Umstrittene Gedenkstätte

Jodl-Grab auf der Fraueninsel wird wieder ein Fall fürs Gericht

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Grabstätte Alfred Jodl
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Chiemsee - Der umstrittene Gedenkstein, der auf dem gemeindlichen Friedhof auf der Fraueninsel an den verurteilten Kriegsverbrecher Alfred Jodl erinnert, wird wohl wieder ein Fall fürs Gericht.

Der umstrittene Grabstein auf der Fraueninsel, der an den Wehrmachtsgeneral Alfred Jodl erinnert, muss weg, das hatte der Gemeinderat am 22. Februar entschieden. Seit Jahren ist der Gedenkstein heftig umstritten. Er solle als Pilgerstätte für Rechtsradikale dienen.

Grabeigentümer will vor Gericht ziehen

Nach diesem Gemeinderatsbeschluss müsste der Grabstein eigentlich durch ein neutrales Grabmal ersetzt werden und es dürfe dort künftig niemand mehr beerdigt werden. Der Grabeigentümer hält die Grabaufllösung aber für rechtswidrig und will gerichtlich dagegen vorgehen, berichtet nun die Abendzeitung.  "Post vom Anwalt habe ich schon bekommen", bestätigt Bürgermeister Huber gegenüber der AZ und bringt sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass nach vielen und langen Diskussionen am Ende keine diplomatische Lösung mit dem Grabeigentümer getroffen werden konnte.

Proteste in der Vergangenheit

Aktionskünstler Wolfram Kastner schüttete mehrmals rote Farbe über das sogenannte "Jodl-Grab"

In der Vergangenheit hatte der Künstler Wolfram Kastner mit verschiedenen Aktionen das Grab des verurteilten NS-Kriegsverbrechers Alfred Jodl auf der Fraueninsel am Chiemsee verändert, beschmiert und beschädigt und landete dafür vor Gericht. Auch Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen/Kreisverband Traunstein, sowie die Friedensinitiative Traunstein-Traunreut-Trostberg und Die Linke positionierten sich klar gegen die Verlängerung des Grabes Jodl.  Dem Deutschen Bundestag und den Bayerischen Landtag wurde im April 2014 vom Inselbewohner Georg Wieland sogar eine Petition gegen das Grabmal übergeben.

Jodl im Jahr 1946 in Nürnberg als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt 

Alfred Josef Ferdinand Jodl war ein deutscher Heeresoffizier (ab 1944 Generaloberst) und während des Zweiten Weltkrieges als Chef des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht an führender Stelle an der Planung der deutschen Militäroperationen beteiligt.

Jodl gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen. Er wurde am 1. Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten schuldig gesprochen, zum Tod durch den Strang verurteilt und mit neun weiteren Verurteilten am 16. Oktober 1946 in Nürnberg hingerichtet. Seine Asche wurde in die Münchner Isar gelegt, demnach befinden sich auf der Fraueninsel keine sterblichen Überreste von Jodl.

Deutsche Richter rehabilitierten Jodl posthum 1953. Deren Urteil widerrief dann noch im selben Jahr der bayerische „Minister für politische Befreiung“ auf Druck der Alliierten. Neben seinem Namen stehen auch die seiner beiden Ehefrauen. So erinnert die Gedenkstätte auch an Irma Jodl (1885-1944), geborene Gräfin von Bullion, und an Luise Jodl (1905-1998), geborene von Benda.

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