Denkmal statt Drähten

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Der König-Ludwig-Pavillon am Bahnhof ist vollgepackt mit Technik.

Prien - Der König-Ludwig-Pavillon im Priener Bahnhof soll der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.

Darüber herrschte Einigkeit bei einem Ortstermin mit führenden Vertretern der Bahn. Allerdings sind die drei Räume im Innern voll gepackt mit Technik. Bis zur Landesausstellung "Götterdämmerung" zum 125. Todestag von König Ludwig II. wird der Pavillon wohl nicht für andere Zwecke zur Verfügung stehen. Es gab Gedankenspiele, dort eine kleine Ausstellung zu initiieren, um die Besucher der Landesausstellung, die mit der Bahn anreisen, schon bei ihrer Ankunft auf die große Schau einzustimmen.

Dass es bis 10. Mai, dem Tag der Eröffnung, nichts wird mit der Öffnung des Pavillons, war allen Beteiligten beim Ortstermin schnell klar, als sie einen Blick in das Innere des geschichtsträchtigen Gebäudes geworfen hatten.

Das Innere steckt voller Technik: Funk- und Telefonverbindungen, Bahnhofsuhren, Ticketautomaten, Kameras und einiges mehr wird von dort gesteuert. Ein Gewirr aus Kabeln und Drähten zieht sich, an Metallgestellen montiert, bis unter die Decke. Einige Schaltkreise sind zwar nicht mehr in Betrieb, aber es gibt noch reichlich Leitungen, durch die wichtige Daten fließen. Dass vier verschiedene Untergesellschaften der Bahn die Räume für ihre Geräte nutzen, macht einen Umzug nicht leichter.

Aber die Vertreter der Bahn zeigten sich beim Ortstermin sehr aufgeschlossen für die Wünsche von CSU-Landtagsabgeordnetem Klaus Stöttner, Kreisheimatpfleger Knut Stolte und Bürgermeister Jürgen Seifert, die den Pavillon südlich des Bahnhofsgebäudes gerne für die Öffentlichkeit zugänglich machen wollen.

Helmut Zöpfel, als Leiter des Bahnhofsmanagements für Oberbayern der "DB Netze" verantwortlich für 140 Bahnhöfe, sagte zu, bis Januar eine möglichst exakte Kostenschätzung für die Verlegung der technischen Anlagen erstellen und alternative Standorte im Gelände prüfen zu lassen. Außerdem soll dann eine Zeitschiene für die Öffnung aufgezeigt werden. Eine Umsetzung bis zur Landesausstellung hielt Zöpfel für unwahrscheinlich, wollte sie aber noch nicht endgültig ausschließen.

Nach ersten groben Schätzungen vor Ort würde die Verlegung der gesamten Technik wohl einen Betrag kosten, der weit im sechsstelligen Bereich liegt.

Bis zur Landesausstellung soll das rechteckige Gebäude aber zumindest äußerlich herausgeputzt, Schäden an der Fassade repariert werden. Das sagten die Bahnvertreter auch zu. Auch die wenig repräsentativen Altpapiercontainer auf der Westseite sollen verschwinden.

Kreisheimatpfleger Stolte berichtete, dass er einen Antrag vorbereitet hat mit dem Ziel, den Pavillon unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Ursprünglich wurde er für den menschenscheuen Märchenkönig in Rimsting errichtet, um dem Monarchen einen Ort zu schaffen, wo er sich zwischen der Ankunft mit dem Zug und der Weiterfahrt mit der Kutsche nach Urfahrn aufhalten konnte. Von Urfahrn aus setzte Ludwig II. dann zur Herreninsel über, um die Bauarbeiten an seinem Schloss zu begutachten und zu beaufsichtigen. Nach dem Tod des Königs 1886 und der Öffnung des Schlosses für die Öffentlichkeit wurde das Gebäude in Rimsting ab- und in Prien wiederaufgebaut. Dort diente es fortan als Königspavillon, um Prinzregent Luitpold und König Ludwig III. in Prien willkommen zu heißen, wenn diese im frühen 20. Jahrhundert auf ihren Reisen in der Chiemseemetropole Station machten.

Chiemgau-Zeitung

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