Freude im Rat über die neue Nutzung

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Das Windrad, weithin sichtbares Wahrzeichen des Weiles Mitterndorf, bleibt erhalten. An der Stelle, wo früher der Misthaufen war (links im Bild), sollen künftig die Autos der Besucher parken.

Gstadt/Gollenshausen - „Uns hätte nichts Besseres passieren können", freute sich Bürgermeister Bernhard Hainz über die geplante neue Nutzung des Dreiseithofes im Klostergut Mitterndorf als Heim für krebskranke Kinder.

Die Benediktinerinnenabtei Frauenwörth hat den Matheis-Hof für 93 Jahre in einem Erbpachtvertrag an die Björn-Schulz-Stiftung aus Berlin vergeben, die ihn aufwändig sanieren will. Die Stiftung bietet Hilfe für krebs- und chronisch kranke sowie für schwerst- und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Familien.

Der Bürgermeister erinnerte im Gemeindehaus Gollenshausen daran, dass immer wieder überlegungen für eine neue Nutzung für das Klostergut Mitterndorf angestellt worden seien. 1997 habe der Gemeinderat der Aufstellung eines Bebauungsplanes sowie einer änderung des Flächennutzungsplanes für eine Reha-Klinik für Mitterndorf zugestimmt. Das Projekt habe sich allerdings wieder zerschlagen, weil der Investor in Konkurs gegangen sei.

Der Bürgermeister berichtete von Vorgesprächen mit Vertretern der Regierung von Oberbayern und weiteren Behörden, unter anderem dem Denkmalschutz, die ebenfalls für die neue Nutzung "grünes Licht" gegeben haben. Als sehr wichtig sei es dabei angesehen worden, dass die Gebäude in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben. Dies sei auch voll und ganz im Interesse des Bauherrn Jürgen Schulz gewesen, mit dem die Gemeinde ebenfalls Vorgespräche geführt habe. Schulz hatte seinen Sohn Björn in jungen Jahren durch Krankheit verloren und daraufhin die Stiftung gegründet.

Exakte Planungen für die Sanierung sollen dem Gemeinderat nach Auskunft des Betreibers voraussichtlich im September vorgestellt werden, so Hainz. Der Bürgermeister möchte dafür eine Sondersitzung einberufen, in der Schulz das Projekt mit der Gesamtplanung vorstellen soll.

Bauamtschef Bert Vodermeier erläuterte, dass die aufwändige Sanierung mit rollstuhl- und behindertengerechtem Umbau auf mehrere Jahre ausgerichtet sei und sich das Projekt "sukzessive" entwickeln werde. Zuerst werde nur ein Gebäude hergerichtet. Die Realisierung sei bereits gesichert, betonte Hainz.

In der Diskussion wurde die neue Nutzung und damit der Erhalt des Hofes vom Gremium sehr begrüßt. Auch das Windrad, das Wahrzeichen von Mitterndorf, bleibe erhalten, sagte der Bürgermeister auf eine Frage von Gerhard Heindl (Unparteiische Wählergemeinschaft).

Gabi Noichl (Bürgerliste) wollte wissen, ob genug Platz für die Stellplätze vorhanden sei, da das Heim sicher viele Besucher haben werde. Dieser könne leicht abgedeckt werden, versicherte der Bürgermeister. Geplant sei, die Stellplätze an der Stelle einzurichten, an der früher der Misthaufen war. Sie sollen von außen nicht einsehbar sein.

Der Matheis-Hof, eines der drei stattlichen Anwesen in Mitterndorf, wurde 1907 von Theodor Freiherr von Cramer-Klett gekauft. 1912 übergab Cramer-Klett den gesamten Weiler an die Benediktinerinnen-Abtei Frauenchiemsee zur Bewirtschaftung. Diese konnte sie dann 1930 - allerdings ohne die Wäldereien und Grundstücke am Chiemsee - erwerben. Die Seegrundstücke befinden sich seit 1967 im Staatsbesitz. 1980 gaben die Klosterfrauen die Bewirtschaftung des Klostergutes auf und die Felder wurden an die Bauern der Umgebung verpachtet.

th/Chiemgau-Zeitung

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