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„Langsam geht es schon ins Geld“

Schilder-Drama in Chieming geht in die nächste Runde: Erneut Ortsschild geklaut

Bild von Ortsschildern
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Mal fehlend, mal liegend: Chiemings Ortsschilder.
  • Sebastian Aicher
    VonSebastian Aicher
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  • Daniel Pichler
    Daniel Pichler
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Sie werden abmontiert, geklaut, umgefahren: Die Rede ist von Chiemings Ortsschildern und Verkehrszeichen. Die Polizei ermittelt.

Update, 5. August - Erneut Ortsschild von Chieming gestohlen

Wie die Polizeiinspektion Traunstein berichtet, wurde in der Nacht von Mittwoch (4. August) auf Donnerstag (5. August) erneut ein Ortsschild von Chieming abmontiert und gestohlen. Abermals sind die Täter bislang unbekannt, die Polizei hat allerdings bereits entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

Chiemings Bürgermeister Stefan Reichelt erklärte auf Anfrage von chiemgau24.de, dass es sich bei dem neuerlichen Diebstahl um das Schild auf Höhe des Sportplatzes in Richtung Egerer handeln würde. Konkrete Anhaltspunkte zu den Tätern hätte auch die Gemeinde bislang nicht. „Eventuell handelt es sich auch um Nachahmungs-Täter“, spekulierte Reichelt vorsichtig, nachdem es bereits das fünfte Ortsschild war, das es im Gemeindegebiet in den letzten Wochen erwischt hat. „Langsam geht es schon ins Geld“, monierte das Gemeindeoberhaupt.

Der Schilder-Ärger in und um Chieming geht damit in seine nächste Runde.

Erstmeldung, 26. Juli

Chieming - Chieming und Ortsschilder: das scheint derzeit einfach nicht zu passen. Eine Serie an Zwischenfällen sorgt jedenfalls dafür, dass eine Beschilderung gegenwärtig nur von Zeit zu Zeit vollumfänglich gegeben ist.

Mehrere Ortsschilder geklaut

Doch der Reihe nach. Am 19. Juni machte sich eine bislang unbekannte Täterschaft zu spät nächtlicher Stunde an den Ortsschildern von Hart und Chieming zu schaffen. Während es den Tätern im letztgenannten Fall gelang, mit ihrer „Beute“ im Dunkel der Nacht zu verschwinden, war ihnen das Glück beim Ortsschild von Hart weniger hold: Ein Zeuge, welcher den Vorfall mitbekommen hatte, konnte die zwei Täter in Hart davon abhalten, das Schild mitzunehmen, wie Marcel Griesser von der ermittelnden Polizeiinspektion Traunstein berichtet.

Wie sich kurz darauf herausstellen sollte, sind die Schilderdiebe bei der Wahl ihrer Beute scheinbar nicht besonders wählerisch: So konnte an der Tatörtlichkeit in Hart ein weiteres Verkehrszeichen, ein blaues Schild mit weißem Pfeil, aufgefunden werden.

Täter rückten mit Leiter und Ratsche an

Um eine spontane Aktion dürfte es sich jedenfalls nicht gehandelt haben, führten die Täter - der Zeuge schätzt ihr Alter auf 14 bis 18 Jahre - doch eine große Leiter und eine Ratsche, mit der die Schilder abgeschraubt wurden, mit sich.

Spuren wurden gesichert

Seitdem verliert sich jede Spur, die Ermittlungen wegen Diebstahls laufen. Auch in einem ähnlich gelagerten Fall in Nußdorf im Chiemgau, wo bereits am 5. Juni ein Ortsschild entwendet wurde, gibt es bislang keine Fahndungserfolge zu vermelden. An den aufgefundenen Schildern konnten allerdings diverse Spuren gesichert werden.

Factbox: Welche Strafen erwarten die Täter? Ist ein Verlust der Fahrerlaubnis denkbar?

Laut dem §242 Strafgesetzbuch wird ein Diebstahl mit Freiheitsstraße bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Wie hoch die Strafe genau sein wird und ob ein Verlust der Fahrerlaubnis in Betracht gezogen wird, obliegt der Staatsanwaltschaft und dem Gericht.

Kein Lausbubenstreich

Als „harmlos“ können die Fälle jedenfalls nicht abgetan werden, handelt es sich doch um massive Eingriffe in die Straßenverkehrsordnung. Denn bekanntermaßen dienen die gelben Schilder nicht nur als Orientierungshilfe, sondern weisen auch auf eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h hin. Nicht nur für Ortsunkundige ist ein Fehlen somit problematisch, zumal die Anfertigung und Anbringung der Schilder Zeit in Anspruch nahm.

Beholfen hat sich die Gemeinde Chieming daher vorübergehend mit einer „50er-Tafel“, bis das Ortsschild wieder montiert ist. Rein rechtlich gesehen galt diese Begrenzung im konkreten Falle eigentlich nur für die St2096. Doch Griesser betont, dass es für die Verkehrsteilnehmer klar zu erkennen gewesen sei, dass es sich um eine Ortseinfahrt handle.

Schild steht wieder - Schaden geht in die Tausende

Inzwischen wurde ein neues Chieminger Ortsschild aufgestellt - Kostenpunkt zirka 1000 Euro. Eine Summe, die auch in Nußdorf anfallen wird. Wieder aufstellen muss der zuständige Bauhof im Gemeindegebiet Chieming übrigens noch mehr. Zuletzt wurde im Ortsteil Aufham ein Vorfahrtszeichen umgefahren, wie Bürgermeister Stefan Reichelt (CSU) auf Anfrage von chiemgau24.de bestätigte.

Stötthamer Ortsschild regelrecht „niedergewälzt“

Ein weiteres Ortsschild hat es erst am vergangenen Wochenende erwischt. Diesmal war das Schild des Gemeindeteils Stöttham betroffen, welches mitsamt Rahmen und Mast regelrecht „niedergewalzt“ wurde. Besonders auffällig ist, dass der Unfallfahrer offenbar nach links von der Fahrbahn abgekommen sein muss. In diesem Fall handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Fahrerflucht. Sowohl bei diesem Fall als auch bei dem umgefahrenen Schild in Aufham gäbe es derzeit keine Anhaltspunkte zu den Tätern, wie Reichelt erklärt. Einen Zusammenhang mit den gestohlenen Schildern schließe man allerdings derzeit aus. Das Schild werde nun vorerst mit einem gekürzten Mast provisorisch wieder im Boden befestigt, ehe das Neuteil fachgerecht montiert werde.

dp/aic

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