Einen klaren Favoriten gibt es

Jetzt werden fünf Trassen für eine Ortsumfahrung geprüft

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Chieming - Das Thema ist umkämpft, bei einer Bürgerbefragung pro oder contra Ortsumfahrung ergab sich schon eine Pattsituation: Nun prüft die Gemeinde vier weitere Varianten zum möglichen Streckenverlauf. *Mit Voting*

"Um eine größere Akzeptanz für eine Ortsumfahrung zu erzielen", wie es aus der Gemeindeverwaltung heißt, wurden nun vier weitere Varianten ausgearbeitet, wo eine Umgehung künftig verlaufen könnte. Denn auch bei der Bürgerbefragung 2015 stand nur eine Trasse zur Debatte - jetzt hat man also nachgelegt und alle fünf Varianten in der Gemeinderatssitzung am Dienstag präsentiert.

Das ist der Favorit der Planer

Kurz gefasst: Die damals schon vorgestellte Trasse (Variante 2) - zwischen Pfaffing und Aufham durch und dann entlang des Feldwegs hinüber zur Staatsstraße auf Höhe Abzweigung Eglsee - wurde auch diesmal von den Planern als beste Variante gesehen. Entscheidende Kriterien sind der Lärm-, Tier- und Umweltschutz. Mit geschätzten 13,9 Millionen Euro wäre diese Variante zwar am teuersten, die günstigste Variante 4 wäre aber nur 1,4 Millionen Euro billiger.

Die fünf Varianten, ausgearbeitet von Traunreuter Ingenieurbüro ing. Die Variante 2 schneidet hinsichtlich Lärm- und Umweltschutz am besten ab. Auch der Abstand zum Kreisverkehr Laimgrub wäre nicht zu groß. Die Varianten 3, 4 und 5 würden dagegen auf einem Damm durchs Wasserschutzgebiet führen. 

Beschlossen wurde am Dienstag noch nichts: "Auch wenn viele aus der Bevölkerung drängen, sollten wir erst noch einmal über die Varianten beraten", so Bürgermeister Benno Graf. Wann die Entscheidung fallen soll, konnte er noch nicht sagen. Weiterer Vorteil jener Variante 2: Sie ist bereits im Flächennutzungsplan der Gemeinde eingetragen, was bis zur zwei Jahren Zeitersparnis in der Verwaltung einbringen kann. 

Lärmschutz

Durch die hohe Verkehrsbelatung der Staatsstraße durch Chiemings Zentrum sind aktuell 200 Menschen von zu hohen Lärmwerten betroffen. Rechnet man künftig mit noch mehr Verkehr, würde auch die Zahl der Lärmgeplagten steigen. Egal für welche Trasse man sich in Chieming entscheiden würde: Die Lärm-Grenzwerte würden für keinen Anwohner mehr überschritten, Schallschutzmaßnahmen wären nicht notwendig.

Naturschutz

Bürgermeister Graf will nichts überstürzen: "Auch wenn viele drängen, sollten die Varianten erst geprüft werden."

Auf Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt hätte die Variante 2 nur "geringe Auswirkungen" nach dem Gutachten. Das Krebsbachtal zwischen Pfaffing und Aufham würde durch eine 118 Meter lange Brücke überwunden. Die Varianten 3, 4 und 5 würden dagegen direkt durchs Wasserschutzgebiet bei Aufham führen, die Straße würde auf einem Damm - ähnlich wie bei Grabenstätt - angelegt: ein Hindernis für die Tierwelt, im Gegensatz zur Brücke. Hinsichtlich Lärm- und Naturschutz schnitten die Varianten 3, 4 und 5 am schlechtesten ab. 

Zeitersparnis

Rund fünf Minuten braucht man momentan vom Laimgruber Kreisel bis Unterhochstätt, wo die Umfahrung beginnen würde. Bei der Umfahrungsvariante 1 wären es dagegen keine drei Minuten mehr, bei Variante 2 knapp vier Minuten und bei der längsten Strecke, Variante 5, knapp fünf Minuten. Entscheidend, um den Verkehr aus Chieming hinauszubekommen, ist hier auch, dass die Umfahrung möglichst nah am Laimgruber Kreisverkehr liegt - denn je weiter weg die Anbindung, umso verlockender wird die Ortsdurchfahrt wieder als vermeintlicher Abkürzer für den Fernverkehr. 

Die Präsentation aus der Gemeinderatssitzung zum Download

"Alle Varianten wurden bereits dem Staatlichen Bauamt vorgestellt und für OK befunden", so Planer Thomas Gmeindl vor dem Gemeinderat. Bürgermeister Graf will demnächst mit dem neuen Leiter des Staatlichen Bauamts ebenfalls über die Varianten sprechen. 2015 testete die Verwaltung schon einmal die Stimmung unter den Chiemingern - doch die Bürgerbefragung ergab damals eine Pattsituation: 49,1 Prozent sprachen sich für, 48,1 Prozent gegen eine Ortsumfahrung aus. Über 60 Prozent beteiligten sich damals an der Befragung. 

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