Polizei: Betreten der Eisflächen weiterhin lebensgefährlich!

Trotz Warnungen: Viele Leute zu Fuß auf dem Chiemsee!

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Prien/Chiemsee - Nach den Eisunfällen auf dem Königs- und dem Chiemsee am Samstag warnt die Polizei auch am Sonntag, dass ein Betreten der Eisflächen auf den Seen weiterhin lebensgefährlich ist.

UPDATE, Sonntag 17.50 Uhr:

Trotz aller Warnhinweise gab es auch am Sonntag wieder viele Spaziergänger, die zu Fuß zu den Chiemsee-Inseln wanderten. Ein User hat uns dieses Bild zukommen lassen:

Update, Sonntag, 11 Uhr: Polizei warnt weiter vor Betreten der Eisflächen

Immerhin ein gewisses Maß an Humor bewies hier jemand am Königssee. Das Bild schickte uns ein Leser

Die Polizei möchte die Bevölkerung nochmals daran erinnern, dass die Eisflächen auf den Seen in der Region nicht tragfähig sind.  "Wir befürchten heute ähnliches Verhalten", erklärte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. "Je nach Lage, werden wir möglicherweise auch heute wieder mit einem Helikopter der Hubschrauberstaffel in den Seenbereichen aktiv sein."

WARNUNG DER POLIZEI: 

Es besteht weiterhin Lebensgefahr beim Betreten der Seen. Angesichts der großen Anzahl von Menschen auf der nur teilweise geschlossenen Eisfläche, wird diese zusätzlich belastet und geschwächt. Betreten Sie die Eisflächen nicht. Respektieren Sie bitte die Anweisungen und Ratschläge, die Ihnen auch Angehörige der Wasserrettungen erteilen!

Update, Samstag 20.30 Uhr: Pressemeldung zu den Einsätzen des Tages

„Ja sollen wir denn den ganzen See mit Flatterleinen absperren?“, fragten sich am Samstag Wasserretter am Chiemsee und am Königssee, sowie Beamte der Wasserschutzpolizei Prien. Die Frage stellte sich angesichts der zahlreichen Ausflügler, die meist ohne jegliches Gefahrenbewusstsein – einige waren mit Kinderwägen unterwegs – auf den Eisflächen der Seen umherwanderten.

12 Uhr schlug es – im wahrsten Sinne des Wortes – für einen 55-Jährigen aus dem Landkreis Rosenheim, als er just zu diesem Zeitpunkt, urplötzlich, für ihn völlig überraschend und durchaus unerwünscht, mit einem weiteren und derzeit vernachlässigten Aggregatzustand von H2O Bekanntschaft machte: mit flüssigem Wasser!

Zu diesem Zeitpunkt brach der Mann nämlich, etwa 200 Meter südwestlich der Herreninsel, durch die Eisschicht des Chiemsees. Ein Passant hatte dies glücklicherweise bemerkt und sofort einen Notruf abgesetzt. Ein weiterer Passant, der einen Schlitten mit sich führte, konnte schließlich eingreifen. Ihm gelang es, seinen Schlitten so weit zu dem Eingebrochenen zu bugsieren, dass sich dieser daran festhalten konnte. 

Der enorm geschwächte 55-Jährige kam so, mit vereinten Kräften, zurück auf die Eisfläche und wurde durch die Helfer unverzüglich auf die Herreninsel verbracht. Dort erwartete ihn der per Helikopter Christoph 14 eingetroffene Notarzt, der Sofortmaßnahmen ergriff. Mit einer nur noch knapp über 30 Grad° liegenden Kern-Körpertemperatur kam der 55-Jährige auf die Intensivstation in Prien. Etwa 15 Minuten hatte er nach jetzigen Erkenntnissen hilflos in dem eiskalten Wasser zugebracht. Ein Wunder, dass er sich derart geschwächt und unterkühlt so lange hatte halten können.

