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Teil 4 der vierteiligen Reportage

„Hätte ich doch bloß…“: Getrübte Stimmung bei Abreise von Traktor-WM

Vier aufregende Tage bei der Oldtimer-Traktor-WM liegen hinter mir. Bei der Abreise vom Großglockner waren viele beeindruckende Gespanne von Teilnehmern zu sehen – da wirkte mein Gespann im Vergleich wie ein Spielzeugmodell.
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Vier aufregende Tage bei der Oldtimer-Traktor-WM liegen hinter mir. Bei der Abreise vom Großglockner waren viele beeindruckende Gespanne von Teilnehmern zu sehen – da wirkte mein Gespann im Vergleich wie ein Spielzeugmodell.
  • Sebastian Aicher
    VonSebastian Aicher
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Mit einem alten Bulldog von Chieming an den Großglockner mit dem Ziel, bei der Oldtimer-Traktor-WM zu starten: OVB24-Volontär Sebastian Aicher hat im September eine besondere Reise auf sich genommen. In seiner vierteiligen Reportage berichtet er von seiner Fahrt, den gewonnenen Erfahrungen sowie besonderen Persönlichkeiten, die so eine Weltmeisterschaft prägen.

Chieming/Bruck an der Großglocknerstraße – Es waren vier unglaublich aufregende Tage für mich bei der 19. Oldtimer-Traktor-WM am Großglockner. Gleichzeitig waren es auch vier Tage voller Höhen und Tiefen – angefangen mit heftigem Regen am Donnerstag gefolgt von herrlichem Spätsommerwetter am Freitag, Samstag und Sonntag. Eine Ausfahrt am Freitagmittag endete schließlich im technischen Desaster und dem „technischen K.O.“ für das restliche Wochenende.

Am Sonntag (19. September) fand die diesjährige WM einen gelungenen Ausklang mit einem gemütlichen Beisammensitzen auf einem kleinen Bergbauernhof in der Nähe von Bruck. Auch wenn viele Teilnehmer bereits ihre Fahrzeuge verladen und sich auf den teils über 1000 Kilometer langen Heimweg gemacht hatten, ließen noch einige Oldtimer-Besitzer gemeinsam das vergangene Wochenende Revue passieren.

„Hätte ich doch bloß…“

Auch ich ließ die vergangenen Tage nochmals auf mich wirken und dachte mir immer wieder: „Hätte ich doch bloß die defekte Wasserpumpe noch am Freitagabend repariert.“ Eigentlich ging ich fest davon aus, einfach im nächsten Jahr einen erneuten Anlauf bei der Traktor-WM zu starten, doch wird es ein nächstes Jahr überhaupt noch geben? Während die Veranstalter bei der Siegerehrung am Samstagnachmittag noch große Töne spuckten und ankündigten, „etwas ganz Besonderes“ zum 20. Jubiläum auf die Beine stellen zu wollen, zeigte ein Zeitungsbericht der Salzburger Nachrichten am Wochenende ein anderes Bild.

Offenbar steht die Veranstaltung nämlich kurz vor dem Aus. Ein „nächstes Mal“ könnte es also unter Umständen schon nicht mehr geben. Laut Informationen des Blatts soll die zuständige Bezirkshauptmannschaft Zell am See die Veranstaltung im nächsten Jahr nicht mehr genehmigen wollen. Bereits in diesem Jahr habe die Weltmeisterschaft auf der Kippe gestanden, eine Genehmigung sei nur erteilt worden, da der Großteil der Teilnehmer bereits entsprechende Unterkünfte gebucht hätten. Einer der Hauptgründe für die Verweigerung der Genehmigung sei offenbar der Umweltschutz.

Bedenken verständlich, aber:

Natürlich kann ich entsprechende Bedenken verstehen, immerhin halten die alten Traktoren keine modernen Abgaswerte ein. Andererseits dürfte der Schadstoffausstoß an diesem Wochenende durch die Traktoren nur ein winziges Tröpfchen auf dem heißen Stein sein. Denn müsste dann nicht allgemein die Auffahrten auf den Großglockner begrenzt werden? Tagtäglich heizen Hunderte Fahrer von Sportwagen in den Sommermonaten über die Hochalpenstraße, machen dann wirklich die 500 alten Traktoren an einem Wochenende im Jahr „das Kraut fett“, wie man in Bayern so schön sagt? Ich finde: Nein! Aber es liegt nicht in meinem Ermessen, mich hier in eine Entscheidung einzumischen.

Die Veranstalter planen noch im Herbst diesen Jahres ein klärendes Gespräch mit den zuständigen Verantwortlichen der Behörde, um einen möglichen Kompromiss zu finden. Für die ortsansässigen Pensionen, Wirtschaften und Hotels wäre das Aus der Traktor-WM ein herber Schlag. „Für uns ist das natürlich nochmal ein geschenktes Wochenende“, sagte beispielsweise die Vermieterin meines Zimmers mit Hinblick auf die Traktor-WM. Immerhin seien sämtliche Gästezimmer der Region rund um den Großglockner an diesem Wochenende in der Nachsaison noch einmal restlos ausgebucht – und das unabhängig der Witterung.

Getrübte Stimmung bei Abreise

So verließ ich letztlich die Traktor-WM mit einer etwas getrübten Stimmung. Eventuell ließ ich die letzte Chance auf eine Wertungsfahrt auf den Großglockner verstreichen, indem ich die defekte Wasserpumpe eben doch nicht mehr gleich am selben Tag noch repariert habe. Ich hoffe natürlich, dass sich Veranstalter und Behörden auf eine Lösung einigen können, bis dahin bleibt ohnehin nur eins: Abwarten und Tee trinken.

Abschließend gilt es für mich noch, einige Dankesworte loszuwerden. Zu allererst möchte ich mich auf diesem Weg bei meinem Vater bedanken, der mich auf meinem Abenteuer Traktor-WM begleitet hat. Seit 2008 fahren wir jährlich als Zuschauer gemeinsam an den Großglockner, es ist jedes Jahr wieder ein unvergessliches Erlebnis. Weiterhin gilt mein Dank einem Freund und Arbeitskollegen, der mir sein Auto als Zugfahrzeug zur Verfügung gestellt und so die Reise letztlich erst ermöglicht hat.

Natürlich möchte ich mich auch nochmals bei allen Oldtimer-Freunden bedanken, die mir nach dem Defekt der Wasserpumpe meines Steyr ihre Hilfe angeboten haben. Last but not least haben aber auch die Veranstalter ein großes Dankeschön verdient, die sich jedes Jahr aufs Neue um einen reibungslosen Ablauf und ein hervorragendes Rahmenprogramm kümmern. Ich würde mich freuen, wenn wir uns auch nächstes Jahr alle wieder am Großglockner zur dann 20. Oldtimer-Traktor-WM sehen würden.

Alle Teile der Reportage in der Übersicht:

Teil 1: Der Berg ruft: Chieminger tuckert mit altem Bulldog auf den Großglockner und will „Weltmeister“ werden

Teil 2: Wander-Tipp 2.0: Mit dem Oldtimer-Traktor auf 1188 Meter Höhe nach Bad Fusch

Teil 3: Technischer K.O. nach der ersten Runde: Das tragische Ende des WM-Traums am Großglockner

Teil 4: „Hätte ich doch bloß…“: Getrübte Stimmung bei Abreise von Traktor-WM

aic

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