Unterschriften gegen Ortsumfahrung übergeben

20 Grundeigentümer: "Teert nicht unsere Flächen zu"

+
"Viele Leute in Chieming haben schon längst aufgegeben, sich für die Ortsumfahrung einzusetzen, weil seit 50 Jahren nichts passiert", erwiderte Bürgermeister Graf beim Thema, wie wohl die Mehrheitsverhältnisse im Ort zur Umfahrung liegen. 
  • schließen

Chieming - Die Trasse der geplanten Ortsumfahrung würde durch ihre Wiesen und Felder gehen - 20 Grundeigentümer forderten von Bürgermeister Graf, andere Lösungen voranzutreiben.

"Es wäre ein Irrsinn, wieder neue Landstriche zuzuteeren. Die Bevölkerung will doch auch in Zukunft von dem leben, was wir auf unseren Flächen anbauen", drückte Ortsbäuerin Andrea Probst es aus - zusammen mit zwei weiteren Grundeigentümern, Simone Mayer und Sepp Mitterleitner, übergab sie am Montag Bürgermeister Benno Graf 20 Unterschriften: "Wir lehnen es ab, unser Grundeigentum für die Ortsumfahrung zur Verfügung zu stellen."

Gemeinde soll hart bleiben und LKW-Verbot in Chieming durchsetzen

Bisher hat sich der Gemeinderat nur für eine mögliche Variante der Ortsumfahrung ausgesprochen - alle weiteren, konkreten Planungsschritte stehen noch aus, auch die Finanzierung ist noch nicht geklärt. Auch Grundstücksverhandlungen sind erst zum Planfeststellungsverfahren vorgesehen, das ist aber noch in weiter Ferne: "Trotzdem, wir wollen uns jetzt schon rühren", so Sepp Mitterleitner. 

Sepp Mitterleitner (mitte) und Andrea Probst (rechts) wollen alle alternativen Lösungen "tatkräftig unterstützen", um auf den Bau der Ortsumfahrung zu verzichten. 

Die 20 Grundeigentümer fordern von Bürgermeister Graf nach anderen Lösungen für das verkehrsbelastete Chieming zu suchen - Lösungen, die den Ort nicht "spalten", wie sie sagen: "Es ist rechtlich möglich, die Durchgangsstraße wegen der Lärm- und Abgasbelastung für den Schwerverkehr zu sperren. Auch am mittleren Ring in München geht das", so Mitterleitner. Mit der B306 von Siegsdorf kommend, der Traunsteiner Umfahrung und der anschließenden B304 seien für den überörtlichen Verkehr ja eigentlich alle Straßen schon da. 

Graf: "Wenn man x-mal etwas erfolglos probiert, braucht es andere Lösungen"

"Wir haben es immer wieder versucht, die Staatsstraße durch Chieming für Lastwägen zu sperren. Die Straße gehört nun mal nicht uns, sondern dem Staat. Wenn man x-mal etwas erfolglos probiert hat, braucht man eben andere Lösungen", so Bürgermeister Graf. Er spricht sich - wie die überwiegende Mehrheit des Gemeinderates - für die Ortsumfahrung aus. Außerdem: Als die Trasse für die Umgehungsstraße im Jahr 2000 in den Flächennutzungsplan aufgenommen wurde, habe sich noch niemand beschwert.

Die fünf vom Gemeinderat untersuchten Varianten. Die Variante 2 schneidet hinsichtlich Lärm- und Umweltschutz am besten ab. Auch der Abstand zum Kreisverkehr Laimgrub wäre nicht zu groß. Mit 12:5 Stimmen sprach sich der Gemeinderat im Februar dafür aus.

Die Gemeinde soll gegenüber dem Freistaat und dem Bund trotzdem hart bleiben, auf eine LKW-Sperrung durch Chieming drängen, fordern die Grundeigentümer: "Das wäre auch die wesentlich schnellere Lösung. Wir können durch die neue Umgehungsstraße den Ort doch nicht von zwei Seiten mit dem Verkehr in die Zwick nehmen", so Simone Mayer. 

xe

Zurück zur Übersicht: Chieming

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser