Chiemgauer Kulturtage

Kinderzirkus „Kulturello“ begeisterte

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Der Kinderzirkus begeisterte die Zuschauer.

Chieming - Eine umjubelte Abschlussgala feierte der Kinderzirkus „Kulturello“ am Samstagabend in der „Kultur-Arena“ im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage:

„Schee wars, alle sans begeistert“, bedankte sich ein Vater nach der beindruckenden Zirkusvorstellung beim Zirkus-Team um Anna Genghammer, Roland Meier, Heimo Thiel und Alexander Reinmiedl, während nebenan bei den Kindern sogar Tränen flossen, denn zwischen ihnen hatten sich in den drei Tagen Zirkuskinderfreizeit so enge Freundschaften gebildet, dass es ungemein schwer fiel, wieder auseinanderzugehen. „Das ist schon eine emotionale Sache, denn die gemeinsame Arbeit schweißt halt richtig zusammen“, erzählte die „Zirkus-Mutter“ Genghammer, während ihr eines „ihrer“ Kinder um den Hals hing. Im Herbst falle der Abschied in der Regel noch schwerer, da man dann vier Tage zusammen sei. Die erste Nacht sei wieder kurz gewesen, da einige der 66 Kinder ohne Eltern ziemlich aufgeregt gewesen waren. Am zweiten Abend seien sie dann aber in den Hütten und Zelten vor Müdigkeit schnell eingeschlafen, so Genghammer. Frisch und munter sowie hoch motiviert konnte damit die Abschlussgala in Angriff genommen werden. Als Zirkusdirektorin beeindruckte ein Mädchen, das ihre verantwortungsvolle Aufgabe erstaunlich selbstbewusst bewältigte. Den Auftakt machten die Clowns, die ihr humoristisches Können gleich mehrmals unter Beweis stellten sollten. Jongleure, Zauberer, Einradfahrer, Tänzerinnen, Murphs und Schlangenbeschwörer gaben sich quasi die Klinke in die Hand und reihten einen Höhepunkt an den anderen. Für große Augen sorgten der Verschwinde- und der Zersägezauber sowie der singende Clown Caruso, dem bei seinem Auftritt immer längere Arme wuchsen. Besonders beeindruckend waren auch die Vorstellungen der Akrobaten und der Fakir, die wagemutig auf einem Nagelbrett und auf Glasscherben wandelten. Ihre Begeisterung brachten die Besucher mit La-Ola-Wellen, Applaus und lauten Bravo-Rufen zum Ausdruck. Bei der abschließenden Polonaise durchs Publikum ging es noch einmal richtig ab. Bis zum nächsten Kinderzirkus „Kulturello“ in Schützing müssen sich die Kinder nun bis September gedulden.

Kinderzirkus "Kulturello" begeisterte

„Kinder lernen nur durch ausprobieren“, meinte Kinderzirkus-Mann Alexander Reinmiedl nach der grandiosen Vorstellung. Auch bei den verschiedenen Zirkus-Rollen habe man ihnen immer nur Hilfestellungen und Tipps gegeben, den Rest hätten sie sich selbst erarbeiten müssen. Jeder habe schnell seine optimale Aufgabe gefunden und sei darin aufgegangen. Nur wenn man die Kinder auch „an die Grenzen rangehen lässt, werden sie selbstständig“, so Reinmiedl. In der Schule sei dies so nicht möglich. Die Zirkusarbeit, die man betreibe, beinhalte alle möglichen Facetten, darunter Sport-Pädagogik, Moto-Pädagogik, Spiel-Pädagogik, Erlebnis-Pädagogik und auch Sozialpädagogik, sprich Interaktion, Kommunikation und Teamwork, erklärte Kulturpädagoge  Heimo Thiel. Die Hauptsache sei aber, dass es den Kindern Spaß mache. Und den hätten sie an den drei Tagen sogar beim Tischdecken, Putzen und Saubermachen gehabt, hieß es. Unter den 66 Kindern, die am dreitägigen Zirkusprogramm teilnahmen, waren besonders viele Schüler der Volksschule Otting-Wonneberg, was den Ersten Vorsitzenden des Kreisjugendrings Traunstein, Sepp Harbeck, spontan dazu verleitete, Otting zur „Zirkusstadt“ zu erheben. Abschließend bekam dieser vom Zirkus-Team ein dickes Sonderlob, da er immer da sei, wenn man ihn brauche. Dies sei auch der Grund, warum am Zeltplatz schon „fast alles ´Sepp´ heißt, ´Hütte Sepp´, ´Pavillon Sepp´ und ´Dränagen-Kanal´ Sepp“, wie Roland Meier schmunzelnd anmerkte. Um solche Projekte, allen voran „unser Steckenpferd Zirkuspädagogik“ noch professioneller mit ehrenamtlichen Helfern durchführen zu können, habe man im März den Entschluss gefasst, den Verein „Kulturakademie Traunstein“ zu gründen, so der Erste Vorsitzende Meier. Wer sich einbringen wolle, könne sich bei ihm unter mensch-meier@t-online.de melden.

mmü

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