägen.

Chieming/Fusch an der Großglocknerstraße – Am Samstag (18. September) stand der eigentliche Höhepunkt der Oldimter-Traktor-WM am Großglockner auf dem Programm: Die Wertungsfahrt auf der für den restlichen Verkehr gesperrten Großglockner-Hochalpenstraße. Für mich musste dieses Highlight allerdings ausfallen, nachdem mein Steyr T180 den Dienst quittierte.

Bei der Rückkehr von einer kleineren Ausfahrt am Freitagabend fielen mir unangenehme Geräusche aus dem Motorraum von meinem Oldtimer auf. Bei einer ersten Nachsicht zeigte sich eine „eiernde“ Riemenscheibe an der Wasserpumpe, weshalb das Lüfterrad bereits gegen das Kühlerblech knallte. Ich stellte den Traktor ab und hatte die Hoffnung, dass sich eventuell nur die Schrauben der Riemenscheibe gelockert haben und es mit ein paar wenigen Handgriffen getan gewesen wäre. Doch es sollte schlimmer kommen

Technischer Defekt macht Start bei Wertungsfahrt unmöglich

Die Schrauben an der Vorderseite waren alle fest, wackelte man jedoch am Lüfterrad, sah man, wie sich die komplette Welle der Wasserpumpe um rund fünf Millimeter bewegen ließ. Auch einige Metallspäne waren im Bereich der Wasserpumpe bereits sichtbar, schnell wurde klar: Das war‘s für mich und meinen Steyr an diesem Wochenende. Bei den Boxern würde man sagen: Technischer K.O. nach der ersten Runde.

Die Pumpe funktionierte zwar noch und war dicht, eine Fahrt auf den Großglockner war unter diesen Umständen dennoch keinesfalls möglich. Zu groß wäre die Gefahr von weiteren, teuren Schäden an Kühler oder Motor gewesen. So stand ich da auf dem Parkplatz meiner Unterkunft vor der geöffneten Motorhaube und starrte auf das Übel. Schnell bemerkten auch andere Traktor-Fahrer rund herum, dass aufgrund der offenen Haube wohl ein Problem aufgetreten ist und erkundigten sich, ob sie helfen könnten. Helfen konnte allerdings nur eine neue Wasserpumpe.

Riesige Hilfsbereitschaft von anderen Oldtimer-Besitzern

Schnell sprach sich der Ausfall herum und schon bald klingelte mein Telefon. Zuerst meldete sich ein Freund aus der Heimat, genauer gesagt aus Marquartstein, der von dem Problem gehört hatte. Er bot an, passende Lager für die Welle der Wasserpumpe herauszusuchen und sie mir noch am Freitagabend an den Großglockner zu bringen. Kurze Zeit später meldete sich ein Oldtimer-Besitzer aus dem rund 30 Kilometer entfernten Leogang telefonisch bei mir. Auch er hätte von der defekten Wasserpumpe erfahren. Er hätte eine gebrauchte, aber intakte Pumpe herumliegen und ich könne jederzeit den Traktor verladen und zu ihm bringen, er würde mir die gebrauchte Pumpe überlassen und beim Einbau behilflich sein.

Fotos von der Oldtimer-Traktor-WM 2021 am Großglockner

Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM.
Nach einem technischen Defekt an meinem Traktor war ich am Samstag zum Zuschauen verdammt. Dennoch war es ein toller Tag bei der Oldtimer-Traktor-WM. © aic

Die Hilfsbereitschaft riss auch weiterhin nicht ab: Keine zehn Minuten später bekam ich erneut einen Anruf – diesmal von einer Gruppe, die mit 13 Traktoren an den Großglockner gereist sind. Sie hatten ihr Quartier nur rund fünf Kilometer von mir entfernt und hatten zufällig genau diese Wasserpumpe als Neuteil samt Dichtungssatz im Gepäck. „Die Pumpe kannst du dir jederzeit holen und einbauen“, sagte der mir bis dahin völlig unbekannte Oldtimer-Fahrer am Telefon.

