Chieming will den Brummis Herr werden

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Chieming - Über 450 Lkw rauschen derzeit im Minuten-Takt durch die Ortschaft. Doch der Gemeinderat hat nun eine mögliche Lösung gefunden, um dem Problem Herr zu werden:

Seit Jahren ist die Verkehrsbelastung in der Gemeinde am Chiemsee ein Problem. Einer Messung aus dem Jahre 2010 zufolge, kommen im Durchschnitt täglich 8270 Fahrzeuge durch die Ortschaft. Rund 5,5 Prozent davon sind Lkw. Am Dienstag wurden nun im Gemeinderat, mit der Unterstützung von einigen Fachbehörden, mögliche Lösungsansätze diskutiert. Unter anderem kam die Idee einer Tempo-30-Zone durch die Ortschaft auf den Tisch. Allerdings sei diese Möglichkeit rechtlich wahrscheinlich nicht zulässig, erklärte uns Ewald Mayer, Geschäftsleiter der Gemeinde. "Diese Tempo-30-Beschränkung hängt maßgeblich von einer Lärmberechnung ab. Und dafür sind die Voraussetzungen wohl nicht gegeben, da in der Nacht nicht so viel auf der Staatsstraße 2096 durch Chieming los ist wie tagsüber."

Ein weiterer Vorschlag war die saisonale- oder komplette Sperrung der Straße für den Schwerverkehr. Aber auch dieser Lösungsansatz war rechtlich nicht zulässig und wurde von Seiten der Behörden bereits abgelehnt. Damit Hand in Hand gehe die Idee, den Schwerverkehr in Richtung Traunstein umzulenken. "Dafür müsste die Beschilderung, beispielsweise in Matzing, geändert werden. Statt über Chieming könnte man die Lkw so über Traunstein zur Autobahn führen." Den Antrag für eine solche Änderung habe man bereits beim Landratsamt eingereicht.

Verkehrsbelastung durch Chieming

Die effektivste Lösung, um der hohen Verkehrsbelastung in Chieming Herr zu werden, sei aber eine Ortsumfahrung. Im Ausbauplan für Staatsstraße ist eine solche Umfahrung auch bereits enthalten und mit der "ersten Dringlichkeit" eingestuft. Die Sache hat allerdings einen Haken, weiß auch Mayer: "Diese Einstufung heißt, dass mit dem Ausbau frühestens zwischen 2021 und 2025 zu rechnen ist. Vorher wird das Straßenbauamt nichts unternehmen können." Eine Möglichkeit gibt es allerdings noch, um das Verfahren zu beschleunigen: Die Ortsumgehung in kommunaler Baulast. Dazu müsste die Gemeinde die Planungen übernehmen und rund 20 Prozent der Kosten selbst tragen. "Bei voraussichtlichen Planungs- und Baukosten von zehn Millionen Euro wären das zwei Millionen, die die Gemeinde beisteuern muss", so Mayer. Jetzt ist der Gemeinderat aber erstmal am Zug, über diesen Lösungsvorschlag zu entscheiden.

Rubriklistenbild: © ps

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