Unzählige Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf der Eisfläche des Chiemsees, die in Teilen – und NUR in Teilen - 10 bis 12 cm Dicke aufweist. Als Ganzes ist der See noch lange nicht zugefroren, zudem beeinflussen die meist nicht erkennbaren Zuflüsse oder auch Bojen und Untiefen die Stärke enorm. Eine enorm unterschätzte Gefahr!

Am Samstag waren zahlreiche Angehörige der Wasserrettung an vielen Seen der Region anzutreffen und sowohl am Chiemsee, als auch am Königssee im Berchtesgadener Land im Rettungseinsatz. Leider wurden die vielen gut gemeinten Ratschläge der Freiwilligen von zahlreichen Menschen einfach in den Wind geschlagen. Animiert von Spaziergängern auf der Eisfläche, wagten sich über den Tag hinweg immer mehr Ausflügler auf die Seen. So brach dann auch nur knapp eine Stunde nach dem Vorfall am Chiemsee ein älterer Mann in den Königssee ein. Er konnte sich offenbar selbst und noch vor Eintreffen alarmierter Retter auf das Eis ziehen und wurde wenig später völlig durchnässt und unterkühlt angetroffen.

Fast hilflos mussten Wasserretter mit ansehen, wie trotz der alarmierenden Ereignisse zahlreiche Menschen den Chiemsee und den Königssee betraten. Die Wasserretter und das Polizeipräsidium Oberbayern Süd entschlossen sich daher „die Notbremse zu ziehen“. Der Polizeihubschrauber Edelweiß nahm einen für die Wasserfläche kundigen Beamten der Wasserschutzpolizei Prien auf. Per Lautsprecherdurchsagen wurden die Menschen auf dem Eis des Chiemsees aufgefordert, diesen zu verlassen, was die Besucher auch taten. Im Anschluss flog die Maschine mit dem fachkundigen Beamten zum Königssee. Auch dort gelang es, die sich in Gefahr begebenden Menschen von der Eisfläche „zu vertreiben“. Nur wenig später war es jedoch nötig, wiederum am Chiemsee eine Schar Kinder in der Feldwieser Bucht, die nahe der Eiskannte Hockey spielte, Richtung Ufer zu dirigieren.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, Samstag 19.15 Uhr: Details zum Eiseinbruch im Königsee

Ein Foto des BRK von der Lage am Königssee

Das BRK Berchtesgadener Land hat in einer Pressemitteilung Näheres zum Vorfall auf dem Königssee bekannt gemacht. Demnach ist dort am Samstagmittag gegen 13 Uhr ein älterer Mann im Bereich der Echowand auf dem Königssee in das noch nicht tragfähige Eis eingebrochen. Er konnte sich mit Hilfe eines Ersthelfers wieder auf die Eisfläche retten, wo er frierend und durchnässt von der BRK-Wasserwacht gefunden wurde, eine weitere Versorgung und den Abtransport aber ablehnte.

Update, Samstag 19 Uhr: Auch im Salzburger Land Probleme mit zu dünnem Eis

Die Polizei informiert, dass es in den Eisflächen der Trumer Seen bereits offene Stellen gibt. Es wird darauf hingewiesen, sich im Bereich der Buchten aufzuhalten und bei diesen wärmeren Temperaturen vorsichtig zu sein!

Kurz vor elf Uhr war ein Eisläufer aus Salzburg (54) in der Mitte des Mattsees unterwegs. Der Salzburger stürzte in ein Eisloch von zirka zehn Zentimeter und fiel in das eiskalte Wasser. Der Mann konnte sich selbstständig auf die Eisfläche und ans Ufer retten. Der körperlich trainierte Mann hatte großes Glück und blieb bei dem Unfall unverletzt.

Der Mattsee trägt derzeit eine Eisdecke von teilweise zirka 20 Zentimeter, die jedoch im Bereich von Quellen und dergleichen teilweise noch offen ist. Bei einem Erkundungsflug durch Beamte der Polizeiinspektion Obertrum mit dem Polizeihubschrauber der Flugeinsatzstelle Salzburg sichteten die Polizisten das Eisloch, in das der Mann gestürzt war. 

