Hoffnungsvolle Musik im Inselmünster

Alpenländisches Adventskonzert auf der Fraueninsel

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Andrea Wittmann mit Tochter Viviana bei ihrem Orgel- und Klarinettenspiel „Adagio“ auf der Empore im Münster Frauenchiemsee.

Chiemsee - Im Schein von flackernden Kerzen erfüllten am Samstag, dem 3. Dezember heitere, nachdenkliche und hoffnungsvolle Lieder die Münsterkirche auf der Fraueninsel.

Derart besinnlich eingestimmt, lauschten die Konzertbesucher des "Alpenländischen Adventskonzert" sichtlich hingerissen (manche durchgehend mit geschlossenen Augen) dem musikalisch ganz abwechslungsreich interpretierten Spiel des Grassauer Alphornduos, der Zirbelstuben`Musi, der Truchtlinger Klarinettenmusi und dem Zwoagsang - dazwischen folgten immer wieder gedankenvolle Worte der Kirchenmusikerin Andrea Wittmann. 

Es wird ein Stern aufgehen ...

Alle Lieder vermochten mit ihrer ganz individuellen Aussage, mit ihrer eigenen Melodie ob getragen ("Adventliche Alphornrufe" - von Sebastian Krause und Johann Schmuck) oder beschwingt ("Am Bacherl" - die Zirbelstuben`Musi mit Hans Niedermaier, Matthias Siglbauer und Florian Fenninger) die Botschaft der Adventszeit zu verkündigen. Musikalische Tiefe und Innigkeit erlebten die Zuhörer bei den von der Empore erhebenden Klängen zu "Großer Herr, o starker König" dargeboten von Alexander Trauth, einem fantastischen Bassbariton Sänger, begleitet von dem grandiosen Orgelspiel Andrea Wittmanns. Gemeinsam mit ihrer Tochter Viviana Wittmann bot sich ein wahrer Musikgenuss bei dem zauberhaften Klarinetten- und Harmonikaspiel des "Advents-Landler" - einer Interpretation, die wie von unsichtbarer Hand gezogen mitriss. Die Poesie all dieser Lieder, die Ruhe und Zufriedenheit vermittelten, die den Heiland ankündigten und Freude in den Herzen weckten, ist weitaus aussagefähiger, als es Worte auszudrücken vermögen. 

Beendet wurde das Konzert mit dem Thema Hoffnung - Wittmann lud die zahlreichen Zuhörer, die teilweise von sehr weit angereist waren, zu dem gemeinsamen Schlusslied "Es wird ein Stern aufgehen, Immanuel mit Nam. Ein Wunder wird geschehn, Gott zündt ein Licht uns an" ein.

Andrea Wittmann im Interview

Nicht nur die perfekte Beherrschung der Werkzeuge und Instrumente begeisterte das Publikum, es war auch die persönliche Ausstrahlung dieser Musiker, denen man die Freude am Musizieren und den Spaß an der Musik förmlich ansah. Die studierte Kirchenmusikerin Andrea Wittmann traf Lisa Morgenstern von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Prien Marketing GmbH kurz vor dem Konzert zum Gespräch. 

Frau Wittmann, Sie haben Kirchenmusik studiert. Warum? 

Seit dem 12. Lebensjahr spiele ich jedes Wochenende Gottesdienste in Klöstern/Kirchen in unserer gesegneten Heimat. Die meiste Zeit habe ich im Kloster Frauenchiemsee gespielt und war inspiriert von Gebet & Musik. Mein Interesse an der Kirchenmusik war groß, so dass ich es am Mozarteum studierte. Seit 20 Jahren bin ich als Kirchenmusikerin in der Pfarrei Seeon tätig. 

Welche Instrumente beherrschen Sie? 

Harmonika, Klavier, Cembalo, Orgel und singe sehr viel und leite drei Chöre 

Was verbindet Sie mit Wolfgang Amadeus Mozart? 

Mozart war oft im Kloster Seeon und hat von 1766-1780 auf "meiner" Orgel gespielt - die sogenannte "Mozartorgel"; Kloster Seeon hat als einziges deutsches Kloster zwei Offertorien von ihm gewidmet bekommen; wir haben eine Mozarteiche sowie einen Mozartweg, allerdings hat uns Salzburg die Mozartkugeln voraus. 

Sie sind Organistin - viele Instrumentalisten haben eine ganz intensive Beziehung zu ihrem Instrument. Wie ist das bei Ihnen? 

Die Königin der Instrumente ist die Orgel! Das einzige Instrument mit dem man im Trio spielen kann. D.h. rechte Hand, linke Hand und Pedal können zur gleichen Zeit drei verschiedene Melodien spielen. Die Orgel im Sakralraum zu spielen ist ein schönes Gefühl. 

Haben Sie neben der Liebe zu den Instrumenten noch eine andere Leidenschaft?

Berggehen, Schwimmen, Skifahren 

Gibt es von Ihnen Aufnahmen? 

Viele…; meinen ersten Alpenrocksong habe ich auf youtube Andrea Wittmann Grenzenlos gestellt - das Video ist bei einem Chiemgauer Gipfelkreuz mit Hintergrund der Chiemsee gedreht. Sowie eine CD vom Kloster Frauenchiemsee und Kloster Seeon 

Sie übernehmen oft die Leitung von Konzerten. Was fordert Kirchenmusik von den Instrumenten und ihren Spielern? 

Können, Konzentration, Leidenschaft - sprechende Musik… 

Neben Johann Schmuck, Sebastian Krause, Hans Niedermaier, Matthias Siglbauer, Florian Fenninger und Alexander Trauth treten Sie bei dieser Aufführung gemeinsam mit Ihrer Tochter Viviana auf. Kommt es häufig vor, dass sie beide zusammen auf der "Bühne" stehen? 

Mit meiner Tochter, die nicht nur Klarinette, sondern auch Saxophon spielt, treten wir gemeinsam mit authentisch bayerischer Musik über feine Jazzarrangements bis zur Klassik auf. Das "Alpenländische Adventskonzert" heute Nachmittag ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Was denken Sie - warum gehen die Leute so gerne in Kirchenmusikkonzerte, wo doch die Gottesdienste zur heutigen Zeit nicht sonderlich gut besucht sind? Gerade der Advent (was früher eine Fastenzeit vor dem 6. Januar, die am 11. November begann, war) ist die Vorbereitung auf Weihnachten, in der sich Christen der Menschwerdung Gottes bewusst werden sollen. Eine Zeit für Ruhe, Besinnlichkeit und Zeit mit der Familie. Das Ursprüngliche in der "alpenländischen Musik" öffnet Herzen und verbindet Menschen. 

Was ist das Besondere für Sie, hier im Inselmünster zu musizieren? 

Das Kloster Frauenwörth ist neben Kloster Eichstätt das älteste Frauenkloster Deutschlands. Dieser Kraftort hat für mich eine ganz besondere geistliche Aura und ich spüre die christliche Spiritualität, mitunter der 1500 Jahren alten Regeln des Hl. Benedikts, die die Benediktinerinnen im Kloster Frauenchiemsee leben. 

"Es wird ein Stern aufgehen ..." lautet das Programm - so auch das Titellied eines 1996 entstandenen Adventsspieles. Was erwartet die Konzertbesucher? 

Das Stück ist aus dem Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern entstanden zur Adventskranzsegung und mit einem Text der weit zurück geht bis zu den Propheten. Die Strophen handeln auch vom "Dunkel ins Licht" und die Hoffnung für alle Menschen "Es wird ein Stern aufgehen…"

Pressemitteilung Prien Markteing GmbH

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