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Vom Gemeinderat beschlossen

Sechs Doppelhaushälften: Umstrittenes Bauprojekt in Tabing bekommt grünes Licht

Zum Abschluss gebracht wurde die Baugenehmigung in Tabing 22, wo anstelle eines Bauernhauses und einer Grünfläche (auf dem Foto hinter dem Bauzaun) nun sechs Doppelhaushälften errichtet werden sollen. Die bauliche Nähe sorgt bei den Nachbarn für Unmut
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Zum Abschluss gebracht wurde die Baugenehmigung in Tabing 22, wo anstelle eines Bauernhauses und einer Grünfläche (auf dem Foto hinter dem Bauzaun) nun sechs Doppelhaushälften errichtet werden sollen. Die bauliche Nähe sorgt bei den Nachbarn für Unmut.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden zwei Bauanträge in Tabing und Manholding  beschlossen, über zwei Genehmigungsfreistellungen in Hart und Tabing wurde der Gemeinderat informiert.

Chieming - Der Bauantrag zur Errichtung von drei Reihenhäusern, vier Doppelhaushälften, sechs Carports und acht PKW-Außenstellplätzen vom Oktober 2021 auf dem Grundstück Tabing 22 wurde in der Gemeinderatssitzung Ende November unter anderem wegen der Überschreitung der zulässigen Grundfläche der Ortsabrundungssatzung abgelehnt. Der Beschluss zum inzwischen abgeänderten Bauantrag von nunmehr sechs Doppelhaushälften, fünf Carports und acht PKW-Außenstellplätzen wurde vom Gemeinderat nun mit 12:2 Stimmen gemeindliches Einvernehmen erteilt.

Drei Baukörper sollen entstehen

Auf der Grundstücksfläche von 2211 Quadratmetern sollen drei Baukörper mit jeweils 176 Quadratmetern Grundfläche entstehen, bei einer seitlichen Wandhöhe von 6,08 Metern und einem Satteldach von 20 Grad Neigung. Die Ortsabrundungssatzung setzt eine maximal überbaubare Fläche von 140 Quadratmetern fest. Wegen Überschreitung dieser Festsetzung wurde eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes erforderlich. Eine Sondervereinbarung zur Erschließung zur Wasserversorgung ist mit dem Zweckverband der Harter Gruppe abzuschließen.

Bürgermeister Stefan Reichelt (CSU) informierte darüber, dass ein Gehweg mit mindestens 80 Zentimeter Breite an der Grundstücksgrenze zur Ortsdurchfahrtsstraße zwischen Bauamt und Bauwerber vereinbart wurde. Es würde noch darüber verhandelt, den Gehweg auf 1,50 Meter Breite zu erweitern.

Ausfahrt nicht geeignet?

Angelika Maier (Grüne) sprach sich gegen den Bauantrag aus, weil nach wie vor die Ausfahrt auf die Ortsdurchfahrtsstraße nicht geeignet sei. Zudem seien die Abstände zwischen den Häusern und zum Nachbarhaus zu gering. Zweiter Bürgermeister Markus Brunner (UW) äußerte sich dahingehend, dass er mit dem nun vorgesehenen Gehweg zufrieden sei. Auch Elisabeth Heimbucher (Grüne) gab sich mit dem überarbeiteten Bauantrag zufrieden: „Recht viel mehr kann man nicht verlangen.“ Neben Maier stimmte auch Bernhard Hecht (Grüne) gegen den Bauantrag.

Nach der Gemeinderatssitzung zeigten sich die beiden anwesenden Nachbarn, die Eheleute Daniela Niederbuchner und Christian Bauer unzufrieden. Niederbuchner sagte: „Wir haben unser Bauernhaus seit 120 Jahren in Familienbesitz. Nun soll auf drei Meter an unser Haus herangebaut werden. Wenn die neuen Nachbarn einen Zaun errichten, können wir an der engsten Stelle nicht einmal mehr ein Gerüst zur Fassadensanierung aufstellen.“ Und Bauer ergänzt: „Ein solcher Neubau zerstört die bäuerliche Struktur des Bauerndorfes Tabing. Der Münchner Investor hat sich mit uns nicht in Kontakt gesetzt.“

Zweifamilienhaus in Manholding

Auch der Bauantrag zum Neubau eines Zweifamilienhauses auf dem Grundstück Manholding 12e stand bereits zum wiederholten Mal zur Abstimmung im Gemeinderat. Im April 2020 wurde zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit einer Grundfläche von gut 94 Quadratmetern sowie Garage und einem Stellplatz das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Vom Landratsamt wurde das Bauvorhaben im Juli 2021 ebenfalls genehmigt. Ein weiterer Bauantrag vom September 2021 zum Neubau eines Zweifamilienhauses und einer seitlichen Wandhöhe von 6,54 Metern mit einer Dachneigung von 32 Grad wurde in einer Gemeinderatssitzung vom Oktober abgelehnt.

Nach Abstimmung mit dem Landratsamt wurde die seitliche Wandhöhe auf das Maß des Vorbescheids in Höhe von 5,87 Metern reduziert, die Grundfläche des Hauptgebäudes mit 132,5 Quadratmetern erlaubt, bei einer Dachneigung von 25 Grad. Der Carport umfasst 47,18 Quadratmeter. Dem Bauantrag wurde mit 13:1 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Angelika Maier (Grüne) störte die Zufahrt, die keine gute Lösung sei.

Der Gemeinderat wurde über den Bauantrag zum Neubau einer zweiten Wohneinheit im Souterrain auf dem Grundstück Ackerweg 6 in Hart in Kenntnis gesetzt. Außerdem über die Genehmigungsfreistellung zum Bauantrag auf Nutzungsänderung des Dachgeschosses zu Wohnraum auf dem Grundstück Tabing 23. Die Errichtung von Dachgauben ist zulässig. Beide Bauvorhaben bedürfen keines Beschlusses durch den Gemeinderat.

Arno Zandl