"Lernen, den Fluss zu lesen"

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Teilnehmer des Praktikantentages am Chiemsee.

Chiemsee - Wer Rettungsassistent werden möchte, muss auch in der Wasserrettung Erfahrungen sammeln. So wie Adrian Becker es auf am Chiemsee getan hat.

Seine Haare sind zerzaust und seine Augen strahlen, als Adrian Benker aus dem Wasser steigt. Der 23-Jährige hat gerade einen Ausbildungstag in der Wasserrettung am Chiemsee hinter sich – eine der letzten Stationen, bevor er in wenigen Wochen seine Prüfung zum Rettungsassistenten abgeschlossen hat. Zusammen mit zwei Frauen und drei Männern hat Adrian Benker in den letzten beiden Jahren diese Ausbildung beim Traunsteiner Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) absolviert und gehört hier mit zu den letzten Praktikanten. Ab 2014 wird die Ausbildung zum Rettungsassistenten durch den „Notfallsanitäter“ ersetzt .

Die Arbeit im Rettungsdienst faszinierte Adrian Benker schon als Jugendlichen. Nach dem Abitur besuchte der Traunreuter die Berufsfachschule für Rettungsassistenten in München, sammelte nebenbei praktische Erfahrungen in der Klinik der Barmherzigen Brüder in München und bestand die staatliche Prüfung. Im anschließenden „Anerkennungsjahr“ arbeitete er als Praktikant in den BRK-Lehrrettungswachen Traunstein, Trostberg und Traunreut. Hier wurde er von „Lehrrettungsassistenten“ angeleitet, die für diese Ausbildung besondere pädagogische Fähigkeiten haben. Hautnah lernte er in dieser Zeit die Arbeit im Rettungsdienst kennen, denn hier wurde er in unterschiedlichen Positionen eingesetzt – wie es der Ausbildungsplan vorschreibt. „Die meiste Zeit war ich dritter Mann im Rettungswagen und lernte hier unter Anleitung meiner Kollegen“, erzählt Adrian.

Praktiktantentag als „Spezialität“

Ein Teil der Ausbildung sind die „Praktikantentage“ – eine „Spezialität“ innerhalb der Ausbildung, die sich die Ausbilder der Region 18 ausgedacht haben und die als wertvolle Ergänzung bereits von anderen BRK-Kreisverbänden aufgegriffen wird. Einer der Verantwortlichen ist Robert Hauptenbuchner, der für die Aus- und Fortbildung im Traunsteiner BRK-Rettungsdienst zuständig ist. „Wir wollen hiermit die künftigen Rettungsassistenten mit Grenzsituationen vertraut machen, damit sie später im Beruf möglichst alle Situationen meistern können. Sie können jederzeit als Erster an einem ungewöhnlichen Unfallort sein, bevor Spezialkräfte eintreffen und müssen handeln.“ Dazu zählen Notfälle auf dem Berg und im Wasser sowie der „Massenanfall von Verletzten“ bei Großunfällen oder Katastrophenfällen. Auch die „technische Rettung“ ist ein Teil der Praktikantentage - hier spielt vor allem die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Bahn eine wichtige Rolle.

Adrian Benker ist am Ende des Tages begeistert von der Wasserrettungs-Ausbildung am Chiemsee, die zusammen mit der BRK-Wasserwacht und der DLRG organisiert wurde. Erste Station für die Gruppe war die Ache als Fließgewässer am Klobenstein. „Sie sollen lernen, den Fluss zu lesen“, erklärt Hauptenbuchner, „um seine Gefahren und vor allem die Kraft des Wassers richtig einzuschätzen.“

Die Tage für die Ausbildung zum Rettungsassistenten sind gezählt, denn ab nächstem Jahr wird es statt dessen den Notfallsanitäter geben. Diese Ausbildung wird drei Jahre dauern und mit einem Staatsexamen abgeschlossen. „Das Wissen wird in Theorie und Praxis vertieft und erweitert“, erklärt Robert Hauptenbuchner die neue Entwicklung, „und alle bisherigen Rettungsassistenten können sich mit einer Zusatzausbildung ebenfalls zum Notfallsanitäter schulen lassen.“

Pressemitteilung BRK Kreisverband Traunstein

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