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Teil 2 der vierteiligen Reportage

Wander-Tipp 2.0: Mit dem Oldtimer-Traktor auf 1188 Meter Höhe nach Bad Fusch

Am Freitag ging es mit dem Traktor nach Bad Fusch – eine erste Generalprobe für die Fahrt auf den Großglockner am Samstag. Belohnt wurde die Fahrt mit atemberaubenden Ausblicken.
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Am Freitag ging es mit dem Traktor nach Bad Fusch – eine erste Generalprobe für die Wertungsfahrt auf den Großglockner am Samstag. Belohnt wurde der Kurztrip mit atemberaubenden Ausblicken.
  • Sebastian Aicher
    VonSebastian Aicher
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Mit einem alten Bulldog von Chieming an den Großglockner mit dem Ziel, bei der Oldtimer-Traktor-WM zu starten: OVB24-Volontär Sebastian Aicher hat im September eine besondere Reise auf sich genommen. In seiner vierteiligen Reportage berichtet er von seiner Fahrt, den gewonnenen Erfahrungen sowie besonderen Persönlichkeiten, die so eine Weltmeisterschaft prägen.

Chieming/Fusch an der Großglocknerstraße – Nach einem sehr verregneten Donnerstag traute ich meinen Augen kaum, als am Freitagmorgen (17. September) nach dem Aufstehen ein winziges Fleckchen blauer Himmel zu erkennen war. Auch der Wetterbericht klang verheißungsvoll: Null Prozent Regenwahrscheinlichkeit, am Vormittag noch bewölkt, aber ab dem Mittag soll sich wohl auch die Sonne zeigen. Also rein in die Klamotten, ab zum Frühstück und dann raus an die frische Luft!

Auf unseren OVB24-Portalen haben wir über die Sommermonate unseren wöchentlichen Wander-Tipp. Ich selbst bin absolut kein Wanderfreund, aber ich dachte mir, ich könnte mich auch mal an einem derartigen Wander-Tipp versuchen, nur auf eine etwas andere Art und Weise.

Bergfahrt auf über 1188 Meter über dem Meeresspiegel

Unser heutiges Ziel befindet sich auf 1188 Metern über dem Meeresspiegel. Los geht‘s mitten im Zentrum von Fusch an der Großglocknerstraße, genauer gesagt direkt vor der Haustür meines Hotels. Statt die Wanderschuhe zu schnüren und den Rucksack zu packen, heißt es für mich: Ölstand prüfen, vorglühen – Putt, Putt, Putt!

Von der Hauptstraße abgefahren geht es zuerst über eine kleine Holzbrücke, ehe es auch schon ordentlich bergauf geht. Zuerst noch über eine zwar schmale, aber immerhin geteerte und halbwegs ebene Straße. Nach etwa einem Kilometer ändert sich das aber schlagartig, als die Asphaltdecke abrupt aufhört und eine von Kratern übersäte Schotterstraße für die restlichen drei Kilometer bis nach Bad Fusch der ständige Begleiter ist.

Atemberaubende Ausblicke

Belohnt wird man aber während der holprigen Fahrt durch atemberaubende Ausblicke. Egal ob vor einem kleinen Wasserfall, mit Blick auf das Tal und die komplette Ortschaft Fusch, oder mit der Sicht auf den Großglockner: Dieser Weg ist eine echte Bilderbuch-Kulisse für Fotos.

Fotos von dem Kurztrip nach Bad Fusch mit atemberaubenden Ausblicken

Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners.
Fotos vom Kurztrip nach Bad Fusch am Fuße des Großglockners. © aic

Das absolute Highlight wartet dann aber nicht wie bei vielen anderen Bergwanderungen am Gipfel, sondern deutlich unterhalb von eben jenem höchsten Punkt. Der ehemalige Höhenkurort Bad Fusch war bereits im 15. Jahrhundert für seine heilende Wirkung bekannt. Ende des 19. Jahrhunderts kamen nach Angaben von Einheimischen jährlich bis zu 500 Gäste aus dem In- und Ausland nach Bad Fusch. Zu genau dieser Zeit erlebte der Kurort auch seine Blütezeit, ehe er kurz nach dem Ersten Weltkrieg stark an Bedeutung verlor, unter anderem aufgrund seiner Abgeschiedenheit.

