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„Man kann sich das in echt nicht vorstellen“

Isinger Elftklässler in Weimar auf den Spuren der Klassiker und in der KZ-Gedenkstätte

Elftklässlerinnen vom Gymnasium Ising besuchen auf ihrer Studienfahrt nach Weimar das Wohnhaus von Goethe, hier das Juno-Zimmer.
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Elftklässlerinnen vom Gymnasium Ising besuchen auf ihrer Studienfahrt nach Weimar das Wohnhaus von Goethe, hier das Juno-Zimmer.

„Wir haben das Dritte Reich zwar im Geschichtsunterricht durchgenommen, aber das mit den Verbrennungsöfen konnte man sich in Echt nicht vorstellen.“ Finn Maier vom Gymnasium Ising ringt um Worte, wenn er von der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar berichtet. „Wenn man die Realität vor Augen hat, sieht man die Worte des Lehrers in der Schule mit ganz anderen Augen.“ An einem nebligen Morgen hatten sich die Schülerinnen und Schüler auf eine 90-minütige Führung durch das Lager Buchenwald und die Gräueltaten, welche die SS innerhalb des KZs verübte, unmittelbar erfahren. „Das darf nie wieder passieren“, wiederholte der Museumspädagoge mehrmals eindringlich.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Ising/Chieming - Tags zuvor hatten die Isinger Elftklässler auf Ihrer Studienfahrt nach Weimar das Bauhaus-Museum besichtigt. „Da ist mir die sehr kurze Zeitspanne zwischen dieser Kunstepoche der Weimarer Republik und der Nazi-Herrschaft mit den Konzentrationslagern klar geworden“, fasst Finn seine Eindrücke zusammen. In dem erst seit kurzer Zeit eröffneten Bauhaus-Museum sahen die Isinger, wie dreizehn Jahre lang Bau und Handwerk neu definiert wurden, ein Sinnbild der goldenen 20er-Jahre. Die Elftklässler erkannten aus dem Kunstunterricht Gemälde von bekannten Malern wie Paul Klee, wobei der Fokus dieses Museums jedoch vor allem auf Möbel, Teppichen, Spielzeug, Töpferei und Haushaltsgeräten liegt. Vieles davon kann man heute noch kaufen.

Die Klassik-Epoche von Weimar erlebten die Isinger, als sie das Wohnhaus Goethes besichtigten. „Man konnte hier Teile seiner umfassenden Sammlung sehen, zum Beispiel eine Vitrine mit Bronze-Figuren.“ Hier errieten einige der Jugendlichen sogar die Geheimfächer eines alten Schrankes und streiften anschließend durch den auch im Herbst noch schön anzusehenden Garten des Gebäudes. Im Schiller- Haus dagegen lag der Fokus vor allem auf dem Haushalt und dem Familienleben des Dichters. „Was die Kinder-Erziehung angeht, war Schiller sehr weit für seine Zeit,“ betonte der Museumsführer auf dem Rundgang durch das - im Vergleich zum Goethe-Haus - merklich kleinere Gebäude. „Keine körperliche Züchtigung, Kinder als Kinder ansehen und nicht, wie es dem Zeitgeist entspricht, als kleine Erwachsene.“

Ein modernes Drama als Gegensatz zur über 200 Jahre alten Epoche der Weimarer Klassik lernten die Isinger mit dem Schauspiel „Irreparabel“ von 2017 kennen. Im Nationaltheater beeindruckte sie das Stück über zwei junge Männer, die sich in einem Krankenhaus kennenlernen – der eine ist querschnittsgelähmt, der andere hat Multiple Skelerose. „Die Schauspieler haben sich sehr gut in die Figuren reinversetzt“, berichtet Finn Maier, „und das Stück war trotz der Krankenhaus-Situation und des schlechten Endes sogar ab und zu lustig.“

Pressemitteilung Emma Schweier

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