Doch ein Solarpark für Übersee?

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Übersee - Bereits im Dezember 2009 wurde ein Solarpark in Übersee vorgestellt - und abgelehnt. Jetzt stand das Projekt erneut auf der Tagesordnung!

Bereits im Dezember 2009 war das mögliche Projekt eines Solarparks in Übersee vorgestellt worden. In der jüngsten Sitzung am Donnerstagabend stand das Projekt nun erneut auf der Tagesordnung - allerdings in abgespeckter Form. Trotz mehrheitlicher Zustimmung fiel aber noch keine Entscheidung.

Der Gemeinderat will zunächst ein neues Energiekonzept für das gesamte Achental abwarten, das Wolfgang Wimmer vom "Ökomodell Achental" am 17. November im Gemeinderat Übersee vorstellen wird.

Ein 4,69 Megawatt-Solarpark auf einer Fläche von 8,38 Hektar im Heißanger an der Bahnlinie, das 3500 Personen mit sauberer Energie versorgt - so sahen die Überlegungen von 2009 aus. Das aktuelle Konzept am gleichen Standort sieht jetzt nur noch eine reduzierte Fläche und halbe Leistungs- und Versorgungskapazitäten vor.

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Trotzdem äußerte sich Kreisbaumeisterin Mechthild Herrmann in einer von Bürgermeister Marc Nitschke verlesenen Stellungnahme ablehnend. Sie sieht in dem Standort eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und eine negative Fernwirkung. "Aus diesem Grunde kann eine Zustimmung - auch bei einer Flächenreduzierung - nicht in Aussicht gestellt werden", so Herrmann.

Auch der Gemeindechef bezeichnete den Solarpark "nicht unbedingt als die erste Wahl für die Gewinnung erneuerbarer Energien". Er befürchtet Probleme mit der Landwirtschaft. Nitschke verwies jedoch auf intensive Beratungen innerhalb des "Ökomodells Achental" über ein Energiekonzept für das gesamte Achental. Dieses Leitbild werde Geschäftsführer Wolfgang Wimmer in der Gemeinderatssitzung am 17. November in Übersee vorstellen.

Der Bürgermeister: "Wir müssen uns grundsätzlich einig sein, wohin wir gehen wollen und was machbar ist."

"Entsetzen" über das Schreiben der Kreisbaumeisterin äußerte Anton Stefanutti (Die Grünen): "Wie sollen wir die Energiewende schaffen, wenn man gegen alles ist?" Er forderte ein Umdenken, "damit nicht alle Bemühungen verpuffen und wir wieder bei der Atomkraft landen."

Ludwig Ertl (Freie Bürgerliste) sah die Haltung der Kreisbaumeisterin als Gegensatz zum Energiekonzept des Landkreises Traunstein, das eine 100-prozentig autarke Energieversorgung bis 2012 zum Ziel hat.

Quer durch alle Fraktionen äußerten sich die Gemeinderäte grundsätzlich positiv zum vorgestellten Solarpark. Allerdings plädierten sie auch dafür, eine Entscheidung bis zur Vorstellung des angekündigten Gesamt-Energiekonzepts zunächst zurückzustellen. Lediglich Stefanutti wünschte sich eine sofortige Entscheidung, "um eine gewisse Vorreiterstellung von Übersee zu manifestieren."

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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