Fußweg am Chiemseeufer: Diskussion beginnt

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Im Auftrag der Marktgemeinde haben die beiden Landschaftsarchitekten Manfred Holler und Georg Müller aus Prien Ideen für eine Raumgestaltung zwischen Prienavera und Stippelwerft gesammelt, zu Papier gebracht und zeichnerisch umgesetzt. Unter anderem regen sie an, einen neuen Weg zu schaffen, der unmittelbar am Seeufer über einen Steg (rechts) am Prienavera vorbeiführt. Die Diskussion in den Gremien hat begonnen.

Prien - Sollen die Fußgänger einen ungehinderten Zugang ins Strandbad erhalten? An dieser Frage schieden sich in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates die Geister.

Das Gremium diskutierte über das "Ideenkonzept" , das die Landschaftsarchitekten Manfred Holler und Georg Müller aus Prien für das Chiemseeufer im Bereich vom Prienavera bis zur Stippelwerft vorstellten. Der Rat beschloss, den vorgelegten Entwurf zur weiteren Bearbeitung in das Kompetenzteam Stippelwerft/Prienavera und anschließend in den Arbeitskreis Ortsentwircklung zu geben. Werner Waap (Bürger für Prien/BfP) bezeichnete die Planung am östlichen Rand des Prienavera als "sehr harmonisch". Mit Blick auf den nördlich des Hallenbades gelegenen Bereiches kritisierte er jedoch, dass der geplante Weg dort eine Kurve mache. Er, Waap, könne sich nicht vorstellen, dass die Fußgänger diesen Schwenk mitmachen und dann an den Umkleidekabinen, dem "Wurm", am Rand der Liegeweise vorbeigehen. Vielmehr rechnete er damit, dass sie geradeaus und dann mitten durch die Wiese - und damit im Sommer durch die Reihen der Badegäste - marschieren.

Nach Ansicht von Georg Fischer (CSU-Fraktion/parteilos) müssen die Spaziergänger im Sommer - wie bisher - generell von den Badegästen ferngehalten werden. Er könne sich, wie er sagte, zwar eine Öffnung des Strandbades außerhalb, nicht aber innerhalb der Badezeit vorstellen.

Nicht einverstanden zeigte sich Fischer mit dem geplanten Steg am östlichen Rand des Prienavera. Verloren zu gehen droht das "Alleinstellungsmerkmal" des Hallenbades, dass sich die Badegäste in das Außenbecken begeben und dann einen Blick über den See hinüber zur Herreninsel erhalten. Diese Aussicht werde dann von den Fußgängern auf dem Steg beeinträchtigt. Die Badegästen werden dann laut Fischer "fast meinen", in eine Fußgängerzone zu schwimmen.

Wie Fischer so sprach sich auch Joachim Bensemann (Freie Wähler Prien) dafür aus, das Strandbad während der Badesaison nicht für die Fußgänger aufzumachen. Schließlich wolle der Badende seine Ruhe haben - und nicht von Fußgängern und Hunden gestört werden.

"Ich stehe hinter der Planung", begrüßte hingegen Zweite Bürgermeisterin Renate Hof (CSU) die Idee, dem Fußgänger einen Zugang zum Strandbad zu verschaffen. "Wir sind in Prien am Chiemsee - und das solten die Einheimischen und Gäste merken." In einer Öffnung des Strandbades sah sie insbesondere auch die Möglichkeit, die Badenden, die sich bislang immer an den Schären aufhalten, dort wegzubekommen - was bislang noch nicht gelungen sei.

In der Planung liegt der Steg rund eineinhalb Meter tiefer als das Außenbecken des Prienavera. Michael Anner (CSU) sagte, dass damit auch nicht so große Fußgänger "reinschauen" und die Badegäste beobachten können. Dr. Herbert Reuther (ebenfalls CSU) regte an, das Ideenkonzept der Landschaftsarchitekten mit den Mitarbeitern im Prienavera durchzugehen.

Thomas Ganter (SPD) kann sich durchaus vorstellen, dass die Planung am östlichen Rand des Prienavera - neben dem Bau eines Steges für die Fußgänger enthält sie auch die Anpflanzung von Röhricht und Schilf - eine Verbesserung bringt. Schließlich sei das Außenbecken mit seinem Sichtbeton "potthässlich". Und dann blickte Ganter auch noch auf den Pavillon und die dort geplanten Veränderungen: Eine "Eventgastronomie", wie von den Planern angeregt, will Ganter, wie er sagte, "dort nicht haben".

Helge Holzer (BfP) stellte sich hinter den "richtigen" Ansatz, das Strandbad zu öffnen - und eben nicht, wie bisher Jahr für Jahr, den Fußgängern diesen Bereich vorzuenthalten zugunsten eines Badebetriebes über nur "wenige Wochen". Hans Herzinger (ÜWG) meinte: "Zwei Herzen schlagen in meiner Brust." Ob die Öffnung so wie geplant durchführbar und Badegäste und Fußgänger vereint werden können, "ist die Frage". Und weiter: "Die Idee steht - und jetzt müssen wir daran arbeiten."

Alfred Schelhas (SPD) kann sich vorstellen, dass die Fußgänger, die am "Wurm" gehen, "schon die Badenden stören". "Sympathischer" sei der Gedanke, das Strandbad nur außerhalb der Badezeit zu öffnen. Dr. Claudia Trübsbach (BfP) befürchtete, dass der Steg - weil der Boden laut Auskünften aus dem Bauamt schlecht ist - "sehr teuer" kommen könnte.

Bürgermeister Jürgen Seifert erinnerte an die Zielsetzung des Marktgemeinderates, das Strandbad für die Fußgänger zu öffnen - und zwar ohne zeitliche Einschränkungen. "Wir müssen darauf achten, dass der Seezugang erweitert wird."

pü/Chiemgau-Zeitung

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