Oberloher verweist auf Regierungsschreiben

Diakon: Nicht nur Kirche ist dagegen

Seeon-Seebruck - In der Debatte um den Naturfriedhof im "Martini-Wald" wehrt sich Georg Oberloher, Diakon der Gemeinde, dagegen, dass sich nur die Kirche dagegen ausspreche.

In der Debatte um den geplanten Naturfriedhof im "Martini-Wald" bei Wattenham wehrt sich der Diakon der Gemeinde Seeon-Seebruck, Georg Oberloher, entschieden dagegen, dass sich lediglich die Kirche gegen das Vorhaben ausspreche. "Dass außer der Kirche niemand irgendwelche Einwände gegen den Naturfriedhof an diesem Ort hat, stimmt einfach nicht", erklärte der Diakon gegenüber der Chiemgau-Zeitung.

Zum Thema:

Oberloher verweist auf eine Stellungnahme der Regierung von Oberbayern, die auch in der letzten Gemeinderatssitzung (wir berichteten) voll inhaltlich vorgelesen wurde, in der die Gemeinde gebeten wird, dringend den Naturfriedhof auf einem anderen Grundstück zu realisieren, weil das gewählte Areal, das in einem schützenswerten Gebiet liege, viel zu sensibel sei. In dem Schreiben heißt es wörtlich: "Aufgrund der Lage des Plangebietes innerhalb und angrenzend an hoheitlich gesicherte Gebiete empfehlen wir zunächst dringend, auch wenn bauliche Maßnahmen auf ein Minimum beschränkt werden, in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde zu prüfen, ob das geplante Vorhaben nicht an einem Standort verwirklicht werden kann, der nicht an einem derart ökologisch wertvollen Bereich liegt. Bei Konflikten zwischen Raumnutzungsansprüchen ist den ökologischen Belangen und damit der Sicherung des Naturhaushaltes Vorrang einzuräumen." Diese "Hausaufgaben" seien in der Debatte, so Oberloher, "völlig untergegangen".

Nach eigener Darstellung hatte die Gemeinde diese Aufgaben aber bereits im Vorfeld erledigt: Ein von ihr in Auftrag gegebenes Naturschutz-Gutachten sagt aus, dass die Maßnahme "noch verträglich" sei. Ohne die Zustimmung der Naturschutzbehörde wäre das Verfahren auf dem gewählten Areal nach Aussagen der Gemeindeverwaltung ohnehin nicht weiter verfolgt worden.

Oberloher hält aber daran fest: "Wenn es dem Bürgermeister und den Gemeinderäten darum geht, 'nur ein weiteres Angebot' zu schaffen, dann muss, objektiv gesehen, auch das Grundstück optimal gewählt werden. Noch dazu, weil ja keinerlei zeitlicher Druck auf der Gemeinde lastet." Den Naturfriedhof zu verwirklichen, nur weil gerade ein Grundstück, wenn auch ungeeignet, angeboten wird, ist nach Ansicht Oberlohers nicht nachvollziehbar.

ga/Chiemgau-Zeitung

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