Literatur- und Medienwoche

Isinger Schüler besuchen Steiner Gymnasium

Chieming - Auf der Steiner Literatur- und Medienwoche zeigten die Jugenbuch-Autorinnen Isabell Abedi und Julya Rabinowich den Isinger und Steiner Schülern, wie sie Geschichten erfinden.

"Isola - das ist das Buch, aus dem ich am liebsten vorlese. Es wurde zwar noch nicht verfilmt, aber es ist mein meistverkauftes Buch - und das Buch, das Schüler in ganz Deutschland zu Theaterstücken und Kunstprojekten angeregt hat." Bei der Steiner Literaturwoche stellt Isabel Abedi ihr 2007 erschienenes Jugendbuch "Isola" den Schülern der eigenen Schule und vom Isinger Gymnasium erst einmal vor. Bevor sie vorliest, erklärt sie den Thriller-Plot: zwölf junge Menschen auf einer einsamen Insel.Im Laufe der Lesung in der Schule Schloss Stein erzählt die erfolgreiche Autorin einerseits, wie dieses Buch von Schülern in ganz Deutschland in Projekten umgesetzt wurde, und andererseits, wie sie recherchiert und schreibt, um die 324 Seiten für "Isola" zustande zu bringen. Und dann trägt Autorin Abedi aus den ersten Kapiteln vor - bis zu der Stelle im Buch, wo jeder der zwölf Jugendlichen sich mit Namen vorstellt und sagt, welche drei Dinge er mit auf die Insel nimmt.

Dazwischen: Ich

Diesen Luxus hat Madina, die Hauptfigur in Julya Rabinowichs Roman nicht: Sie ist ein Flüchtlingskind, das von überall und nirgendwo kommt. Mit ihrer tiefen Stimme liest die Autorin an einem anderen Tag aus ihrem Roman "Dazwischen: Ich" und erzählt dabei von einer Familie, die gepeinigt von Angst und Anstrengung in einer Flüchtlingspension lebt und leben muss. "Die müssen eigentlich die ganze Zeit warten!", meint der Isinger David Manlik, "das muss doch nerven." In der Tat zeigt sich, dass Madina nicht nur viel wartet, darauf, dass es Essen gibt, dass die Behörden Zeit haben, dass der nervige kleine Bruder aus dem Zimmer verschwindet. Aber Madina lebt auch in dieser neuen Welt - ihre Eltern schweigen und stolpern durch diese. Julya Rabinowich hat bislang nur Bücher für Erwachsene geschrieben - und stellt mit ihrem ersten Roman für Jugendliche gleich ihren Bestseller in Stein vor. Ihre eigene Geschichte hat sie inspiriert, gibt die Autorin zu, als Schüler nach dem Hintergrund des Buches forschen. Sie selbst ist mit ihrer Familie aus Russland als "Kontingentflüchtling" nach Wien gekommen - und dort geblieben. Aber auch ihre intensive Arbeit als Dolmetscherin für Folteropfer beispielsweise findet sich in der Geschichte Madinas wieder.

Die größte Inspiration für Bücher ist aber die Liebe zum Schreiben - und diese haben Isabel Abedi und Julya Rabinowich den Steiner und Isinger Schülern wieder ganz nahe gebracht.

Pressemitteilung Gymnasium Landschulheim Schloss Ising/Christine Linner

Rubriklistenbild: © Christine Linner, Walter Heil

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