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Wird er nisten?

Flamingo am Chiemsee? Der Exot lebt dort frei - das ganze Jahr über

Gertie haben Vogelliebhaber den Flamingo getauft, der seit einigen Monaten wieder am Bayerischen Meer zu Gast ist, meist im Irschener Winkel bei Bernau.
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Gertie haben Vogelliebhaber den Flamingo getauft, der seit einigen Monaten wieder am Bayerischen Meer zu Gast ist, meist im Irschener Winkel bei Bernau.

Der Chiemsee-Gebietsbetreuer stellt für die Leser der OVB-Heimatzeitungen die Arten vor, die dort leben. Heute geht es um einen ganz besonderen Exoten: den Flamingo.

Chiemsee - Nach einigen Jahren der Abwesenheit kann seit Ende November vergangenen Jahres wieder ein Flamingo am Chiemsee beobachtet werden, genauer gesagt ein Chileflamingo (Phoenicopterus chilensis).

Wie der Name es schon vermuten lässt, ist dieser Vogel bei uns und auch im europäischen Raum nicht heimisch, ursprünglich kommt er in Südamerika vor. Dort erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet von Peru über Uruguay bis nach Feuerland, wo er in den Hochlanden an flachen Uferbereichen großer Seen in Kolonien von meist tausenden Tieren brütet.

Der Chiemsee-Flamingo kommt aus einem Zoo

Selbst im Sommer kann es hier zweistellige Minusgrade geben. Den Vögeln und ihrer Brut macht das nichts. Und so kommen sie auch in unseren Gefilden sehr gut mit den hier vorherrschenden Klimaverhältnissen zurecht.

Der sich aktuell am Chiemsee aufhaltende Vogel dürfte aus einem privaten Tierpark aus Salzburg stammen, wo rund 100 Tiere in einer Kolonie zusammen mit Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) leben. Von diesem unterscheidet er sich durch seinen vorne bis zur Hälfte schwarz gefärbten Schnabel und seine beigegrauen Beine, die lediglich am „Knie“ – es ist das sogenannte Intertarsalgelenk – und an den Zehen auffallend rot gefärbt sind.

Auch interessant: Kein Leinenzwang am Chiemsee: Neue Initiative zum Vogelschutz setzt auf Freiwilligkeit

Vor Jahren zwei Arten Flamingos am Chiemsee

Der auch im Mittelmeerraum beheimatete Rosaflamingo – Kolonien gibt es zum Beispiel in der Camargue in Südfrankreich oder auch in der italienischen Po-Ebene – hat hingegen einheitlich rosa gefärbte Beine und der Schnabel ist nur an der Spitze schwarz.

Vor einigen Jahren konnte man sogar beide Arten am Chiemsee beobachten, die sich in einer Gruppe von bis zu fünf Vögeln hier aufhielten. Diese Gruppe wechselte auch schon mal an den Forggensee bei Füssen oder an den Unteren Inn beziehungsweise nach Cham in die Oberpfalz. Hier konnte 2015 im Rötelseeweihergebiet erstmalig und bisher einmalig für Bayern die erfolgreiche Brut eins Paares dokumentiert werden.

In Nordrhein-Westfalen, im Zwillbrocker Venn an der Grenze zu den Niederlanden existiert seit Anfang der 1980er-Jahre sogar eine kleine Kolonie, in der sich die Flamingos regelmäßig fortpflanzen.

Brutversuche am Chiemsee gab es bislang nicht und dürften auch auszuschließen sein, da der See mit seinem doch immer wieder schwankenden Wasserspiegel die Nester – es sind kleine, getöpferte Schlammkegel, auf denen dann ein Ei liegt – unter Wasser setzen würde.

Flamingos werden bis zu 60 Jahre alt

Der sich am Chiemsee, meist im Irschener Winkel aufhaltende Chileflamingo wird möglicherweise noch länger die Besucher zu verwunderten Ausrufen bewegen und erfreuen, können die Vögel durchaus 60 Jahre und älter werden. Allerdings mehren sich Indizien, dass er weitergezogen ist. Dieser Tage wurde ein Flamingo am Erlensee bei Schechen gesichtet.

Zu Fressen wird er ausreichend finden: In den Flachwasserbereichen des Chiemsees kann er kopfüber mit seinem mächtigen, besonders gebogenen Schnabel kleinste Lebewesen wie Krebstierchen, Insektenlarven und Algen herausfiltern. Die Technik dieses Seih-Apparates ähnelt der der Bartenwale.

Über die Nahrung nimmt der Flamingo auch den Farbstoff für sein Gefieder auf. Sogenannte Carotinoide sind letztendlich für die Rosafärbung des Vogels verantwortlich.

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