Kurort soll revitalisiert werden

Heute versuchen Besitzer, Gemeinde und der örtliche Tourismusverband, den Kurort wieder zu beleben und die teils verfallenen Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. Die Kirche „St. Wolfgang“ sowie die Kapelle zum Heiligen Sebastian mit der angrenzenden Fürstenquelle – einer von elf Quellen in Bad Fusch – sind für die Besucher frei zugänglich. Lediglich das ehemalige Sanatorium kann ausschließlich von außen betrachtet werden. Das riesige, imposante und teilweise verfallen wirkende Gebäude versprüht hier seinen ganz eigenen Charme und bietet natürlich auch eine wunderbare Kulisse für ein Foto mit meinem Steyr T180.

Nach einer kurzen Stärkung an der Jausenstation geht es schließlich wieder an den „Abstieg“. Auf der schmalen Straße herrschte zwar teilweise reger Gegenverkehr, was jedoch dank diverser Ausweichstellen kein großes Problem darstellte. Wieder im Tal angekommen, ging es zur Mittagszeit auch gleich weiter nach Bruck, wo die Freiwillige Feuerwehr Bruck an der Großglocknerstraße einen Geschicklichkeitsparcours im Rahmen der Traktor-WM organisierte.

Fünf Stationen verlangen den Traktor-Fahrern alles ab

An insgesamt fünf verschiedenen Stationen konnten die Oldtimer-Fahrer ihr Können unter Beweis stellen. Zuerst war Feingefühl an der Kupplung gefragt. Aus einer an einem speziellen Gestell befestigten Gießkanne musste eine bestimmte Menge Wasser in einen Eimer umgefüllt werden, natürlich ausschließlich mit Hilfe des eigenen Traktors, der über ein Seil mit der Gießkanne verbunden wurde.

Über ein Seil war der Traktor mit der Gieskanne verbunden, durch Rückwärtsfahren konnte Wasser in den Eimer geleert werden. Die Teilnehmerin auf dem Foto beherrschte ihren Massey-Ferguson 135 perfekt und konnte ein gutes Ergebnis erzielen.

Bei der nächsten Station war schließlich das Augenmaß sowie die Einschätzung der Größe des eigenen Fahrzeugs gefragt. Zwei Holzgestelle mussten aus rund zehn Metern Entfernung so platziert werden, dass man mit seinem Traktor gerade noch so dazwischen durchfahren konnte. Je enger die beiden Gestelle dabei beisammen standen, umso besser.

Je größer der Traktor, umso schwerer ist es, die Holzgestelle perfekt zu platzieren. Für die riesigen Ausmaße des schweren Sechszylinder-Fendt kann sich das Ergebnis aber durchaus sehen lassen.

Die dritte Aufgabe für die Traktoristen war schließlich ein kleiner Rückblick in die Fahrschule. Seitwärts einparken stand hier auf dem Programm. Je näher man mit den Reifen an dem künstlichen Bordstein stand, umso besser. Um die Spannung noch etwas zu erhöhen, ging es hier zusätzlich auch noch auf Zeit.

In der Fahrschule wäre man hier durchgefallen: Derart viel Platz zum Randstein beim seitlichen Einparken bedeutet einen der hinteren Ränge.

An der vorletzten Station war dann abermals das Auge sowie auch ein wenig das Bauchgefühl gefragt. Am vorderen Ende des Traktors wurde ein Lot befestigt, im Anschluss mussten die Fahrer über eine am Boden liegende Zielscheibe fahren und mit dem Lot möglichst den Mittelpunkt der Scheibe treffen. Auch hier ging es neben der Genauigkeit auch wieder auf Zeit.

Fast volle Punktzahl: Der Fahrer des Lanz Glühkopf aus Sachsen-Anhalt war ausgesprochen zielgenau unterwegs.

