CRS: Gefundenes Fressen für Drogenfahnder?

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Übersee - Das Gerücht, dass die Polizei nur so viel Präsenz beim Reggae Summer zeigt, um "Kiffer" aus dem Verkehr zu ziehen, hält sich seit Jahren vehement. Doch was ist dran?

Sieht man sich einmal die Polizei-Statistiken zum Chiemsee Reggae Summer (CRS) der vergangenen Jahre an, so sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2009 waren zu Spitzenzeiten rund 130 Polizei-Beamte auf dem Festivalgelände unterwegs. Über 250 Aufgriffe gab es damals im Bereich des Betäubungsmittelrechts. Dabei wurden ausschließlich kleine Mengen von Marihuana und Haschisch sichergestellt. Die größten Einzelfunde waren 35 Gramm Marihuana und gut 80 Gramm Haschisch. Mittlerweile patroullieren zu den Spitzenzeiten bis zu 200 Beamte über das Festival. Und prompt gab es im vergangenen Jahr nur noch 125 Verstöße gegen das Betäubungsmittel-Gesetz. Doch besteht da wirklich ein kausaler Zusammenhang?

Andreas Guske ist beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd zuständig für die Abwicklung des Festivals. Er meint, dass diese Zahlen nicht unbedingt miteinander in Verbindung zu bringen sind: "Im vergangenen Jahr gab es einen solchen Besucheransturm, dass wir einfach mehr Bereitschaftspolizisten anfordern mussten." Die Zahl der Drogenfahnder, die auf dem Festivalgelände unterwegs sind, werde nach anderen Kriterien bemessen. "Da spielt auch unter anderem das Wetter eine Rolle: Wenn es beispielsweise regnet, werden unserer Erfahrung nach auch nicht so viel Drogen konsumiert."

Wieviele Beamte der Drogenfahndung auf dem Chiemsee Reggae Summer in diesem Jahr unterwegs sein werden, wollte uns Guske nicht verraten: "Solche Zahlen unterliegen der Geheimhaltung." Allerdings seien darunter auch einige Polizisten, die speziell im Drogenbereich geschult sind und "einen Blick für auffällige Personen haben".

Es sei aber definitiv nicht das Ziel der Polizei, ihre Drogen-Statistik mithilfe der Kontrollen beim Chiemsee Reggae Summer aufzubessern. "Das bringt uns ja nichts. Es ist unsere Pflicht, entsprechende Kontrollen auf dem Festival durchzuführen und den Drogenkonsum und -verkauf zu unterbinden."

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