Dezentrale Firmenzentrale

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Im ehemaligen Hotel "Chiemsee" an der Ecke See-/Hochriesstraße sitzt die Zentrale der Schön Klinik Verwaltungs GmbH. Die Umbauarbeiten im Innern sind weit fortgeschritten. Der erdgeschossige Anbau wurde abgerissen und wird etwas vergrößert neu gebaut.

Prien - Vor 25 Jahren baute die Familie Schön die Klinik Roseneck. Heute werden von Prien aus 15 Kliniken in ganz Deutschland gemanagt. Inzwischen sind 180 Mitarbeiter auf sieben Standorte im Ortskern verteilt.

Weil die Unternehmensgruppe beständig gewachsen ist, brauchte auch die Verwaltung immer mehr Platz.

Mehrere Millionen Euro hat die Schön-Gruppe zuletzt nach Angaben ihres kaufmännischen Geschäftsführers Dr. Markus Hamm in Kauf und Umbau von Gebäuden investiert. Im früheren Hotel "Chiemsee" an der Ecke See-/Hochriesstraße nahe der Bahnunterführung ist die dort seit den 1980er- Jahren ansässige Zentrale der Schön Klinik Verwaltungs GmbH nach dem Erwerb des Hauses nun räumlich erweitert worden. Im Innern sind die Umbauten weit gediehen, außen wird ein erdgeschossiger Anbau erneuert und etwas vergrößert. In Gebäuden zu beiden Seiten des markanten Hauses sind weitere Abteilungen untergebracht.

Das frühere Café "Regina" nebenan ist inzwischen ein Casino für die Mitarbeiter. Die können ihre Autos zum Teil auf dem gepachteten Firmenparkplatz am Anfang der Hallwanger Straße parken. In der Alten Rathausstraße hat die Schön-Gruppe den westlichen Teil eines Gebäudes (früher Betten Niedermeier) erworben und zu Büroräumen umgebaut.

Vor allem auch nach außen, also an den Fassaden, legt das Unternehmen Hamm zufolge Wert auf "qualitativ hochwertige Renovierungen, die ins Ortsbild passen".

Schon vor Jahren hatte das Unternehmen das bisherige Stammhaus der Volks- undRaiffeisenbank an der Hochriesstraße gekauft und nutzt seitdem dort bereits zwei Etagen. Vor allem für dieses Gebäude kann sich die Schön-Gruppe in der Zukunft, wenn die Bank ihren Neubau gegenüber bezogen hat, eine Einzelhandels-Nutzung im Erdgeschoss vorstellen, die der Attraktivität der Fußgängerzone (Bahnhofstraße) zugute käme. "Das sind Überlegungen, denen gegenüber wir aufgeschlossen sind", sagte Hamm.

Im vergangenen Jahr ließ das Unternehmen alle seine Priener "Filialen" durch unterirdische Datenleitungen vernetzen und an ein zentrales Rechenzentrum anschließen. Die Expansion der Verwaltung ist an das Wachstum der Klinikgruppe gekoppelt. Sie hat Hamm zufolge seit 2000 im Jahresschnitt ihren Umsatz um zehn Prozent gesteigert. 2009 erzielten die 15 Kliniken mit 7300 Mitarbeitern einen Umsatz von 530 Millionen Euro und behandelten 87.000 Patienten. Begonnen hatte alles 1985 mit der "Roseneck" und umgerechnet sechs Millionen.

Von Prien aus werden unter anderem Einkauf und Buchhaltung für alle Standorte erledigt sowie sämtliche Bauprojekte organisiert. Dass die Verwaltung im Laufe der jüngeren Vergangenheit nicht aus rein praktischen Erwägungen irgendwo auf der grünen Wiese neu gebaut wurde, sondern stattdessen am Stammsitz Prien auf mehrere Standorte verteilt, ist Hamm zufolge auch der "emotionalen Verbundenheit der Gründerfamilie" mit ihrem Heimatort zuzuschreiben.

Die Schön-Gruppe ist heute nicht nur einer der größten Arbeitgeber im Landkreis, wo sie allein fünf Kliniken betreibt, sondern auch der größte in Prien mit 500 Beschäftigten (180 in der Verwaltung, darunter 13 Auszubildende, und 320 in der "Roseneck").

Das Unternehmen gehört zu den größten deutschen Klinikgruppen in privater Trägerschaft und gilt in einigen medizinischen Bereichen als führend. Während die Klinik Roseneck zu den international rennomiertesten Therapie-Einrichtungen bei Depression, "Burn-out" und Essstörungen zählt, betreibt Schön zum Beispiel im Behandlungszentrum Vogtareuth eine der größten europäischen Kinderkliniken für Wachkoma-Patienten.

Die "konsequente Spezialisierung" ist nach Überzeugung des inhabergeführten Unternehmens ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Die Gruppe hat sich vor allem auf drei medizinische Fachbereiche fokussiert (Neurologie, Orthopädie und Psychosomatik) und konzentriert sich im Wesentlichen auf Akutmedizin. Mehr als vier Fünftel des Umsatzes gehen auf Behandlungen in diesem Bereich zurück.

Um dauerhaft einen hohen medizinischen Qualitätsstandard zu sichern, betreibt die Schön-Gruppe einen großen Aufwand, unter anderem mit flächendeckenden Patientenbefragungen. Sie liefern die Grundlagen für einen jährlichen Qualitätsbericht mit mehr als 200 Seiten, in dem weit über 100 Indikatoren Berücksichtigung finden.

re/Chiemgau-Zeitung

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