Pause hatten die Oldtimer dann bei der letzten Aufgabe, die ausschließlich die Fahrer betraf. An einem speziellen Gestell war ein Lkw-Rad befestigt, auf welches möglichst schnell Schneeketten aufgezogen werden mussten. Wer dies noch nie selbst gemacht hatte, bekam selbstredend eine ausführliche Einweisung und Erklärung der Feuerwehrangehörigen, welche sich um einen reibungslosen Ablauf sowie um die komplette Punktwertung bei diesem Wettbewerb kümmerten.

Letzte Handgriffe bevor der Winter kommt: Die Schneeketten mussten möglichst schnell an dem Rad angelegt werden.

Alle Punkte der jeweiligen Stationen wurden am Ende addiert und so kann am Samstag nach der Fahrt auf den Großglockner auch von diesem Wettstreit ein Gewinner bei der Siegerehrung verkündet werden.

Holländer reist trotz halbseitiger Lähmung jährlich zur Traktor-WM

Am Abend habe ich mich schließlich mit einem alten Bekannten zum Essen getroffen. Da ich als Zuschauer bereits seit 2008 jedes Jahr bei der Traktor-WM am Großglockner war, konnte ich in der vergangenen Jahren bereits viele Bekanntschaften knüpfen. Darunter auch Willem Bosch aus den Niederlanden, der ebenfalls seit vielen Jahren die Reise an den Großglockner auf sich nimmt. 2007 und 2008 war er sogar als Teilnehmer vor Ort und hat seinen Traktor aus den Niederlanden bis nach Österreich mitgebracht.

2013 wäre es dann jedoch fast unser letztes Aufeinandertreffen am Fuße des Großglockners gewesen. Am 23. Dezember erlitt Willem einen Schlaganfall, war anschließend halbseitig gelähmt und überlebte nur knapp. Der Punkt, an dem viele die Flinte ins Korn werfen würden, war aber für den rüstigen Junggesellen nie gekommen. Er kämpfte sich mühsam zurück ins Leben – mit dem Ziel, bereits im September 2014 wieder am Großglockner zu sein. Lange Zeit sah es auch gut aus, ehe ein Sturz und ein Hüftbruch seine Pläne erneut durchkreuzte. Aber einmal mehr schaffte er es zurück in ein geregeltes Leben und so sahen wir uns 2015 wieder im Rahmen der Traktor-WM.

Noch immer ist er halbseitig gelähmt, aber dank eines Spezialumbaus seines Autos ist er weiterhin mobil. Und so nimmt er nun jedes Jahr aufs Neue die über 1000 Kilometer lange Reise alleine auf sich, um dieses besondere Wochenende in Österreich verbringen zu können. Eine bemerkenswerte Leistung, wie ich finde!

Höhepunkt am Samstag: 500 alte Traktoren stürmen den Großglockner

Apropos bemerkenswerte Leistung: Die gibt es hoffentlich am Samstag auch von allen Teilnehmern und ihren Traktoren, wenn es endlich zum Höhepunkt der Veranstaltung kommt: Der gemeinsamen Auffahrt auf den Großglockner. Um 7.30 Uhr geht es los, gegen zehn Uhr werden schließlich alle Teilnehmer im Ziel erwartet. Die Siegerehrung im Tal findet anschließend um 14 Uhr statt, dann wird der neue Weltmeister gekürt. Wie ich mit meinem Oldie abschneiden werde? Das steht noch in den Sternen. Natürlich wäre einer der vorderen Plätze schön, grundlegend zählt bei dieser Veranstaltung jedoch eher der olympische Gedanke: „Dabei sein ist alles!“

Die bisherigen Teile der Reportage in der Übersicht:

Teil 1: Der Berg ruft: Chieminger tuckert mit altem Bulldog auf den Großglockner und will „Weltmeister“ werden

Teil 2: Wander-Tipp 2.0: Mit dem Oldtimer-Traktor auf 1188 Meter Höhe nach Bad Fusch

aic

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