Rund 1,5 Fußballfelder Neuland pro Jahr

Der Chiemsee verschwindet langsam

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Das Delta der Tiroler Achen
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Chiemsee - In etwa 8.000 Jahren wird unser Bayerisches Meer Geschichte sein und das hat einen ganz bestimmten Grund.

Die Großache ist ein 79 km langer Fluss, der im Osten des österreichischen Bundeslandes Tirol das Leukental sowie den Achental genannten, südlichen Teil des bayerischen Chiemgaus durchfließt und bei Grabenstätt in den Chiemsee mündet. Das Mündungsdelta in den Chiemsee ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Chiemsee wird zugeschüttet

Sie wird dafür verantwortlich sein, dass der Chiemsee in rund 8.000 Jahren Geschichte sein wird. Sie füllt ihn nämlich mit Alpengestein auf. Der Hauptarm des Flußdeltas schiebt sich bis zu 25 Meter jährlich in den See. Dummerweise hat man den Wasserspiegel des Chiemsees vor gut 100 Jahren um etwa einen Meter abgesenkt, um Ackerland zu gewinnen.  Zwischen Übersee und Grabenstätt schüttet die Tiroler Ache, so heißt der Fluss im letzten Abschnitt, ihr gesammeltes Geschiebe – von Kälte gesprengtes Felswerk aus den Kalkalpen, Kies und feines Sediment – in den See. Dadurch entsteht neues Land, auf dem sich Auwälder ansiedeln schreibt die Gmündner Tagespost.

Rund 310.000 Kubikmeter Fracht bringt der Fluss jährlich ein und schafft damit die Fläche von 1,5 Fußballfeldern Neuland. „Noch vor 100 Jahren versuchte man, dem Chiemsee Land abzutrotzen für den Ackerbau. Heute jammert man darüber, dass er verlandet“, sagt Stefan Kattari, der Macher einer Sonderausstellung zur Ache im örtlichen Museum gegenüber der Gmündner Tagespost.

Klimawandel

Der Klimawandel steht in Verdacht, die Verlandung zu beschleunigen. Weil es öfter Starkregen gibt, transportieren die Flüsse noch mehr Sedimente in die Seen. Schlechte Nachrichten für das Bayerische Meer. Unsere Voralpenseen sind ein Geschenlk der Eiszeit, Gletscher haben sie geschaffen.

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf hat 2015 das Projekt "Bayerns Seen im Klimawandel" zur Erforschung des Klimawandels gestartet. 900.000 Euro gingen dafür an die Gewässerforschung der technischen Universität München.

Auslauf der Prien in den Schafwaschener Winkel, hier kann man die Verlandung sehr deutlich erkennen

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