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Die halbe Million ist voll

Rückblick und Ausblick auf den Umweltschaden in Natzing

Das Retentionsfilterbecken in Natzing, welches 2022 grundsaniert werden muss.
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Das Retentionsfilterbecken in Natzing, welches 2022 grundsaniert werden muss.

Eggstätt - Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet den Verbraucher in der Gemeinde Eggstätt aktuell 80 Cent. Ein moderater Preis für höchste Wasserqualität. Im Gewerbegebiet Natzing, ebenfalls im Gemeindebereich Eggstätt, muss man für einen Kubikmeter sauberes Grundwasser deutlich tiefer in die Tasche greifen – 10 Euro kosten 1.000 Liter gereinigtes Grundwasser die Gemeinde derzeit. 

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Hintergrund ist der Umweltschaden, der durch das illegale Einleiten von PFAS-belastetem Löschmaterial im April 2021 entstand. Seitdem wurde das Kanalsystem gespült, der belastete Boden des Retentionsfilterbeckens entnommen und über vier Grundwassermessstellen – eine davon befindet sich in der Schutzzone 3 der Wasserversorgung Bad Endorf – wird Grundwasser mittels eines Aktivkohlefilters gereinigt.

Die Kosten für die Reinigungsarbeiten beliefen sich bis Ende 2021 auf gut 520.000 Euro – Tendenz steigend. „2022 steht der Aushub des restlichen belasteten Schlammmaterials aus dem Retentionsfilterbecken an. Zudem muss das Becken selbst grundsaniert werden. Alleine diese Maßnahme kostet die Gemeinde rund 800.000 Euro.“ prognostiziert Eggstätts Bauamtsleiter Bernd Ruth. Dazu kommen die Ausgaben für die laufenden Messungen und das kontinuierliche Reinigen des Grundwassers. Die Verwaltung schätzt, dass so bis Ende 2022 knapp zwei Millionen Euro zusammenkommen. Das Bauamt koordiniert die einzelnen Maßnahmen zusammen mit der R&H Umwelttechnik, einer fränkischen Fachfirma. Der Gemeinde zur Seite steht zudem der Gewässerunterhaltszweckveband (GUZV).

Technisch hat die Gemeinde die Folgen des Umweltschadens im Griff – finanziell sind die Auswirkungen noch lange nicht absehbar. Ein erster Antrag auf Fördermittel nach dem Finanzausgleichsgesetz – sogenannte FAG-Mittel – ist im Herbst von der Regierung von Oberbayern abgelehnt worden. Grund war unter anderem die noch nicht geklärte Frage, ob der Verursacher des Umweltschadens für Schadensersatzforderungen herangezogen werden kann. Die Gemeinde startet im Sommer einen zweiten Anlauf und hofft auf einen positiven FAG-Bescheid. „Wir als kleine Gemeine brauchen dringend finanzielle Unterstützung. Wir haben vielfältige Pflichtaufgaben, wie dringend benötigte Straßensanierungen oder der lange geplante Neubau einer Kindertagesstätte. Das und noch viel mehr müssen wir stemmen, während wir gleichzeitig versuchen, unser Grundwasser und unsere Naturlandschaft vor den Folgen dieses Umweltskandals zu schützen.“, wirft Eggstätts Bürgermeister Christian Glas einen eher düsteren Ausblick auf die kommenden Monate.

Pressemeldung der Gemeinde Eggstätt