Keinen Nerv für eine Outdoor-Nachtschicht auf dem Hotelparkplatz

Eine Hilfsbereitschaft, wie ich sie bislang noch nicht erfahren habe. In diesem Zug möchte ich mich auch nochmals ausdrücklich bei allen bedanken, die versucht haben, das Problem irgendwie zu lösen. Das Ende vom Lied allerdings: Es war inzwischen bereits nach 20 Uhr, stockfinster und ordentlich kalt draußen. Daher hatte ich keinen Nerv für eine Outdoor-Nachtschicht, um bei völliger Dunkelheit auf dem Hotelparkplatz eine Wasserpumpe zu tauschen. Für mich war also damit das Abenteuer Traktor-WM vorzeitig beendet.

Natürlich war ich geknickt und enttäuscht, keine Frage. Schließlich hat man sich auf das Wochenende schon lange zuvor gefreut, viel organisiert und vorbereitet, alles für die Katz. Aber es gibt eben Zufälle, die kann man nicht beeinflussen. Und eine Wasserpumpe darf nach 73 Jahren nunmal ihren Dienst quittieren, so ist das eben bei diesen alten Fahrzeugen.

Zum Zuschauen verdammt

Also war ich den Samstag über zum Zuschauen verdammt. Das Bilderbuch-Wetter mit strahlendem Sonnenschein und bereits angenehmen 13 Grad am frühen Morgen haben es jedoch nicht gerade einfacher gemacht. Etwas bedröppelt stand ich letztlich an der Mautstation Ferleiten und schaute den knapp 500 anderen Teilnehmern zu, wie sie sich nach und nach auf ihr Abenteuer begaben. Zu gerne wäre ich auch mitgefahren, aber es hat eben nicht sollen sein.

Im 15-Sekunden-Takt wurden die Traktoren auf die Reise geschickt, der Großteil hatte Freunde und Familie auf den Beifahrersitzen, andere waren sogar mit Anhänger unterwegs, um die ganzen Mitfahrer befördern zu können. Jeder mit einer individuellen Zeit im Gepäck, die er bis zum Ziel benötigen darf. Es geht also keinesfalls um die schnellste Zeit, sondern je nach Fahrzeugdaten wie Baujahr und Höchstgeschwindigkeit, bekommt jeder Fahrer seine eigenen Vorgaben, um Chancengleichheit für alle garantieren zu können. Wer bei der Fahrt bis zum Fuschertörl diese Zeit am nächsten erreicht, wird zum Weltmeister gekürt.

WM-Titel geht trotzdem in den Chiemgau

Ich hatte mir das Ziel gesetzt, den WM-Titel in den Chiemgau zu holen, was aufgrund der technischen Gegebenheiten nicht geklappt hat. Dafür hat ein anderer Teilnehmer den Pokal in den Chiemgau geholt – genauer gesagt nach Altenmarkt. Ernst Feichtner gewann die Goldmedaille und krönte sich zum neuen Weltmeister. Im Exklusiv-Interview mit chiemgau24.de direkt nach der Siegerehrung sprach der 56-Jährige über seine Probleme vor dem Start sowie über sein Erfolgsgeheimnis und seine Pläne für das nächste Jahr.

Meine Pläne für das nächste Jahr stehen jedenfalls schon: Ich will es wieder versuchen und endlich den Großglockner bezwingen! Ob es dann wieder mit dem Steyr T180 zur WM gehen wird, oder doch mit einem anderen Traktor, das steht aktuell noch in den Sternen. Doch bevor ich an die nächste WM denke, muss erst noch diese Weltmeisterschaft abgeschlossen werden – wenn auch als Zuschauer. So geht es am Sonntag für einen gemütlichen Ausklang noch auf einen kleinen Bergbauernhof, wo sich einige Teilnehmer nochmals treffen und das Wochenende Revue passieren lassen.

Die bisherigen Teile der Reportage in der Übersicht:

Teil 1: Der Berg ruft: Chieminger tuckert mit altem Bulldog auf den Großglockner und will „Weltmeister“ werden

Teil 2: Wander-Tipp 2.0: Mit dem Oldtimer-Traktor auf 1188 Meter Höhe nach Bad Fusch

Teil 3: Technischer K.O. nach der ersten Runde: Das tragische Ende des WM-Traums am Großglockner

aic

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