Die Informationen wurden der Feuerwehr Mattsee weitergeleitet mit dem Ersuchen, die offene Stelle am Mattsee zu kennzeichnen. Dadurch war es möglich, sehr viele Menschen, die derzeit aufgrund des schönen Wetters und des Wochenendes auf der Eisfläche am See unterwegs sind, zu warnen und einen möglichen, schweren Unfall zu verhindern.

Presseaussendung Landespolizeidirektion Salzburg

Update, Samstag 16.55 Uhr: Auch am Königssee Eiseinbrüche

Erst am Mittwoch hatte Kurz im Gespräch mit bgland24.de gewarnt, dass der See noch nicht freigegeben ist, sondern noch immer absolute Lebensgefahr besteht, wenn man ihn betritt.

Zwischenzeitlich meldete sich Franz Kurz von der Wasserwacht Berchtesgaden bei der Redaktion von bgland24.de. "Ich komme gerade vom Königssee. Am Königssee gleiches Szenario wie am Chiemsee. Viele Uneinsichtige, zum Teil mit kleinen Kindern, bewegten sich am Königssee weit über die Seelände hinaus Richtung St.Bartholomä", berichtet er. 

"Nach zwei Eiseinbrüchen, die glücklicherweise glimpflich ausgingen, hat die Polizei ebenfalls mit Hubschrauber die Leute per Lautsprecherdurchsage zum Verlassen der Eisfläche aufgefordert", schildert Kurz.

Erst am Mittwoch hatte Kurz im Gespräch mit bgland24.de gewarnt, dass der See noch nicht freigegeben ist, sondern noch immer absolute Lebensgefahr besteht, wenn man ihn betritt.

Update, Samstag 15.45 Uhr: Eisfläche geräumt

Wie die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Nachfrage von rosenheim24.de mitteilte, hat sich die Lage inzwischen geklärt. 

"Auf Aufforderung der Hubschrauberbesatzungen von Edelweiß 5 und der Wasserschutzpolizei haben die Personen, die sich auf dem Eis aufgehalten haben, dieses mittlerweile verlassen", erläuterte ein Beamter der Einsatzzentrale, "Es ist zum Glück auch niemand mehr eingebrochen!" Auch am Königssee, den ebenfalls Personen betreten hatten, sei inzwischen die Eisfläche wieder geräumt worden.

Erstmeldung:

Aufgrund der sofortigen Alarmierung von Wasserrettungskräften und dem Rettungshubschrauber Christoph 14 konnte die Person lebend geborgen und medizinisch versorgt werden. Der Person geht es gut, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd soeben mit.

Weitere Personen auf dem See

Nach Feststellung der Polizeihubschraubers Edelweiß 5 und Beamten der Wasserschutzpolizei des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd befinden sich derzeit (Stand: Samstag, 13.30 Uhr) weitere Personen/Spaziergänger auf dem Eis.

Warnmeldung der Polizei:

Die Polizei hat deswegen folgende Warnmeldung herausgegeben: Das Eis sei derzeit nicht tragfähig! Es bestehe Lebensgefahr, hieß es seitens der Beamten! Alle Personen werden ersucht, die Eisfläche sofort zu verlassen! Derzeit werden die Personen von Land aus durch Beamte der Wasserschutzpolizei und aus der Luft von einem Polizeihubschrauber aus auf die gefährliche Situation aufmerksam gemacht.

Bezüglich anderer Seen im Schutzbereich des Präsidiums Oberbayern Süd kann derzeit keine Auskunft erteilt werden. Aufgrund der derzeitigen warmen Witterung muss aber davon ausgegangen werden, dass auf weiteren vermeintlich zugefrorene Seen kein tragfähiges Eis besteht!

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd EZ

Rubriklistenbild: © privat

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