Mangelt es wirklich an Wasserwachten am Chiemsee?

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Lebensgefahr am Chiemsee: Mangelt es tatsächlich an Wasserrettung zwischen Prien und Seebruck?

Prien - Gibt es eine Lücke bei der Wasserrettung zwischen Seebruck und Prien? Ein User auf Pinweis behauptet das und verweist auf den Kanu-Unfall an Weihnachten 2014. Wir haben nachgefragt, ob an dem Vorwurf etwas dran ist!

Für die Sportler, Anwohner, Badegäste und Besucher des Chiemsees ist die Wasserrettung essenziell. Es ist wichtig, dass die Wasserwacht immer auf Bereitschaft ist. Über chiemgau24.pinweis.de meldete sich nun ein User, der sich über die angeblich fehlende Wasserrettungsorganisation zwischen Seebruck und Prien beschwert. Dort gebe es weder Feuerwehr noch Wasserwacht in diesem Bereich.

Sehr lange Anfahrtszeiten von den Wasserwacht-Stationen aus Seebruck oder Prien seien die Folge. Dies zeige beispielhaft der Vorfall, bei dem ein Kanu an Weihnachten 2014 zwischen zwischen Gstadt und Fraueninsel gekentert ist. Die Betroffenen waren mindestens 15 Minuten im sechs Grad kalten Wasser.

Der Vorstandsvorsitzende der Wasserwacht Prien, Gerhard Wappmannsberger, hat sich nun auf Anfrage von chiemgau24.de zu dieser Beschwerde geäußert. Der Chiemsee sei mit den sechs Wasserwachtstationen in Breitbrunn, Bernau, Prien, Übersee, Chieming und Seebruck gut auf Unfälle vorbereitet.

Die Rettung des Kanus dauerte nicht aufgrund der Anfahrtszeit länger. Der Grund sei die Jahreszeit, so Wappmannsberger. In den Wintermonaten haben einige Stationen geschlossen, da keine Badegäste oder kaum Sportler anzutreffen sind. Bei dem Vorfall waren die Wasserwachten in Breitbrunn und Seebruck nicht besetzt, sodass eine entfernte Station kontaktiert werden musste.

Wer in den Wintermonaten in den eiskalten Chiemsee hinausfahren will, geht somit ein Risiko ein: „Selbst wenn das Kanu direkt vor einer Wasserwachtstation gekentert wäre, kann die Rettung wegen der Unterkühlung des Körpers knapp werden“, sagt der Vorsitzender.

Der Einsatz von den Wasserwachten müsse nicht verstärkt werden, meint Gerhard Wappmannsberger. Die Wasserwacht gebe sich stets Mühe, bei Einsätzen gleich an Ort und Stelle zu sein, aber bei der Rettung seien sie auf die Hilfe der Passanten angewiesen: „Es ist wichtig, dass jeder Eigenverantwortung trägt und selber Rücksicht auf das Umfeld nimmt. So können Unfälle reduziert werden“, appelliert Gerhard Wappmannsberger.

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Pinweis für die Regionen Rosenheim, Wasserburg und Mühldorf: ovb.pinweis.de (OVB Heimatzeitungen)

suwaMT/ch24

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