Auf zu neuen Uferwegen!

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Der gesamte Uferbereich in Feldwies soll durch einen Bebauungsplan neu geordnet werden. Zur Orientierung: rechts unten liegt die Dampferanlegestelle, links vom Bildrand würde der Campingplatz folgen, am oberen Rand des Plans ist farbig der Strandbadparkplatz zu erkennen. Die gelbe senkrechte Linie darunter markiert den gewünschten künftigen Verlauf der Julius-Exter-Promenade. Grafik gemeinde übersee

Übersee - Die Gemeinde Übersee will ihre touristische Schokoladenseite aufwerten. Sie hat einen "Masterplan" für das Areal der Feldwieser Landzunge entwickelt.

Die Gemeinde Übersee will ihre touristische Schokoladenseite aufwerten. Weil der Chiemseeufer-Bereich in Feldwies ein sensibler ist, hatte sie in Abstimmung mit Behörden einen "Masterplan" zentraler Ziele entwickelt. Im Oktober 2010 hatte der Gemeinderat einstimmig ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Am Donnerstagabend arbeitete das Gremium 70 Seiten Stellungnahmen aus der ersten Auslegung der Pläne ab.

Dass sowohl "Master-" als auch Bebauungsplanentwurf durchdacht und gut vorbereitet waren, ließ sich an dem Umstand ablesen, dass der dicke Papierstapel in gerade einmal eineinhalb Sitzungsstunden im Erdgeschoss der Schule in rund 40 Einzelbeschlüsse mündete, die nahezu alle einstimmig gefasst wurden. Nur in zwei Fällen gab es eine beziehungsweise zwei Gegenstimmen. Zwei Räte fehlten in der Sitzung, Anton Stefanutti (Grüne) durfte wegen persönlicher Beteiligung nicht an Beratungen und Abstimmungen teilnehmen.

Bis zum Sommer dieses Jahres will die Gemeinde das Verfahren zum Abschluss bringen, gab Bürgermeister Marc Nitschke als Zeitziel vor. Landschaftsarchitekt Dietmar Narr vom federführenden Planungsbüro hält diesen Zeitplan für machbar. Nach den Beschlüssen vom Donnerstag soll nun möglichst schnell die zweite, überarbeitete Auslegung der Gesamtplanung folgen.

Mit der Verabschiedung des Bebauungsplans würde auch Baurecht geschaffen, denn die Planung berücksichtigt auch Ausbauwünsche der "Seewirtschaft" und des "Chiemgauhofs", jeweils nördlich des Bestands. Zudem möchte der örtliche Tourismusverein möglichst bald seine "Beachbar" neu bauen.

Kern des Konzepts: Trennung von Verkehrs- und Freizeitflächen

Wesentlicher Kern des Konzepts ist aber die Trennung von Verkehrs- und Freizeitflächen. Die Verlegung der Julius-Exter-Promenade, die kurz vor dem Strandbad am nördlichen Ende des Areals eine lang gezogene Kurve Richtung Ufer beschreibt, steht weit oben auf der Wunschliste. Die Straße soll begradigt und so auf die gegenüberliegende Seite eines Biotops verlegt werden. Allerdings müsste die Kommune dazu zunächst den nötigen Grund erwerben, der in privater Hand ist.

Nitschke nannte auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung auch den Bau eines Kreisels an der Zufahrt zur Promenade, wo sich die Straße aus Richtung Übersee und von der nahen Autobahn in zwei Richtungen teilt, als ein vordringliches Ziel. Allerdings hat der Landkreis in seiner Stellungnahme signalisiert, dass er derzeit keine Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung sieht. Die Kommune müsste den Kreisverkehr also nach Lage der Dinge selbst schultern.

Im Rahmen der Umgestaltung des lang gezogenen Areals auf der Feldwieser Landzunge sollen Radwege vom See weg an die Promenade und Parkplätze zum Teil auf deren Ostseite verlegt werden, sodass der ufernahe Bereich nur noch Fußgängern vorbehalten wäre. Die Zahl der Stellplätze soll von 700 auf rund 1000 steigen.

Baumbestand soll erhalten bleiben

Narr und Nitschke betonten unisono, dass der Baumbestand erhalten bleiben soll. Das ist auch textlich in den Erläuterungen des Bebauungsplans so festgeschrieben. Eventuelle "Verluste" müssten demnach durch Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden. Fest steht - allein schon wegen gesetzlicher Vorgaben - auch, dass die sogenannten Retentionsräume, also Flächen, in denen sich bei Chiemseehochwasser Wasser sammeln kann, exakt im heutigen Volumen erhalten bleiben müssen. Die genaue Lage möglicher neuer Rückhalteflächen wird derzeit in einem eigenen Gutachten erforscht.

Weitere wesentliche Inhalte der Planung, deren tatsächliche Verwirklichung in der Zukunft aber von vielen Faktoren abhängt, sind ein Skulpturenweg, mit dem Übersee seine Geschichte als Künstlerdorf dokumentieren könnte, die Vergrößerung des Vereinsheims des Segelclubs und eine Zugbrücke über den Überseer Bach. Aus der ursprünglichen Planung gestrichen wurde inzwischen eine Naturschutzwarte.

Nach der Behandlung der Bedenken und Anregungen äußerte sich Nitschke froh über dieses wichtige Etappenziel: "Wir sind einen großen Schritt nach vorne gegangen", freute sich der Bürgermeister.

Chiemgau-Zeitung

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