Hat dieser Vorstoß eine Chance?

Brummis raus aus dem Ort: Chieming will durchgreifen

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Chieming - Eine Ortsumgehung fordern viele Chieminger schon seit Langem, zumindest bei Lkw über 7,5 Tonnen will man jetzt aber ernst machen. Was genau der Gemeinderat fordert:

Eine Sperrung für den Lkw-Durchgangsverkehr ab 7,5 Tonnen in der Zeit zwischen 15. Juni und 15. September sah der Antrag von Heinrich Wallner vor. Auf der Gemeinderatssitzung am Dienstag sprach man sich mit 15:2 Stimmen klar dafür aus. Nun heißt esabwarten, was die untere Verkehrsbehörde im Landratsamt dazu sagt, denn beschlossene Sache ist die Sperrung damit noch nicht: "Die Gemeinde ist da nur Bittsteller", so Chiemings Geschäftsleiter Ewald Mayer. 

So wird argumentiert

Es geht vor allem um den Verkehr aus dem nördlichen Landkreis zur A8: "Früher wurde argumentiert, dass die Kreuzung bei der Siegsdorfer Autobahnauffahrt ein Unfallschwerpunkt sei. Doch seit dort die Ampeln stehen fällt dieses Argument eigentlich weg", so Ewald Mayer zur Begründung. Außerdem stünde der viele Lkw-Verkehr dem Fremdenverkehrsort Chieming schlecht zu Gesicht: Mayer berichtet von "erbosten Gästen" im Sommer.

Seit die Traunsteiner Umgehung gebaut wurde, leitet auch die Beschilderung bei Matzing den Verkehr zur Autobahn eigentlich über die B304 und nicht mehr über Chieming. Trotzdem habe man es täglich mit rund 10.000 Fahrzeugen auf der Staatsstraße durch den Ort zu tun. In den Sommermonaten verstärke sich das Problem durch Tagesausflügler. 

Schon in Matzing soll das Verbotsschild stehen

Mit dem Antrag will die Gemeinde auch mehr Druck auf den Freistaat machen: "Die Gemeinde Chieming hat keine Chance, dass die Ortsumfahrung vor 2030 die erste Dringlichkeit erhält", so der Geschäftsleiter. Im Januar sprach sich bei einer Bürgerbefragung eine knappe Mehrheit der Chieminger für eine Ortsumgehung aus. 

"Die Frage ist natürlich wie man ein solches Lkw-Verbot dann überwacht", gibt Ewald Mayer zu bedenken - auch hinsichtlich des ortsgebundenen Schwerlastverkehrs. Geht es nach der Gemeinde würde bereits an der Kreuzung in Matzing ein Schild auf das Durchgangsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen hinweisen. 

Sieht das Landratsamt eine "rechtswidrige Sperrung"?

Im ganzen Bereich östlich des Chiemsees wird immer wieder über vermeintlichen Abkürzungsverkehr von Brummis in Richtung Autobahn geklagt. Auch einer unserer Leser aus Knesing bei Chieming forderte bereits ein Lkw-Durchfahrtsverbot durch den Ort, auf der TS47: "Eine verkehrsrechtliche Einschränkung würde der Einstufung als Kreisstraße widersprechen", argumentierte das Landratsamt in diesem Fall. 

Durchfahrtsverbote für Lkw bzw. "Tonnagebeschränkungen" dürften nur dort angeordnet werden, "wo es aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist", so das Landratsamt. Also bei erheblicher Gefahrenlage oder aus bautechnischen Gründen, wie baufälligen Brücken: "Bei einer rechtswidrigen Sperrung hätte ein Lastwagenfahrer sogar die Möglichkeit gerichtlich dagegen vorzugehen", hieß es weiter aus dem Landratsamt. Ob man in Chieming bald die gleichen Antworten erhalten wird?

xe

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