Diakonin Carmen Bogler hat viel bewegt

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Beim evangelischen Kirchentag in Dresden half Diakonin Carmen Bogler (rechts) mit einer Gruppe der "EJ BAP" bei der Organisation mit: Vroni Pummerer, Julian Wörndl, Michael Kraus, Matthias Lütjen (hinten von links), Helena Reuther und Anna Höper (vorne von links).

Prien/Bernau/Aschau/Bad Endorf - Eine erfolgreiche Amtszeit in den evangelischen Kirchengemeinden Prien, Aschau-Bernau und Bad Endorf geht zu Ende: Diakonin Carmen Bogler hat viel bewegt.

Vor drei Jahren haben sich die evangelischen Gemeinden Prien, Aschau-Bernau und Bad Endorf zusammengetan, um Leben in die kirchliche Jugendarbeit zu bringen, die bis dahin eigentlich nur in Prien stattfand - und hier auch eher nur am Rande.

Sie engagierten Carmen Bogler. Die Amtszeit der Diakonin zur Anstellung (z. A.) geht nun zu Ende. Sie hat viel bewegt und ins Rollen gebracht.

Im Jugendraum im Keller des evangelischen Gemeindehauses in Prien hängen Fotos vom Indianer-Zeltlager, von Schnitzeljagden, Zirkusaufführungen, abenteuerlichen Ausflügen und viele Bilder mehr. Sie veranschaulichen Einiges von dem, was die 29-Jährige auf die Beine gestellt hat in der "EJ BAP" (steht für Evangelische Jugend und die Anfangsbuchstaben der drei beteiligten Gemeinden). Vor knapp drei Jahren hatte sie praktisch "bei Null" begonnen und erstmal alle ehemaligen Konfirmanden angeschrieben - denn mittelfristig sollten die jungen Leute dazu gebracht werden, eigenständig Angebote und Aktionen zu entwickeln und durchzuführen.

Von Anfang an legte Bogler Wert darauf, klarzumachen, dass kirchliche Jugendarbeit beileibe nicht nur Bibelstunden sein sollten. "Wir reden über Gott und die Welt" - besser als mit diesem wohl bekannten Ausspruch, den die Diakonin im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung verwendet, lässt sich die Bandbreite wohl kaum zusammenfassen.

Im Laufe der Zeit bildete sich aus den engagierten Jugendlichen ein Mitarbeiter-Kreis heraus, der nun mehr und mehr die Verantwortung für das Programm übernimmt.

Das ist gewollt, denn die Selbstständigkeit der jungen Leute war von Beginn an das Ziel. "Sie sollen merken, dass sie was verändern können", erklärt die Diakonin. Auch einen Ausschuss gibt es mittlerweile, der ein Auge auf die Finanzen und die Personalplanung bei den Aktionen hat.

Auch auf eine Reihe von Eltern kann Bogler bauen. Das ist vor allem deshalb notwendig, weil sich das Einzugsgebiet der "EJ BAP" von Obing bis Sachrang erstreckt.

Aus den Erfahrungen der drei Jahre haben Bogler und ihre jungen Helfer gelernt, denn nicht alle Angebote wurden so angenommen wie erhofft. "Viele Jugendliche sind völlig überfrachtet und haben kaum noch Zeit", berichtet Bogler. Inzwischen hat sich freilich ein fester Stamm gebildet und die Organisatoren wissen, was "zieht" und was nicht. Praktisch nebenbei werden im Zeltlager oder auf Wanderschaft spirituelle Impulse gesetzt, beispielsweise durch Morgengebete oder Andachten.

Der harte Kern von etwa 20 jungen Leuten der "EJ BAP" ist nun auch optisch erkennbar - dank einheitlicher Pullis und T-Shirts mit dem Slogan "Die Welt ist bunt - Gott sei Dank" auf der Rückseite, einem Bekenntnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

"Ich bin zufrieden mit dem, was aufgeblüht ist", zieht Bogler zum Ende ihrer Amtszeit ein positives Fazit. Sie sieht für die Zukunft noch "viel Potenzial, die Kirche kann ein Zuhause bieten", ist sie überzeugt.

Das scheinen auch die drei Kirchengemeinden so zu sehen, die die Stelle auf drei Jahre befristet einst ausgelobt hatten. Derzeit wird für zunächst zwei Jahre eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gesucht.

Die Priener Gemeinde wird dann die Hälfte der Kosten schultern. Zwar hatte Bogler darauf geachtet, angesichts der eingeschränkten Mobilität der jungen Leute die Aktionen gerecht auf das gesamte Gebiet zu verteilen. Aber in der Marktgemeinde hat sich das meiste Potenzial herauskristallisiert.

Die Diakonin z. A. selbst hat schon zu Zeiten, als noch nicht klar war, ob und wie es mit der "EJ BAP" weitergeht, beschlossen, sich ein Jahr beurlauben zu lassen und auf Weltreise zu gehen. Zuvor geht sie auf "Abschiedstournee": Verabschiedet wird sie in Aschau am Sonntag, 26. Juni, im Anschluss an den Familiengottesdienst (Beginn um 10.30 Uhr), in Prien am Sonntag, 24. Juli, nach dem Sonntagsgottesdienst im Rahmen des Gemeindefestes und in Bad Endorf am Mittwoch, 27. Juli, im Rahmen einer Kirchenvorstandssitzung.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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