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„Süßigkeiten an Fallschirmen“

Isinger Schüler arbeiten mit Raketentechnik

Sechstklässler Oskar Schweier erklärt im Physiksaal des Isinger Gymnasiums die Funktionsweise der Rakete, bei der man auf der rechten Seite einen Ballon erkennen kann
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Sechstklässler Oskar Schweier erklärt im Physiksaal des Isinger Gymnasiums die Funktionsweise der Rakete, bei der man auf der rechten Seite einen Ballon erkennen kann

„Wir testen verschiedene Modelle aus.“ Aus dem Sechstklässler Oskar Schweier sprudelt es nur so heraus: „Unser Ziel ist es, dass die Rakete gut und sicher landet, mit einem Fallschirm und auf Landebeinen oder abgefedert durch Ballons, die sich beim Absinken aufblasen. Das hat doch 2004 mit den beiden Rovern 'Spirit' und 'Opportunity' bei der Marslandung auch geklappt.“

Die Mitteilung im Wortlaut:

Ising/Chieming - Nicht nur Oskar und sein Klassenkamerad Raul Andreica forschen in Ising an der Raketentechnik, sondern auch Mitschüler von der fünften bis zur elften Jahrgangsstufe. „Die Schüler lernen grundlegende physikalische Vorgänge – und das ganz nebenbei“, freut sich der betreuende Lehrer Norbert Prebeck, „vor allem durch das trial and error-Prinzip“. Beispielsweise waren bei einem Versuch die drei außen an der Rakete befestigten Luftballons durch die heiße Luft der Extra-Zündladung fast verschmort. Was tun? Vor einem weiteren Start befestigten die Schüler ein Geflecht aus Kupferdraht zwischen dem Schwarzpulver-“Motor“ und den Luftballon-Düsen. „Das hat die Wärme sehr gut abgeleitet, und nur noch lauwarme Luft hat die Ballons aufgepustet – aber noch zu wenig“, berichtet Physiklehrer Prebeck. „Leider waren diese Ballons sehr schwer aufzublasen.

Wir müssen andere, elastischere kaufen“, hofft Oskar auf eine erfolgreichere Raketenlandung in den kommenden Tagen. Mit den Landebeinen hatten die Isinger zuvor schon erfolgreich geprobt. „Wir nehmen dazu Schaschlik-Spießchen und befestigen sie gefaltet außen an der Rakete“, erklärt Raul. „Und bei der Zündung des letzten Motors, wenn ganz weit oben in der Luft die Spitze abgesprengt wird und der Fallschirm herausfällt, schnalzen die Landebeine nach unten aus“, ergänzt Oskar. Im neuen schuleigenen 3D-Drucker hatte wiederum der Elftklässler Valentin Mayer aus der Isinger Forschergruppe die schwarzen Klapp-Gelenke dafür hergestellt, die gespannt durch Gummis die Landebeine dann ausklappen lassen. Der Versuch war zwar erfolgreich, aber die Rakete war bei der Landung durch starken Wind weit abgetrieben in einem hohen Baum gelandet. Auf der anderen Seite hatte Valentin durch diese Forschungsarbeiten ein Praktikum bei der mobilen Raketenbasis der DLR in Oberpfaffenhofen ergattert.

„Ganz am Anfang – noch ohne Landeeinrichtung – war die Rakete nach dem Flug mit der Spitze im Sand gesteckt“, erzählt der Fünftklässler Leopold Ludwig. „Damals hatten wir noch einen zu leichten Motor, und die Rakete ist gar nicht so weit nach oben geflogen.“ Nebenbei lernen die Schulkinder, dass man bei Versuchen im Fach Physik vorsichtig sein muss und alle Anweisungen des Lehrers befolgen muss. „Der Schüler, der die Rakete startet, muss schnell wegrennen“, sagt Leopold. „Und die anderen müssen weit Abstand halten.“ Das naturwissenschaftliche Forschen hat inzwischen eine längere Tadition am Isinger Gymnasium. So ließen Schüler einem Wetterballon 30 Kilometer in die Stratosphäre hinaufsteigen, andere bauten ein Elektroauto oder legten einen Planeten- und Galaxienweg an, und wiederum andere überprüften, ob es Leben auf dem Jupitermond Europa geben könnte.

Einige dieser Jungforscher waren sehr erfolgreich bei Jugend forscht-Wettbewerben angetreten. Die Raketenteam um Lehrer Prebeck will dieses Jahr ebenfalls wieder an diesem Regionalentscheid in Rosenheim antreten. „Das Schönste an dem Projekt ist, dass die Schüler über Jahre hinweg klassen- und jahrgangsübergreifend an einem gemeinsamen Ziel arbeiten“, meint Prebeck. „Dabei soll aber der Spaß nicht zu kurz kommen: Ein Ziel ist es ja, bei einem Schulfest Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen herabschweben zu lassen.“

Pressemitteilung Walter Heil